Brockhagenerin näht Masken und hilft damit gleich doppelt

Monia Eiser sitzt für einen guten Zweck an der Nähmaschine. Der von ihr hergestellte Mund-und-Nasen-Schutz hilft nämlich nicht nur dem Träger.

Birgit Nolte

Laura aus der Backbox trägt schon eine der Einer-Masken. - © Privat
Laura aus der Backbox trägt schon eine der Einer-Masken. (© Privat)

Steinhagen-Brockhagen. Was das Tragen von Schutzmasken betrifft, gehen die Expertenmeinungen auseinander. Manche Fachleute halten sie im Alltag für überflüssig, andere empfehlen sie zumindest als möglichen Schutz, um andere nicht mit dem Coronavirus anzustecken. In ganz Österreich kommt inzwischen niemand mehr ohne Schutzmaske in die Supermärkte. Wird Deutschland nachziehen? Zumindest in der 108.000 Einwohne zählenden thüringischen Großstadt Jena gibt es bereits eine Maskenpflicht für den öffentlichen Raum (siehe Infokasten).

Monia Eiser (rechts) und Mutter Heidi sitzen an den Nähmaschinen, um Mundschutze herzustellen. - © Privat
Monia Eiser (rechts) und Mutter Heidi sitzen an den Nähmaschinen, um Mundschutze herzustellen. (© Privat)

Monia Eiser hat sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt, als von der Österreich-Regelung noch keine Rede war. Auslöser war die Situation auf dem Borgholzhausener Spiekerhof. Der Reiter- und Erlebnishof ist aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. 50 Pferde sind dort untergebracht, die trotz Krise versorgt werden müssen. Unter anderem überlegte die Brockhagenerin Gaby Hansel, wie man helfen kann.

Erlös aus dem Verkauf gehtan den Spiekerhof

Sie holte Monia Eiser mit ins Boot. Die Brockhagener Textilfachfrau, die sonst Räume ausstattet, verlegt sich jetzt auf das Nähen von Mund- und Nasenschutzmasken. Auch Mutter Heidi sitzt mit an der Nähmaschine. „Ich musste mir erstmal im Internet eine Nähanleitung runterladen", berichtet Monia Eiser mit einem Lächeln. Inzwischen hat sie eine Auswahl an unterschiedlichen Modellen mit verschiedenen Farben und Mustern gefertigt. Die Eiser-Masken erfüllen auf diese Weise auch einen modischen Zweck.

Auf eigene Kosten liefert Monia Eiser den bei 95 Grad waschbaren Baumwollstoff, Alexander Sudbrock vom Markant-Markt spendiert die Haargummis für den Mundschutz. Sowohl im Markant als auch in der benachbarten Backbox werden die Schutzmasken nun für zwei Euro das Stück verkauft. Der Erlös ist für den Spiekerhof bestimmt.

Info

Maskenpflicht in Steinhagen?

• Wer sich in Jena im öffentlichen Nahverkehr, in Supermärkten und in öffentlichen Gebäuden bewegt, muss seit Montag einen Mund-und-Nasen-Schutz tragen. Auch Schals und Tücher sind zu diesem Zweck erlaubt. Die Maßnahme soll dabei helfen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.
• Wie Jens Hahn, Krisenmanager im Rathaus, auf HK-Nachfrage bestätigt, hat sich auch die Steinhagener Gemeindeverwaltung bereits mit dem Thema Maskenpflicht befasst. Zum jetzigen Zeitpunkt sei in Steinhagen jedoch keine Pflicht geplant. „Wir wollen aber vorbereitet sein, falls ein entsprechendes Gesetz beschlossen würde", teilt Jens Hahn mit. „Darum lassen wir uns momentan in dieser Frage von unserem Betriebsarzt Dr. Rolf Jentzsch und dem Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit Rohde aus Versmold beraten.

Außerdem hat Monia Eiser schon verschiedene Ärzte angesprochen, ob ihre selbst hergestellten Masken dort im Praxisalltag benötigt werden. Die würde sie an die Mediziner und ihr Personal kostenlos abgeben. Aber auch Privatleute können sich an Monia Eiser wenden.

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