AfD rechnet sich gute Chancen bei Kommunalwahl aus

Die AfD nimmt Anlauf für den Kommunalwahlkampf 2020. Die ersten programmatischen Themen stehen fest. Und auch zum Abschneiden gibt es eine Zielvorgabe.

Frank Jasper

Steinhagen.„Wir sehen unser Wählerpotenzial in Steinhagen irgendwo zwischen sechs und zehn Prozent", sagte Alexander Alt am Montag im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. Nimmt man die Zahlen vergangener Wahlen als Grundlage, handelt es sich dabei um eine durchaus realistische Einschätzung des frisch gewählten Gemeindeverbands-Sprechers. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die AfD in Steinhagen 8,6 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Landtagswahl im selben Jahr waren es 5,9 Prozent.

Alexander Alt ist Sprecher des neu gegründeten Steinhagener AfD-Gemeindeverbandes. In der Steinhagener Politik will er dort weitermachen, wo er als FDP-Mitglied aufgehört hat. - © Sonja Faulhaber
Alexander Alt ist Sprecher des neu gegründeten Steinhagener AfD-Gemeindeverbandes. In der Steinhagener Politik will er dort weitermachen, wo er als FDP-Mitglied aufgehört hat. (© Sonja Faulhaber)

Wie berichtet, hat sich in Steinhagen der erste AfD-Ortsverband im Kreis Gütersloh gegründet. Weitere sollen folgen. Laut Alexander Alt will die AfD auch in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Harsewinkel von 2020 an in der Kommunalpolitik mitmischen. Das Team für Steinhagen zählt aktuell sechs Mitglieder. Es handelt sich mit Ausnahme von Alexander Alt ausschließlich um Politneulinge. „Wir wollen in Steinhagen bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr aber alle 17 Stimmbezirke besetzen", kündigt Alt weiter an.

Die Programmatik für den Kommunalwahlkampf trägt deutlich seine Handschrift. Es handelt sich um jene Themen, die Alexander Alt bereits als FDP-Mitglied im Gemeinderat am Herz lagen. „Wir wollen kritisch auf den Bereich Finanzen blicken", sagt Alt, der in der Vergangenheit Politik und Verwaltung immer wieder einen fehlenden Sparwillen attestiert hatte.

Kritik an Steinhagens Finanz- und Wirtschaftspolitik

Das Steinhagener Klimaschutzkonzept zweifelt er an. „Es ist doch mehr als fraglich, ob man nachhaltige Effekte erzielt, indem man beispielsweise Privatleuten das Anlegen von Steingärten verbietet", so Alt. Nachholbedarf sieht die AfD bei der Gewerbeentwicklung. „Die Autobahn ist jetzt Realität. Nun müssen wir das bestmögliche für die Gemeinde rausholen", fordert Alexander Alt mehr Engagement bei der Ansiedlung von Industrie.

Der Diplom-Verwaltungswirt gibt sich allerdings nicht der Illusion hin, dass die AfD im Falle eines Einzugs in den Steinhagener Gemeinderat von da an gestalterisch mitwirken könnte. Auf Kreisebene habe die AfD bereits Erfahrung mit einer „Abschottungspolitik" der übrigen Fraktionen machen müssen, so Alt. Die ersten Reaktionen aus der Steinhagener Politik lassen kaum Zweifel daran aufkommen, dass das in Steinhagen anders sein würde (siehe Bericht auf dieser Seite).

Auf die zunehmende Radikalisierung der AfD vor allem in deren östlichen Landesverbänden angesprochen, verweist Alexander Alt auf die gute Zusammenarbeit auf Kreisebene und das Parteiprogramm, mit dem er sich identifizieren könne. Er sei sich treu geblieben: „Ich stehe weiterhin für das, wofür ich vorher auch gestanden habe." Alexander Alt war im Januar aus der FDP ausgetreten, weil er sich mit seinem national-liberalen Selbstverständnis dort nicht mehr wiedergefunden habe.

Krawatte als Reminiszenz an Alexander Gauland

Dass er inzwischen in der AfD angekommen ist, verrät auch ein Detail auf dem offiziellen Pressefoto, das die Partei am Wochenende verschickt hatte. Darauf trägt Alexander Alt die so genannte Gauland-Krawatte. Es handelt sich um den zum Markenzeichen gewordenen Lieblingsbinder des ehemaligen AfD-Chefs Alexander Gauland. Seine grüne Lieblingskrawatte mit gelben Hundemotiven trägt Gauland seit mehr als 30 Jahren zu seinen Tweedsackos.

Kreissprecher Johannes Brinkrolf (von links), Alexander Alt (Gemeindeverbandssprecher), MdB Udo Hemmelgarn, Thomas Kleinepähler (Beisitzer) und Erwin Röming (stellvertretender Gemeindeverbandssprecher). Alt trägt die so genannte Gauland-Krawatte. - © AfD Steinhagen
Kreissprecher Johannes Brinkrolf (von links), Alexander Alt (Gemeindeverbandssprecher), MdB Udo Hemmelgarn, Thomas Kleinepähler (Beisitzer) und Erwin Röming (stellvertretender Gemeindeverbandssprecher). Alt trägt die so genannte Gauland-Krawatte. (© AfD Steinhagen)

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