580 Euro pro Tag: Ratsherr kritisiert teures AS-Taxi

Weil das Sammeltaxi mittlerweile viel zu teuer sei, soll ein ehrenamtlich betriebener Bus kommen, fordert Kai Funke per Antrag. Die aktuellen Pläne des Rathauses sehen eigentlich anders aus.

Jonas Damme

In Werther fährt der Bürgerbus schon seit vielen Jahren (Foto). Auch in Borgholzhausen funktioniert das Konzept. Nun liegt in Steinhagen ein Antrag vor. - © Anja Hanneforth
In Werther fährt der Bürgerbus schon seit vielen Jahren (Foto). Auch in Borgholzhausen funktioniert das Konzept. Nun liegt in Steinhagen ein Antrag vor. (© Anja Hanneforth)

Steinhagen. Mitfahrbänke, Anruf-Sammel-Taxi, Gemeindebus und jetzt ein Bürgerbus – alternative Mobilitätskonzepte sind in Steinhagens Politik mittlerweile regelmäßig Thema. Aktueller Stand: Die Verwaltung im Rathaus war beauftragt worden, zu prüfen, ob ein Gemeindebus hier funktionieren kann.

Der Gemeindebus unterscheidet sich kaum vom regulären ÖPNV, wird aber direkt vom Rathaus bezahlt. Deshalb kann er Strecken abdecken, die der Kreis Gütersloh und die BVO derzeit nicht für lohnenswert erachten. Vermutlich wird so ein Gemeindebus aber nicht billig.

Mit einem Antrag an den Gemeinderat bringt der fraktionslose Ratsherr Kai Funke nun auch einen Bürgerbus ins Spiel. Der könnte, wie es bereits in Werther und Borgholzhausen der Fall ist, von ehrenamtlichen Busfahrern bestritten werden. Dadurch wäre er deutlich billiger.

214.000 Euro stehen im Haushalt bereit

Kai Funke kritisiert im Rahmen seines Antrags die hohen Kosten, die das Anruf-Sammel-Taxi bereits erzeugt und die der Gemeindebus zusätzlich auslösen würde. 214.000 Euro sind im Haushalt für das kommenden Jahr derzeit eingeplant, um das Taxiunternehmen, dass das AST anbietet, zu unterstützen. Bricht man die jährliche Summe herunter, kommt man auf mehr als 580 Euro pro Tag, die das Taxiangebot kostet. „Nach Meinung der UWG ist diese Summe nicht tragbar und überzogen", argumentiert das ehemalige CDU-Mitglied, das mittlerweile den Unabhängigen beigetreten ist. Mit den Erfahrungswerten, die in Werther bereits vorliegen, müsse es möglich sein, so Funke, in Steinhagen stattdessen einen deutlich günstigeren Bürgerbus einzurichten. Entscheidend dafür ist, ob sich ausreichend viele Menschen finden, die in ihrer Freizeit Bus fahren wollen und einen Personenbeförderungsschein haben oder erwerben.

Die erste Einschätzung des Bürgermeisters zum Antrag ist deutlich. „Die Gemeinde wird auf keinen Fall das AS-Taxi aufgeben", so Klaus Besser auf HK-Anfrage. Immerhin hatte das Rathaus erst in den vergangenen Wochen mit dem Taxi-Unternehmen Weber nachverhandelt. Wie berichtet hatte der Betreiber den Vertrag zeitweise gekündigt, weil die Finanzierung aus seiner Sicht nicht auskömmlich gewesen sei. Mit mehr als 9.000 Fahrgästen in 2018 ist die Nachfrage nach dem alternativen, subventionierten Taxi-Angebot auf jeden Fall groß.

Ob die Bürgerbus-Idee eine Chance hat, wird sich vermutlich am 28. November zeigen. Dann soll der Antrag auf der Tagesordnung des Ordnungs- und Umweltausschusses auftauchen.

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