Hammerharter Rock: Diese Band ist auch hinter der Stahltür noch gut zu hören

Seit zwölf Monaten etabliert sich im Florex-Keller ein Stoner-Rock-Quartett. Die vier versierten Musiker von Operation Cherrytree präsentieren handgemachte Musik mit einem Spritzer »Seattle-Attitude«.

Edwin Rekate

Operation-Cherrytree: Gitarrist Daniel (von links), Frontmann Andreas, Drummer Carsten und Bassist Marcus fabrizieren unkonventionellen hammerharten Stoner-Rock. - © Edwin Rekate
Operation-Cherrytree: Gitarrist Daniel (von links), Frontmann Andreas, Drummer Carsten und Bassist Marcus fabrizieren unkonventionellen hammerharten Stoner-Rock. (© Edwin Rekate)

Steinhagen. Sie sind keine Kellerkinder, die vier versierten Musiker, die sich in ihrer momentanen Besetzung vor einem Jahr zusammengefunden haben und unter dem Bandnamen Operation Cherrytree im Souterrain des ehemaligen Florex-Gebäudes hinter einer Stahltür den Lauten machen. „Wir machen was aus dem harten Sektor", beschreibt Sänger Andreas den Sound der Band, deren aktuelles Album »Scum and Honey« beim Plattenlabel Noizgate Records erschienen ist und ebenfalls auf CD oder als mp3-Download erhältlich ist.

„Du musst ja untenrum was haben", sagt IT-Spezialist Marcus und lobt die Klangwirkung seiner Subbassschwingungen, die bei der B-Saite seiner aktiven Bongo-V-String-Bassgitarre mit extrem niedrigen 30,9 Hertz beginnen. Er präzisiert in diesem Satz seinen positiven Standpunkt zur energiereichen Full-Stack-Anlage anno 1991, aus der er pure 750 Watt Ausgangsleistung über vier Zehn-Zoll-Lautsprecher und einem zusätzlichen 40-Zentimeter-Chassis mit akkurat hörbaren Tiefen raushaut.

Ordentlich Wumm produziert auch Gitarrist Daniel. Der ultrafixe Saiten-Architekt fackelt nicht lange und generiert bei seinen Parts sorgfältig differenzierbare Sounds auf seiner vortrefflichen »Gamble« Massivkorpus-Gitarre aus der gleichnamigen Ratinger Gitarrenbauschmiede und nutzt obendrein die hochwertig gewickelten Harry-Häussel-Tonabnehmer aus Burladingen.

Wilder Mix: Psychodelic-Rock trifft Ne-Metal

Daniel illustriert mit Hilfe eines britischen 100 Watt Vintage-Röhren-Verstärkers, von dem es weltweit nur 50 Stück gibt, verbunden mit sechs Zwölf-Zoll-Speakern, bei voller Lautstärke tosende Klanglandschaften. Dazu setzt er Bodeneffekte wie Detonatoren, Verzerrer und Overdrives ein.

Schlagzeuger Carsten – im professionellen Alltag unterrichtet er Mathe, Musik- und Sport – hämmert kraftvoll mit beiden Drumsticks auf Trommelfelle und Becken ein und holt mit durchtrainierter Power das absolute Maximum an Präzision und »Attack« heraus. An dem so famos servierten Hard-Rock-Menü bedient sich Frontmann Andreas – bildlich gesprochen „am Buffet" – und stattet die im Proberaum entwickelten Songs mit spontaner Lyrik aus, die seinen Gesang mit abwechslungsreicher Intonation und emotionalem Biss auszeichnet. Überdies verfeinert Andy das kollektive Setup mit dem virtuosen Spiel seiner Blues Harp.

Die vier Operatoren von Operation Cherrytree starten ihre experimentierfreudigen Songs mal meditativ, mal explosiv. Sie überraschen mit harmonisch-kuscheligen Titeln wie »Blurring Shadow«, kontern mit knallharten Breaks oder wechseln wie bei »Colourful Bird« mit dynamischer Power in progressive Zonen. Sie punkten mit Old-School, krassem Psychodelic-Rock oder extremen Nu-Metall.

Das unkonventionelle Viererspiel, dessen Spektrum laut ihrer Plattenfirma Noizgate Records „von angepissten Shouts über hypnotische Spoken-Word-Einlagen bis hin zur bittersüß-epischen Melodie reicht", tritt auch sehr gern live in der Region auf.

Wer die unkonventionelle Band buchen möchte kann sie unter folgender E-Mail-Adresse erreichen: info@operationcherrytree.com tun.

Das sind Steinhagens Bands

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.