SteinhagenAmshausener liefern sich Wortgefecht um KWG-Neubau

SPD-Mitglieder streiten mit Bürgerinitiative über KWG-Vorhaben

Ekkehard Hufendiek

Ortsteilspaziergang: Etwa 30 Teilnehmer starten ihre Besichtigung am Amshausener Feuerwehrgerätehaus und gehen dann bis zum Neubaugebiet Finkenstraße. - © Ekkehard Hufendiek
Ortsteilspaziergang: Etwa 30 Teilnehmer starten ihre Besichtigung am Amshausener Feuerwehrgerätehaus und gehen dann bis zum Neubaugebiet Finkenstraße. © Ekkehard Hufendiek

Steinhagen-Amshausen. Sechs Stationen steuerten die Teilnehmer des ersten Ortsteilspazierganges in Amshausen an, um sich über Erreichtes und Geplantes zu informieren – an einer entfachte sich ein echter Disput. Mit auf den Weg machten sich der Bürgermeister der Gemeinde Klaus Besser, die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Godejohann, der Initiator der Veranstaltung Udo Bolte, die Sprecherin im Bauausschuss der CDU Mechthild Frentrup, die Sprecherin des Aktionsbündnisses Amshausen Birgit Lutzer und weitere Mitglieder sowie interessierte Bürger.

Der Spaziergang startete am Feuerwehrgerätehaus und klang mit der Besichtigung der erst kürzlich feierlich eingeweihten Kita an der Amshausener Straße und einem abschließenden Kaffeetrinken in der Gemeindebegegnungsstätte »Landeplatz« friedlich aus. Zuvor jedoch hatte sich ein heftiges Wortgefecht zu den geplanten KWG-Häusern an der Finkenstraße entzündet, als die Teilnehmer an der vierten Station ihres Weges halt machten: dem Parkplatz an der Finkenstraße. Der ist umgeben von mehreren alten Mehrfamilienhäusern. Hier sollen die alten insgesamt 60 Wohnungen neu entstehen. Zu den dort geplanten Neubauten der KWG bekam jeder Spaziergänger von Udo Bolte eine An- und Draufsicht in Skizzenform ausgehändigt. Die Gegner und Befürworter brachten sich damit in Stellung:

„Die sind uns zu breit ", sagte Birgit Lutzer vom Aktionsbündnis Amshausen. Hildegard Fuest hingegen – Architektin und sachkundige Bürgerin im Gemeinderat der SPD Steinhagen – verteidigte den Neubauplan: „Ich bin begeistert davon", sagte sie. Das, was die Kreis-Wohnstätten Genossenschaft Halle Westfalen geplant habe, sei barrierefrei und sozialverträglich. Sie sehe das Vorhaben der Investorgemeinschaft KWG für Amshausen als Chance.

Widersprüchliche Meinungen in der Nachbarschaft

„Die Bewohner werden ein anderes Lebensgefühl bekommen", versprach sie und berief sich dabei auch auf ein zukunftsträchtiges städtebauliches Konzept. Man klammere sich nicht an die Vergangenheit, wenn man die vorhandenen zehn Baukörper aus den 60er Jahren entferne und durch fünf moderne Wohnblöcke ersetze, deren drei Stockwerke zudem noch durch Fahrstühle miteinander verbunden seien.

Ein direkter Anwohner jedoch widersprach: Er bemängele nicht, dass gebaut, sondern wie gebaut werden soll. Ihm seien die Baukörper zu breit und würden zu viel Schatten werfen. Er warf dem Gemeinderat zudem vor, nicht ernsthaft mit der KWG verhandelt zu haben und wünschte sich mehr Sorgfalt in der Planung. „Es hat keine Bürgerbeteiligung gegeben", sagte er weiter.

Das wiederum empörte offenbar den Bürgermeister Klaus Besser: „Das stimmt so nicht" hielt er vehement dagegen und sprach von einem sehr transparenten und offenen Verfahren. Udo Bolte fügte hinzu, dass von der Idee bis zur endgültigen Aufstellung des Bebauungsplanes eine ungewöhnlich lange Zeit vergangen sei: nämlich fünf Jahre – und das auch wegen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

Mechthild Frentrup von der CDU indes schlug sich auf die Seite der Kritiker: Sie gab zu Bedenken, dass alle Möglichkeiten eine durchgehende Häuserfront zu vermeiden nicht wirklich ausgeschöpft seien. Sie erinnerte an den Vorschlag ihrer Fraktion, die das Anliegen des Aktionsbündnisses Amshausen zu einem Kompromissvorschlag führte. Erst kürzlich stellte sie einen Antrag im Rat der Gemeinde, der einen Flächentausch für die umstrittene Bebauungsfläche beinhaltete. Der Antrag wurde aber mehrheitlich abgelehnt. Ein weiterer Einwand ihrer CDU-Fraktion wird derzeit noch verhandelt: Er sieht vor, wenigstens eine leicht veränderte Giebelausrichtung und eine Erhöhung der Parkflächen von bisher einem Parkplatz pro Wohneinheit auf eineinhalb zu erwirken.

Klaus Besser teilte mit, dass es für die geplanten 60 Wohneinheiten schon jetzt 130 Bewerber gebe. In der übernächsten Bauausschusssitzung Ende November steht der Bebauungsplan erneut zur Diskussion.

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