SteinhagenIst der Teuto noch zu retten?

Jonas Damme

Birgit Lutzer und Ernst Niedermeyer laden alle Interessierten zur Podiumsdiskussion ein. - © Jonas Damme, HK
Birgit Lutzer und Ernst Niedermeyer laden alle Interessierten zur Podiumsdiskussion ein. © Jonas Damme, HK

Steinhagen-Amshausen. Obwohl der Winter – gefühlt – ein verregneter war, hegen Experten große Sorgen, dass die Grundwasserreserven nicht ausreichend aufgestockt werden und der Grundwasserspiegel im Altkreis weiter sinkt. Wenn der Sommer ähnlich heiß wird, wie die vorausgegangenen, wären die Pflanzen auf das Wasser dringend angewiesen.

In den Vorjahren hatte die Knappheit bereits besondere Maßnahmen nötig gemacht: Kommunen hatten die Bürger aufgefordert, den vertrocknenden Rasen nicht mehr zu sprengen, Steinhagen hatte zeitweise sogar Wasser nach Halle gepumpt, weil dort die Trockenheit noch extremer war.

Borkenkäfer, Stürme und Pilze setzen dem Baumbestand zu

Im Wald zeigt sich der Klimawandel in besonderer Weise. Borkenkäfer, Stürme und Pilze setzen dem Baumbestand zu. Weite Flächen sind kahl. Förster gehen bereits davon aus, dass in einigen Jahrzehnten so gut wie keine Fichten mehr im Teuto stehen werden. Aber auch die heimischen Buchen leiden zunehmend. Waldbauer Ernst Niedermeyer und Aktionsbündnis-Amshausen-Initiatorin Birgit Lutzer wollen über das drängende Thema informieren. Deshalb haben sie eine öffentliche Podiumsdiskussion organisiert. In der Mensa der Grundschule Amshausen sollen vier Experten debattieren, die die Entwicklung aus unterschiedlichen Warten verfolgen.

Prof. Dr. Karl-Josef-Dietz, Universität Bielefeld. - © Honorarfrei bei Nennung der Quelle
Prof. Dr. Karl-Josef-Dietz, Universität Bielefeld. (© Honorarfrei bei Nennung der Quelle)

Der Steinhagener Professor Dr. Karl-Josef Dietz hat den Lehrstuhl für Biochemie und Physiologie der Pflanzen an der Universität Bielefeld inne. Er wird eingangs wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel referieren. „So wollen wir alle Gäste auf den gleichen Wissenstand bringen", erklärt Birgit Lutzer. „Dann kann wirklich auf Augenhöhe diskutiert werden."

"Es gibt kein klares Konzept"

Mitorganisator Ernst Niedermeyer wird ebenfalls auf dem Podium stehen. Als Forstwirt hat er ein wirtschaftliches Interesse am Teutoburger Wald. „Von den Waldbauerntreffen weiß ich, dass es noch kein klares Konzept gibt, wie man mit der Situation umgehen kann", sagt er. Auch der Amshausener besitzt kahle Flächen, mit denen über viele Jahre kein Geld zu verdienen sein wird. Niemeyer wirtschaftet nachhaltig und ist PEFC-zertifiziert.

Experte für die Frage, wie sich Klima und Wassermangel auch auf heimische Gärten auswirkt, ist Ralf Upmann. Der Gärtnermeister vom Ströhen setzt sich seit Jahrzehnten für einen ökologischen Blick auf die Gärten, Diversität und Nachhaltigkeit ein.

Als vierter Teilnehmer der Diskussionsrunde hat Adalbert Niemeyer-Lüllwitz zugesagt. Der Vorsitzende der Bielefelder Abteilung des BUND vertritt die Ansicht, dass die Natur vieles selbst regeln kann, wenn man sie nur lässt.

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, Vorsitzender BUND-Bielefeld. - © Kurt Ehmke
Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, Vorsitzender BUND-Bielefeld. (© Kurt Ehmke)

Eine Position, der sich zum Beispiel Waldbauer Niedermeyer nicht anschließen will. Er ist weiter auf der Suche nach trockenheitsresistenteren Nadelbäumen, die ihm künftig Erträge sichern sollen. Hoffnungen setzt er zum Beispiel in die in Deutschland eigentlich nicht heimische Douglasie. „Mit jedem Grad Erwärmung wandert die Vegetation 750 Kilometer nach Norden", referiert Niedermeyer aktuelle Forschungsergebnisse. Geht man von einer Erwärmung von mehreren Grad aus, ist der Blick auf die mediterrane Fauna naheliegend.

>Am Freitag, 6. März, werden die vier Experten unter der zentralen Frage „Garten und Wald kämpfen gegen Hitze und Trockenheit. Was können wir tun?" in der Mensa der Grundschule Amshausen diskutieren. Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr.

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