Schaeffler-Werk Steinhagen beendet Kurzarbeit – vorerst

Konjunktur scheint wieder etwas anzuziehen, die Gesamtlage bleibt erstmal unverändert.

Jonas Damme

Das Schaeffler-Werk in Steinhagen. - © Jonas Damme
Das Schaeffler-Werk in Steinhagen. (© Jonas Damme)

Steinhagen. Zwischenzeitliches Aufatmen im Schaeffler-Werk an der A 33: Die Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit ist vorerst erledigt. „Zum 1. Februar ist die Kurzarbeit beendet", berichtet Schaeffler-Betriebsrat Jörg Schütze im HK-Gespräch. Im September hatte die Geschäftsleitung die Maßnahme für alle rund 430 Mitarbeiter des hiesigen Werkes eingeführt. Anlass war die schwierige konjunkturelle Situation, unter der die gesamte Branche leidet.

Auch andere Unternehmen im Metallsektor der Region – wie das Wertheraner Unternehmen »Poppe + Potthoff« oder die Bielefelder »Dürkopp Adler AG« – hatten bereits Kurzarbeit eingeführt. Die Agentur für Arbeit hatte im Herbst kalkuliert, dass allein in OWL mehr als 50 Unternehmen betroffen sein könnten. Die Kurzarbeit bedeutet für betroffene Mitarbeiter auch, dass sie auf erhebliche Teile ihres Gehaltes verzichten müssen. Die Unternehmen können unter bestimmten Bedingungen sogenanntes »Kurzarbeitergeld« in Anspruch nehmen.

„Es ist ein Mittel, um Kündigungen zu vermeiden"

Der Betriebsratsvorsitzende hält den Einsatz des Instrumentes für legitim. „Es ist ein Mittel, um Kündigungen zu vermeiden", so Jörg Schütze. Es sei nicht das erste Mal, dass die Arbeitszeiten im Schaeffler-Werk aufgrund des Arbeitsausfalls reduziert werden mussten. Gleichzeitig bedeutet die Beendigung der Kurzarbeit nicht, dass die Arbeit künftig nicht erneut verringert werden muss.

Der Betriebsratsvorsitzende des Steinhagener Schaeffler-Werkes, Jörg Schütze (links), und sein Stellvertreter Andreas Heil. - © Jonas Damme
Der Betriebsratsvorsitzende des Steinhagener Schaeffler-Werkes, Jörg Schütze (links), und sein Stellvertreter Andreas Heil. (© Jonas Damme)

Wenig Neues zu berichten gibt es indes von der angekündigten Kündigungswelle. Im Frühjahr 2019 hatte die Schaeffler-Gruppe bekannt gegeben, deutschlandweit 700 Stellen einsparen zu wollen, davon bis zu 200 in Steinhagen.

Verhandlungen sollen bald aufgenommen werden

Mit der Einsparung will das Management auf Gewinneinbrüche reagieren. In Steinhagen werden unter anderem Schiebemuffen und Gelenklager produziert. Einsatzfelder sind unter anderem Windkraftanlagen, Getriebe und Motoren.

Wie berichtet hat sich der Betriebsrat in den vergangenen Monaten vom renommierten »Info Institut« beraten lassen. Die Saarbrückener Berater sind auf die Unterstützung von Gewerkschaften spezialisiert. Bald sollen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgebervertretern aufgenommen werden. Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass für Steinhagen neue Aufträge generiert werden können. „Ich bin stolz auf die Kollegen, dass im Werk nach wie vor so viel Ruhe herrscht", so Schütze.

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