Perlhuhn ist heimlicher Star der Ausstellung

In der Grundschul-Turnhalle präsentierten die Mitglieder des Rassegflügelzucht- und Gartenbauvereins knapp 230 Hühner, Enten und Tauben. Ein Huhn zog alle Blicke auf sich.

Birgit Nolte

Lea Dieckmann-Tillmann und Dirk Dieckmann widmen sich in ihrer Freizeit der Zucht von Perlhühnern. - © Birgit Nolte
Lea Dieckmann-Tillmann und Dirk Dieckmann widmen sich in ihrer Freizeit der Zucht von Perlhühnern. (© Birgit Nolte)

Steinhagen. Das Perlhuhn hat einen Kopf, den eigentlich nur eine Mutter lieben kann. Und im übertragenden Sinne ist das Lea Dieckmann-Tillmann auch. „Ich finde sie ganz toll. Die Köpfe erinnern mich irgendwie an Dinosaurier", sagt die junge Züchterin mit einem Lächeln auf den Lippen und Stolz in den Augen.

Eines sind ihre Perlhühner auf jeden Fall: ziemlich aufgeregt und ziemlich laut. „Bei uns in der Siedlung könnten wir die Tiere gar nicht halten", erklärt Lea Dieckmann-Tillmann. Deswegen haben ihr Ehemann Dirk Dieckmann, der sie mit dem »Geflügelzuchtvirus« angesteckt hat, eine Parzelle in Brackwede gepachtet. „Das sind alles rundherum Geflügelzüchter. Da beschwert sich dann auch niemand", so das Vereinsmitglied des Steinhagener Rassegeflügelzucht- und Gartenbauvereins.

Ursprünglich stammen die Perlhühner vom afrikanischen Kontinent. „Sie gedeihen aber mittlerweile auch in unserem Klima sehr gut. Tiere sind sehr anpassungsfähig", erläutert Vorsitzender Stefan Sirges und setzt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Beim Menschen ist das anders. Frauen haben ja schon seit 1.000 Jahren kalte Füße."

Andreas Pott gewinnt den Schlichte-Pott

 Mats Orge Sirges (von links), Hanna Röhr, Henri Stern und Andreas Pott freuen sich über ihre Auszeichnungen. - © Birgit Nolte
 Mats Orge Sirges (von links), Hanna Röhr, Henri Stern und Andreas Pott freuen sich über ihre Auszeichnungen. (© Birgit Nolte)

15 Züchter, davon fünf Jugendliche, präsentieren knapp 230 Tiere in der Turnhalle der Grundschule Steinhagen. Die Preisrichter Gregor Bextermöller (Jugendgruppe, Hühner und Tauben), Markus Schlangenotto (Tauben) und Jens Dopheide (Enten, Gänse und Hühner) nehmen die Bewertungen vor.

Gleich viermal vergibt das Trio die Note vorzüglich, nämlich an Frank Stern für seine Kölner Tümmler, Andreas Pott für seine Zwerg-Wyandotten, Holger Stern und seine Zwerg Plymouth Rock und den Nachwuchszüchter Henri Stern und seine Zwerg Plymouth Rock. Zur Erinnerung an den Gründer Robert Schlichte, der den Verein 1899 auf den Weg brachte, wird bei der Ausstellung immer der Züchter mit dem besten Tier der Schau mit einem besonders stattlichen Pokal geehrt.

Bei diesem Verfahren spielt Glück eine große Rolle. Alle Namen der »Vorzüglich«-Züchter kommen in einen Lostopf. Der stellvertretende Bürgermeister Udo Bolte zieht den Gewinner: Der Pott geht an Andreas Pott, der sich zudem genauso über einen Landesverbandsehrenpreis freut. Der geht auch an Frank Stern und in der Jugendabteilung an Henri Stern. Über Kreisverbandsehrenpreise freuen sich Hans-Wilhelm Lindert, der Süddeutsche Weißschwänze, Andre Steinkröger, der Laufenten und Holger Stern, der Zwerk Plymouth Rock präsentiert.

Perlhühner außer Konkurrenz in der Ausstellung dabei

Mit Gemeindeehrenpreisen werden Stefan Sirges für seine Antwerpener Snerle, Hans Wilhelm Lindert für seine Appenzeller Zwerg-Barthühner und Uwe Hartmann für seine Lockentauben ausgezeichnet. In der Jugendgruppe ist Henri Stern gleich zweimal erfolgreich: Neben dem Landesverbandsehrenpreis heimst er für seine Kölner Tümmler den Kreisverbandsehrenpreis ein. Für ihre Zwerg Vorwerk bekommt Hannah Röhr den Gemeindeehrenpreis und den Vereinsehrenpreis Mats Orge Sirges für seine Zwerg Brahma.

Zlatana Littek und Enkelin Laura bewundern die lustig gewachsenen Zierkürbisse. - © Birgit Nolte
Zlatana Littek und Enkelin Laura bewundern die lustig gewachsenen Zierkürbisse. (© Birgit Nolte)

Mit 50 Nummern etwas überschaubar bleibt der Gartenbaubereich. „Das ist wetterbedingt", so Ausstellungsleiter Uwe Hartmann. „Der Sommer war zu trocken." Das, was bei der Ausstellung zu sehen ist – darunter Tomaten, Kürbisse, Nüsse und Äpfel – ist jedoch preiswürdig. Für seine Roten Boskop bekommt Lukas Hövelmann den Gemeindeehrenpreis und einen Pokal. Beim Gemüse freuen sich Werner Seidel über den Gemeindeehrenpreis und Frank Kieserling über den Pokal.

Für die Perlhühner ist dieses Mal noch kein Pokal drin. „Wir zeigen die Tiere außer Konkurrenz, denn mit dieser Rasse fangen wir gerade erst an", erklärt Lea Dieckmann-Tillmann.

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