Steinhagener muss lernen: Auch stehlen „aus Spaß“ ist strafbar

Das Haller Amtsgericht verurteilt einen jungen Mann aus Steinhagen zu 400 Geldstrafe.

Herbert Gontek

Gericht Symbolbild - © HK
Gericht Symbolbild (© HK)

Steinhagen/Halle. „Aus Spaß" will ein 20-jähriger Steinhagener vor einem Jahr einen gleichaltrigen Bekannten in einer Steinhagener Diskothek bestohlen haben. Gestern musste er sich vor dem Haller Amtsgericht dafür verantworten.

Nach seiner Darstellung ging er morgens gegen 2.30 Uhr nach Hause. Er holte sich seine Jacke aus der Garderobe und nahm noch eine weitere mit, die hinter seiner hing. In der gestohlenen Jacke waren Personalpapiere, Geldbörse und Schlüssel. Vor Gericht gestand der junge Angeklagte die Tat ein und sagte, der habe die Jacke heute noch. Den  Schlüsselbund und die Geldbörse habe er weggeworfen. Ein positives Entwicklungsbild des Angeklagten formulierte der betreuende Sozialarbeiter von dem Angeklagten. Ihm gegenüber habe er die Tat zugegeben und bedauert. Er mache eine Ausbildung und sei sonst nicht auffällig geworden.

"Sie hatten nicht genügend Arsch in der Hose"

Die Staatsanwältin stellte energisch fest, dass er spätestens als er wieder nüchtern gewesen sei, er die Jacke hätte wieder rausgeben müssen. „Aber dafür hatten Sie offenbar nicht genügend Arsch in der Hose". Sie forderte eine Geldstrafe von 400 Euro und die Herausgabe der Jacke und machte dem Angeklagte deutlich, dass er noch mit zivilrechtlichen Forderungen rechnen müsse, da zum Beispiel die Türschlösser im Hause des Bestohlenen ausgewechselt werden mussten.

Der Richter verurteilte ihn zu einer Strafe von 400 Euro und zu einem Schadensersatz von 100 Euro für die Neubeschaffung der Papiere und zur Herausgabe der Jacke.

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