Hier wird es sich in Steinhagen im Sommer stauen

Bis zu den großen Ferien will das Rathaus etliche Projekte auf den Weg bringen. Dann rollen die Bagger in allen Ortsteilen an. Schmerzhafte Straßensperrungen werden sich nicht vermeiden lassen.

Jonas Damme

Wenn Straßen NRW die Bahnhofstraße saniert, werden Staus kaum zu verhindern sein. - © Jonas Damme, HK
Wenn Straßen NRW die Bahnhofstraße saniert, werden Staus kaum zu verhindern sein. (© Jonas Damme, HK)
Nach der Frühjahrskirmes wird der Ortskern weiter verschönert. Dann sind der Fivizzanoplatz (Bild) und die Straße Am Markt dran.  - © Jonas Damme
Nach der Frühjahrskirmes wird der Ortskern weiter verschönert. Dann sind der Fivizzanoplatz (Bild) und die Straße Am Markt dran.  (© Jonas Damme)

Steinhagen. Auf Steinhagens Straßen wird man im Sommer merken, dass 2020 ein Wahljahr ist. Am 13. September wird ein neuer Gemeinderat gewählt. „Das bedeutet: Nach den Sommerferien geht politisch nichts mehr", erklärt Stephan Walter. Solange bis sich der Rat und die Ausschüsse neu konstituiert haben, seien politische Entscheidungen nicht möglich. Den Bauamtsleiter setzt die Wahl deshalb unter Druck: Will er nicht bis 2021 warten, muss er seine Projekte im ersten Halbjahr unter Dach und Fach bringen.

Im Baugebiet Amshausen rücken die Bagger an

Entsprechend schnell startet er ins Jahr. Schon am 23. Januar sollen im Bauausschuss die endgültigen Pläne für das Baugebiet Amshausen vorgestellt werden. Sollte nichts dazwischen kommen, könnten sie noch vor dem Sommer beschlossen werden.

In den Ferien würden dann die Grundstücke vergeben. Bereits jetzt gibt es eine lange Warteliste für die 45 bis 50 Einfamilien- und die neun Mehrfamilienhäuser. Die werden nach selbst gesetzten Kriterien verkauft. So werden zum Beispiel junge Familien bevorzugt. „Sollte alles klappen, können wir in den Sommerferien mit der Erschließung beginnen", sagt Stephan Walter. Vermutlich bis zum Jahresende werden die Bagger dann die Baustellenstraßen und das Kanalisationsnetz vorbereitet haben. Im Frühjahr 2021 könnten dann die Häuselbauer starten.

An der Finkenstraße darf abgerissen werden

Wie und wann es mit den umstrittenen Mehrfamilienhäusern der Kreiswohnstättengenossenschaft Halle an der Finkenstraße weiter geht, liegt beim Eigentümer. „Abreißen könnte die KWG sie jetzt schon", erläutert Stephan Walter. Nach seiner Einschätzung sollte der Bebauungsplan dort bis zu den Sommerferien ebenfalls rechtskräftig sein. „Wenn das klappt, könnte der erste Neubau dort ebenfalls in den Sommerferien starten."

Bahnhofstraße: Hauptschlagader wird gesperrt

„Straßen.NRW will im März beginnen", berichtet der Bauamtsleiter vom neuesten Stand der Straßensanierung. Wie berichtet muss das Land die Bahnhofstraße erst in einen guten Zustand bringen, bevor es die Landesstraße an die Gemeinde Steinhagen übergeben darf. Einen reinen finanziellen Ausgleich hatte das Rathaus zuvor abgelehnt. Die erste Sperrung soll nach der Frühjahrskirmes am Kreisverkehr Woerdener Straßen/Bahnhofstraße beschildert werden. Dann werden sich die Baumaschinen Stück für Stück bis zur ehemaligen B 68 hocharbeiten. „Bis zu den Sommerferien soll alles abgeschlossen sein", hofft Walter. Insgesamt kalkuliert Straßen.NRW drei Monate Bauzeit.

ZOB und Bahnhofstraße nicht gleichzeitig

Der ZOB soll ebenfalls erneuert werden. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht den gesamten Ortskern zubauen", thematisiert der Bauamtsleiter eine planerische Sorge. „Der Busbahnhof hängt von der Bahnhofstraße ab, das kann nicht alles parallel laufen. Die Sperrungen müssen wir im Ganzen sehen." Außerdem muss der ZOB so umgebaut werden, dass die Pestalozzistraße zur Grundschule durchgängig offen bleibt. Sollte die Bahnhofstraße pünktlich fertig werden, startet die ZOB-Baustelle im Sommer.

Ortskernverschönerung: Auch im Herz wird es eng

Parallel zur Bahnhofstraßenbaustelle reißt ein Bagger die Straße Am Markt zwischen der Dorfkirche und dem Marktplatz auf. Dieser Schritt der Sanierung startet ebenfalls direkt nach der Frühjahrskirmes am 16. März und soll bis zur Sommerkirmes am 14. August abgeschlossen werden. „Die Planung steht bereits", so Stephan Walter. „Wir müssen jetzt nur noch ausschreiben." Das neue Pflaster im Steinhagener Herz wird zu großen Teilen aus Fördermitteln des Landes NRW finanziert.

Am Marktplatz wird noch mehr abgerissen

Direkt neben dem neuen Ärztehaus am Markt will die Apothekerfamilie Heitland noch ein zweites medizinisches Zentrum aufbauen. Dafür soll das grüne Haus Cronsholl (in dem sich noch das CDU-Büro befindet) weichen. Gekauft haben es die Apotheker bereits. „Der Abriss könnte auch schon im Frühjahr stattfinden", sagt Stephan Walter. „Der Bebauungsplan soll bis Sommer stehen." Lutz Heitland steht bereits in Gesprächen mit Ärzten. Er hatte stets betont, dass er erst dann bauen will, wenn er für alle Praxen Mediziner gefunden habe, die in Steinhagen gebaucht würden.

Erstes Haus im Schlichte-Park nimmt Form an

Das erste Mehrfamilienhaus im Schlichte-Park an der Woerdener Straße soll im Frühjahr fertig werden. Die Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung will in dem mehrstöckigen Gebäude Wohnungen vermieten. Die Pläne für das daneben geplante Hotel sind weitestgehend passé, da die Stiftung bisher keinen interessierten Hotelier finden konnte. Deshalb könnte noch ein zweites Mietshaus gebaut werden. Der Zeitplan ist noch unklar.

Brockhagen bekommt ein Hochregallager

Hörmann will für sein Antriebstechnik-Werk an der Michaelisstraße ein Hochregallager bauen. „Das Unternehmen kann ab den Sommerferien loslegen", plant Bauamtsleiter Walter. Für das Großprojekt waren bereits Bürger und Behörden angehört worden, im Frühling soll es in die verpflichtende Offenlegung gehen. Das Hochregallager soll 24 Meter hoch und 19 Meter breit werden. Es entsteht auf dem jetzigen Parkplatz an der Gütersloher Straße.

Wer darf an Brockhagens Riegestraße ziehen?

Damit auch beim Brockhagener Neubaugebiet im Sommer die Bagger anrollen können, muss noch einiges entschieden werden. „Dort müssen wir noch die Vergabekriterien klären", sagt Stephan Walter. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es in der Politik Debatten darüber gegeben, wie das Wohngebiet an der Riegestraße aussehen soll. „Die Häuslebauer werden aber wohl erst 2021 anfangen können", so Walter.

Viele kleine Aufgaben laufen nebenher

Die Abbiegespur an der Kreuzung An der Jüpke/Bahnhofstraße kommt noch dieses Jahr. Sie soll die Staus am Bahnübergang etwas reduzieren und den Bereich sicherer machen. Außerdem sollen an der Harsewinkeler Straße, an der Friedhofstraße, am Hilterweg und im Brok Fuß- und Radwege gebaut werden.

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