Hilterweg: Landtag schaltet sich in Steinhagener Kreisel-Streit ein

In das langjährige Ringen um einen Kreisverkehr an der Kreuzung Hilterweg/Brockhagener Straße kommt Bewegung. Der Petitionsausschuss des Landtags schlägt einen Kompromiss vor.

Frank Jasper

An der Kreuzung Hilterweg/Brockhagener Straße könnte eine Ampel den Verkehr regeln – irgendwann. - © Sonja Faulhaber
An der Kreuzung Hilterweg/Brockhagener Straße könnte eine Ampel den Verkehr regeln – irgendwann. (© Sonja Faulhaber)

Steinhagen. Nachdem sich Udo Bolte federführend für die SPD mit einer Petition an die Landesregierung gewandt und darin einen Kreisverkehr an der Kreuzung Hilterweg/Brockhagener Straße gefordert hatte, fand Mitte Dezember ein Ortstermin statt. Daran nahmen Vertreter des Verkehrsministeriums, des Landesstraßenbetriebs, des Kreises Gütersloh und der Gemeinde Steinhagen teil.

Jetzt gibt es einen Beschluss von der Landesregierung aus Düsseldorf. Der sieht an der Kreuzung weiterhin keinen Kreisverkehr vor, hält aber eine Ampelanlage für angebracht. Die Reaktion der SPD auf den Vorschlag fasst Karsten Heidemann wie folgt zusammen: „Wir halten einen Kreisverkehr an der Stelle nach wie vor für sinnvoller, betrachten aber eine Ampel als sinnvollen Kompromiss.“ Hildegard Fuest ergänzt: „Auch eine Ampel bremst den Verkehr aus und schafft Sicherheit. Etwa für die Schulkinder, die über diese Kreuzung müssen.“

Zu Stoßzeiten braucht es eine Menge Geduld

Aus dem Schreiben des Landtags wird deutlich, dass aus Sicht des Petitionsausschusses Handlungsbedarf in dem Kreuzungsbereich besteht. Darin heißt es: „Die Lage des Kreuzungsbereichs am Ortseingang mit den umliegenden Nutzungen wie Alteneinrichtung, Kindertagesstätte und Friedhofszufahrt lassen angesichts des bestehenden und sich künftig entwickelnden Verkehrs auf der Ortsdurchfahrt eine gewünschte Beruhigung durch einen Kreisverkehr nachvollziehbar und notwendig erscheinen.“ Bekanntermaßen ist die Brockhagener Kreuzung inzwischen Autobahnzubringer. Zu Stoßzeiten braucht es eine Menge Geduld, um vom Hilterweg überhaupt auf die Straße einbiegen zu können. Das wurde wohl auch den Behördenvertretern beim Ortstermin im Dezember deutlich.

Doch einen Kreisverkehr hatte der Landesstraßenbetrieb bisher rigoros abgelehnt, weil seiner Auffassung nach zu wenig Verkehr vom Hilterweg auf die Kreuzung aufmündet, während auf der Brockhagener Straße deutlich mehr Fahrzeuge unterwegs seien. Eine Ampel, die nach Bedarf geschaltet wird, sei darum die „zukunftssichere Variante“, meint nun der Petitionsausschuss. Er bittet daher die Landesregierung, den Landesstraßenbetrieb mit dem Bau einer Ampelanlage zu beauftragen.

Ampel-Lösung hat positiven Nebeneffekt

Für die Gemeinde Steinhagen hat die Ampel-Lösung einen positiven Nebeneffekt. Bekanntermaßen hatte Steinhagen bereits vorgeschlagen, einen Kreisverkehr auf eigene Kosten bauen zu wollen, wenn die Behörden das Vorhaben erlauben. Zu diesem Zweck werden jedes Jahr vorsorglich 450.000 Euro im Gemeindehaushalt bereitgestellt, um gegebenenfalls bei einer Zusage des Landesbetriebs schnell reagieren zu können. Der entsprechende Beschluss des Gemeinderates bezieht sich ausdrücklich auf einen Kreisverkehr. Die Kosten für die Ampelkreuzung muss jetzt der Landesbetrieb übernehmen.

Wann die Kreuzung dann ausgebaut und mit einer Ampel ausgerüstet wird? Karsten Heidemann vermutet mit Blick auf die bisherige Dauer des Verfahrens und die schwierige Korrespondenz mit den beteiligten Behörden: „Bestimmt nicht dieses Jahr.“

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