Steinhagen investiert im nächsten Jahr in Klimaschutz und Digitalisierung

Trotz Schulden in Höhe von 24,5 Millionen Euro will die Gemeinde viel Geld in die Infrastruktur der Gemeinde stecken. Vor allem ein Haushaltsposten bindet einen hohen Betrag.

Frank Jasper

Bürgermeister Klaus Besser (links) und Kämmerer Jens Hahn. - © Frank Jasper
Bürgermeister Klaus Besser (links) und Kämmerer Jens Hahn. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Mit 54,98 Millionen Euro ist das Haushaltsvolumen der Gemeinde Steinhagen so hoch wie noch nie. „Das entspricht in etwa dem Umsatz eines mittelständischen Unternehmens", kommentierte gestern Bürgermeister Klaus Besser die Zahl. Zusammen mit Kämmerer Jens Hahn stellte er in einem Pressegespräch den Finanzplan fürs kommende Jahr vor.

Steinhagen hat anhaltend hohe Steuererträge. Das hat allerdings auch dafür gesorgt, dass die Kreisumlage, mit der sich Steinhagen an den Kosten des Kreises Gütersloh beteiligt, auf 21,5 Millionen Euro gestiegen ist. Besser spricht von einem „exorbitanten Anstieg". In weiser Voraussicht hatte die Gemeinde bereits Rücklagen gebildet, um mit dieser Entwicklung umgehen zu können. Gleichwohl hat Kämmerer Jens Hahn ein Defizit ausgerechnet, das im kommenden Jahr bei 3,1 Millionen Euro liegen dürfte.

Trotz Defizits und einem Schuldenstand von 24,5 Millionen Euro soll 2020 kräftig investiert werden. „Es wäre mit Blick auf die nächste Generation fatal, die notwendigen Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz und Gemeindeentwicklung, in Wohnungsbau und neue Mobilität zu unterlassen", so der Bürgermeister. Das meiste Geld, nämlich 8,4 Millionen Euro, fließt in den Bildungssektor. Mit sechs eigenen Schulen ist Steinhagen der größte Schulträger im Nordkreis. An den Bildungseinrichtungen soll vor allem die Digitalisierung im kommenden Jahr vorangetrieben werden. Ein Thema, das darüber hinaus auch in der Gemeindeverwaltung eine Rolle spielt. Im kommenden Jahr soll Geld in die Hand genommen werden, um die Digitalisierung der Verwaltung in verschiedenen Bereichen auszubauen.

Neue Kreditaufnahme geplant

3,5 Millionen Euro werden für den Sportbereich verwendet. Dazu zählen auch die Kosten für das geplante neue Sportzentrum der Sportvereinigung. Allein dafür sind zwei Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt worden, je weitere 500.000 Euro für die Haushaltsjahre 2021 und 2022. Für den Sozialbereich werden ebenfalls 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Ein Thema, das sich quer durch den Haushaltsentwurf zieht, ist der Umwelt- und Klimaschutz. Ob neue LED-Beleuchtung an den Schulen oder die Aufstockung des Personals im Klimaschutzmanagement – Steinhagen stellt in diesem Sektor die Weichen. „Das Bewusstsein der Bevölkerung für diese Themen steigt", ist Klaus Besser überzeugt.

Um die geplanten Investitionen zu stemmen, greift Steinhagen wie in den Vorjahren auf Kredite zurück, was mit Blick auf nach wie vor niedrige Zinssätze vertretbar scheint. Notwendig macht die neuerliche Kreditaufnahme in Höhe von fünf Millionen Euro auch die Tatsache, dass durch den Ankauf von Baugrundstücken in Amshausen und Brockhagen etwa zwölf Millionen Euro Eigenkapital gebunden sind, die also nicht als liquide Mittel zur Verfügung stehen.

Schmutzwassergebühr steigt leicht an

Wichtig für die Bürger: Die Steuersätze in Steinhagen bleiben auch im kommenden Jahr konstant. Die Abfallgebühr und die Regenwassergebühr können sogar leicht gesenkt werden. „Gebührenüberschüsse aus der Vergangenheit machen das möglich", erklärt Bürgermeister Klaus Besser. Nur die Schmutzwassergebühr steigt leicht an: von bisher 2,42 Euro pro Kubikmeter auf 2,62 Euro.

Nach der Vorstellung des Haushaltsentwurfs durch Bürgermeister Klaus Besser am Mittwoch, 13. November, in der Ratssitzung wird der Haushalt in den Fachausschüssen beraten. Am 11. Dezember soll der Gemeinderat den Finanzplan fürs kommende Jahr verabschieden. Vom kommenden Mittwoch an wird das Zahlenwerk auch für alle Interessierten auf der Internetseite der Gemeinde einsehbar sein.

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