Schulschließungen treffen Gebäudereiniger hart

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf das Gebäudereiniger-Handwerk. Unternehmer Peter Stoll rät angesichts der Pandemie zur Besonnenheit, warnt aber auch vor einer „Epidemie der Angst“.

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In Schulen und Kitas können Reinigungsarbeiten zurzeit nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. - © Rationell reinigen
In Schulen und Kitas können Reinigungsarbeiten zurzeit nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. (© Rationell reinigen)

Steinhagen. Die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verändert den Alltag in der Gesellschaft, es droht wirtschaftlicher Stillstand. Die landesweit veranlassten Schul- und Kitaschließungen betreffen auch das Gebäudereiniger-Handwerk, erklärte Peter Stoll, Geschäftsführer der Steinhagener Artur Stoll GmbH auf HK-Anfrage. Die gesamte Branche sei davon stark betroffen, aber auch von den Messeausfällen oder Absagen von Großveranstaltungen.

Wenn Bildungseinrichtungen geschlossen bleiben oder Veranstaltungen und Versammlungen bis auf weiteres abgesagt werden, entfielen in der Folge teilweise auch die Aufträge für die Reinigung. „Die Betriebe unserer Branche verzeichnen aktuell einen spürbaren Umsatzrückgang. Wo nicht gearbeitet wird, wird auch nicht gereinigt", erläutert der mittelständische Unternehmer aus Steinhagen. Vertraglich vereinbarte Reinigungsarbeiten könnten nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. Das gelte auch für Industriekunden, die ihre Unternehmen zeitweilig schließen.

Kurzarbeit eine mögliche Folge

Ein Teil der Mitarbeiter kann mit zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten beschäftigt werden. Für viele Beschäftigte im Gebäudereinigerhandwerk sei Kurzarbeit die mögliche Folge, beschreibt Stoll die Lage. Die Details seien noch mit der Agentur für Arbeit zu klären. Die Stoll-Gruppe beschäftigt an sieben Standorten rund 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nach Angaben des Unternehmers führen massive Objektschließungen nicht automatisch zur Einstellung der Reinigungsarbeiten. „Wir werden unsere Leistungen weiterhin anbieten", betont Stoll und verweist darauf, dass bereits seit Ausbruch der Corona-Krise zusätzlich zur Unterhaltsreinigung auch Desinfektionen angeboten werden. Zwar stehe die Hygiene zur Zeit bei den Kunden stärker im Fokus „und es werden im Einzelfall auch einige Aufträge mehr erteilt", so Peter Stoll, diese könnten aber die Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten nicht kompensieren.

Hygienemittel weiter lieferbar

Was die Beschaffung von Hygienemittel angeht, so sei das Unternehmen dank langjähriger Beziehungen und fester Lieferketten bisher sehr gut aufgestellt, berichtet Stoll. Im Übrigen seien die internen Organisationsabläufe durch einen betrieblichen Pandemieplan sichergestellt.

Geschäftsführer Peter Stoll - © Thomas F. Starke
Geschäftsführer Peter Stoll (© Thomas F. Starke)

Peter Stoll warnt abschließend vor einer „Epidemie der Angst". Es gebe derzeit keinen Grund, in kollektive Panik zu verfallen. Er erinnert an die reguläre Grippewelle, der pro Jahr Zehntausende von Menschen erliegen würden. Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber rät Stoll, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der staatlichen Stellen genau zu beachten. Im Umgang mit der Pandemie empfiehlt der Unternehmer mehr Ruhe und Besonnenheit.

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