Ursprungshof der Steinhagener Brennerdynastie König wird Denkmal

Bauvorhaben rückt altes Ensemble erneut in den Fokus. Nächste Woche wird im Rathaus abgestimmt. Der Landschaftsverband macht klare Vorgaben.

Jonas Damme

Der Hof König am Hilterweg soll ein Denkmal werden. Schutzwürdig sind laut Landschaftsverband das Haupthaus, das Turmhaus, die alte Bruchsteinmauer und der große Park mit Teichen hinter dem Hof.  - © Jonas Damme
Der Hof König am Hilterweg soll ein Denkmal werden. Schutzwürdig sind laut Landschaftsverband das Haupthaus, das Turmhaus, die alte Bruchsteinmauer und der große Park mit Teichen hinter dem Hof.  (© Jonas Damme)

Steinhagen. Die König-Vermögens-Verwaltungs-Gesellschaft will auf dem Grundstück am Hilterweg 100 bauen. Mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser sollen auf dem pittoresken Areal an der Brockhagener Straße entstehen.

Durch den Bauantrag rückt das hinter einer Mauer und Bäumen versteckte Gelände wieder in den Fokus. So entstand auch die Idee, das historische Gebäudeensemble aus Wohnhaus, Turmhaus, Park und Bruchsteinmauer unter Schutz zu stellen. Am kommenden Donnerstag, 23. Januar, wird sich nun der Bauausschuss mit dem Unterschutzstellungsverfahren befassen. Die Baupläne sollen durch den Denkmalschutz nicht beeinträchtigt werden.

Die Abteilung Denkmalpflege des Landschaftsverbandes hat die Maßnahme bereits als »erforderlich« eingeschätzt. Dass die Ausschussmitglieder dem widersprechen ist nahezu auszuschließen, weil in der Denkmalfrage breiter Konsens, auch mit dem Eigentümer, herrscht.

Künftig müssen alle Änderungen beantragt werden

Der Schutz tritt in Kraft, wenn das Ensemble nach Ratsbeschluss in die offizielle Denkmalliste eingepflegt wurde. Von da an müssen alle Änderungen an den eingetragenen Objekten beantragt werden. Die Errichtung neuer Gebäude in der Nachbarschaft darf die bestehenden nicht beeinflussen.

Das König-Wohnhaus wurde zwischen 1938 und 1941 nach Plänen des Bielefelder Professors Paul Griesser errichtet. 1960 wurde es noch einmal erweitert. Am selben Platz befand sich zuvor das ursprüngliche Hofhaus der Familie König aus dem Jahr 1780, das als Ursprung der Brennerdynastie gilt. Ein Giebel wurde erhalten.

Der Turm spiegelt den Heimatstil wieder 

1955 wurde zusätzlich ein Nebengebäude nach Plänen des Architekten Huxohl gebaut. In dessen Turm spiegelt sich nach Einschätzung der Denkmalpfleger der Heimatstil der 1930er Jahre wieder. Die Mauer, die den Park einfriedet, ist nur zum Teil erhaltenswert. Der Park mit dem großen Teich, prägenden Bäumen und einem Bachlauf darf nun ebenfalls nicht mehr verändert werden.

Der Bauausschuss im Saal des Rathauses beschäftigt sich am 23. Januar außerdem mit mit dem B-Plan für das Wohngebiet Amshausener Straße. Um 17.45 Uhr geht es los.

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