Mit diesen Carrera-Bahnen fahren sogar Promis wie Günther Jauch

Uwe Pahlkötter hat aus seinem Hobby ein florierendes Geschäft gemacht. Die Carrera-Bahnen, die er baut, haben es schon mehrfach ins Fernsehen geschafft. Das einzige Manko: Für ihn bleibt kaum Zeit zum Spielen.

Jonas Damme

Uwe Pahlkötter posiert vor einer Rennbahn in seinen Firmenräumen in der Amberg-Brennerei an der Bahnhofstraße. In Regalen lagern unzählige Fahrzeuge. Die Digitalisierung hat Carrera vor dem Verstauben gerettet, sagt er. Heute floriert das Geschäft wieder. Fotos: Jonas Damme - © Jonas Damme
Uwe Pahlkötter posiert vor einer Rennbahn in seinen Firmenräumen in der Amberg-Brennerei an der Bahnhofstraße. In Regalen lagern unzählige Fahrzeuge. Die Digitalisierung hat Carrera vor dem Verstauben gerettet, sagt er. Heute floriert das Geschäft wieder. Fotos: Jonas Damme (© Jonas Damme)

Steinhagen. Einmal Ferrari, Lamborghini oder Porsche 911 fahren: Wenn es um Autos geht, wird manch gestandener Erwachsener zum Kind. Aus dieser einfachen Tatsache hat Uwe Pahlkötter ein Geschäft gemacht. Seine Firma »Event-Bahn« lässt jeden Autotraum wahr werden, allerdings in den Maßstäben 1:32 oder 1:24. Die große Nachfrage zeugt davon, dass Pahlkötters Geschäftsidee eine gute war. Mehr als 60 Mal pro Jahr reist er mittlerweile durch Deutschland und Europa, um seine Bahnen aufzustellen. Je nach Anspruch sind die Strecken bis zu 20 Meter und länger. Anfragen kommen von Autohäusern, aber auch für Unternehmensfeiern oder Messestände.

2007 eröffnete Uwe Pahlkötter sein Geschäft an der Bahnhofstraße. „Vorher habe ich schon fünf Jahre von zu Hause aus gearbeitet", sagt er. „Alles fing damit an, dass ich Carrera-Autos über das Internet verkaufte, irgendwann fragte dann ein Autohaus an, ob man auch meine Bahn leihen könnte."

Kleine Flitzer schaffen fast 30 Stundenkilometer

Obwohl die kleinen Rennautos wie Spielzeug anmuten, sind sie doch weit mehr als das. Ähnlich wie auf der echten Rennstrecke haben die Profis etliche Justierungsmöglichkeiten, je nachdem, ob Anfänger oder erfahrene Rennfahrer die Steuergeräte in der Hand halten. „Seit die Bahnen digital sind, können wir zum Beispiel einen halb vollen Tank programmieren", erklärt der Profi. Die Rennwagen führen dann entsprechend schneller, weil leichter, würden aber irgendwann blinken. Steuert der Fahrer dann nicht schnellstens die Boxengasse an, beginnt das Auto zu stottern. „Wir werten auch Rundenzeiten aus, da werden Erwachsene oft richtig ehrgeizig und wollen den Sieger herausfahren."

Wagemutige Überhol- und dreiste Ausbremsmanöver sorgen dafür, dass die Rennen lange spannend bleiben. Und natürlich bleibt das Risiko, dass die Wagen aus der Bahn fliegen, wenn man einmal zu schnell in die Kurve geht. Immerhin schaffen die kleinen Flitzer bis zu 30 Stundenkilometer. Die Tabellen werden natürlich festgehalten, am Ende werden die Pokale verteilt.

Die neue Technologie hat die Carrera-Bahnen vorm Verstauben gerettet, sagt der Premium-Händler. „Seit etwa 15 Jahren sind die Bahnen digital, seitdem gab es noch mal einen richtigen Boom." Jährlich bringt die »Revell Carrera GmbH« neue Sportwagen und Features für die verschiedenen Bahnsysteme auf den Markt. So besitzt sie zum Beispiel Lizenzen, die ihr erlauben, die Wagen aus den großen deutschen Rennserien detailgetreu nachzuarbeiten – jeweils entsprechend der neuen Saison.

Um seine Bahnen aufzubauen, muss sie Uwe Pahlkötter an manchen Wochen direkt von Kunde zu Kunde transportieren. „Wir fahren rund 40.000 Kilometer im Jahr", berichtet er – wohlgemerkt auf der Auto-, nicht auf der Carrera-Bahn.

Seine Aufträge verschlugen ihn bereits bis London und Monte Carlo. Selbst ins Fernsehen haben es seine Rennstrecken schon geschafft. „Letztes Jahr haben wir für eine Folge »Polizeiruf 110« eine 60 Meter lange Bahn durch ein ganzes Haus gebaut", erzählt der Aufsteller. „Die ging gleich durch mehrere Zimmer." In der Folge »Crash« gehörte die Bahn einem spleenigen Millionär.

Ausrüstung für Günther Jauch, Oliver Pocher und Jan Josef Liefers

Auch das Privatfernsehen baute bereits auf die Ausrüstung und die Expertise des Steinhageners, zum Beispiel um Günther Jauch, Oliver Pocher und Jan Josef Liefers in der Promi-Sendung »Das Quiz« gegeneinander antreten zu lassen.

Vier Porsche 911 – teils mit detailgetreuen Werbeaufklebern – warten an der Start- und Ziellinie. - © joda
Vier Porsche 911 – teils mit detailgetreuen Werbeaufklebern – warten an der Start- und Ziellinie. (© joda)

Was für große Jungs großer Spaß ist, ist für Uwe Pahlkötter mittlerweile routiniertes Geschäft. In der früheren Amberg-Brennerei, direkt an der Ecke Bahnhofstraße/Haller Straße, sitzt sein Unternehmen. Neben den mobilen Mietbahnen für Events stehen dort mehrere unterschiedliche Rennstrecken bereit, die für Junggesellenabschiede, Kindergeburtstage und vieles mehr genutzt werden können.

Stellt sich die Frage, ob der Carrera-Profi eigentlich selbst noch mit seinen vielen Rennwagen fährt. „Selten", sagt Pahlkötter – dafür fehle oft einfach die Zeit.

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