Baustellen in Steinhagen: „Zeitplan kommt ins Wanken“

Weil die Corona-Maßnahmen die Arbeit im Rathaus und in anderen Behörden stören, werden manche Aufgaben liegenbleiben. Die waren wegen dem Wahljahr sowieso schon knapp kalkuliert.

Jonas Damme

Um sie zu sanieren lassen hat Straßen.NRW die Bahnhofstraße im Ortskern sperren lassen. Die Baustelle wird sich in mehreren Schritten noch Monate hinziehen. - © Jonas Damme
Um sie zu sanieren lassen hat Straßen.NRW die Bahnhofstraße im Ortskern sperren lassen. Die Baustelle wird sich in mehreren Schritten noch Monate hinziehen. (© Jonas Damme)

Steinhagen. Noch Anfang des Jahres war man im Rathaus davon ausgegangen, dass bis zum Sommer die wichtigsten Bauprojekte des Jahres unter Dach und Fach sind. „Der Sommer der Baustellen“, schrieb das HK damals. Das Außergewöhnliche: Weil im September die Kommunalwahl ansteht, müssen die Ämter zusehen, dass alle wichtigen Entscheidungen vorher getroffen sind. Im Herbst muss sich der Gemeinderat erst neu finden, so lange wird es kaum politische Beschlüsse geben. Nun grätscht die Corona-Krise in dieses eng getaktete Pensum. „Unser Zeitplan kommt ins Wanken“, bestätigt Bauamtsleiter Stephan Walter auf Anfrage. „Es gibt Projekte, die in der zeitlichen Planung schon etwas nach hinten gerückt sind.“

Viele Behördengespräche würden sich verzögern, persönliche Planungstreffen vermeide man. „Telefonisch ist alles schwieriger“, so Walter. Auch manche Förderzusagen stünden noch aus. Nun muss also entschieden werden, was in diesem Jahr noch machbar ist und welche Aufgaben Priorität haben.

Dazu kommt, dass das Rathaus bereits jetzt davon ausgeht, dass 2020 deutlich weniger Gewerbesteuern eingenommen werden, als geplant (wir berichteten). Derzeit erwartet man, dass mindestens 4,3 Millionen Euro fehlen werden. Das Geld ist also knapp. Derzeit würden im Rathaus von allen Fachbereichen Listen geschrieben, auf denen steht, was noch passieren soll und was vorerst verzichtbar ist, berichtet der Bauamtsleiter. Am Ende müsse man das natürlich politisch entscheiden.

Wie sehr der Zeitplan des Rathauses durchgetaktet ist, zeigt das aktuelle Beispiel „Bahnhofstraße“ und ihre Folgebaustellen: Weil zu Anfang der Corona-Krise unklar war, ob im Tiefbau überhaupt regulär gearbeitet würde, hatte Straßen.NRW die Baustelle mit einigen Wochen Verzögerung eingerichtet. Dieser Tage ist die Verkehrslage im Ortskern deshalb zeitweise schwierig.

Bis zu den Sommerferien sollte die Straße (in verschiedenen Bauabschnitten) saniert sein. Erst wenn sie fertig ist, können die Bauarbeiter am Busbahnhof und vor allem an der Straße „An der Jüpke“ starten. Je nachdem, wie lange Straßen.NRW braucht, wird es aber nicht mehr möglich sein, diese Projekte noch vor dem Winter fertigzustellen. Deswegen muss darüber nachgedacht werden, sie vollständig nach 2021 zu verschieben.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.