Ist das die Erfolgsformel gegen den Klimawandel?

Die Steinhagener Biologin Cora Brandt hat auf 184 Seiten ihre Erkenntnisse zur Klimakrise zusammengetragen. Nach Meinung der Autorin gibt es nur eine Lösung, um die Erderwärmung wirksam zu stoppen.

Anke Schneider

Biologin aus Leidenschaft: Cora Brandt erklärt in ihrem Buch, warum Bäume das Klima retten können. - © Anke Schneider
Biologin aus Leidenschaft: Cora Brandt erklärt in ihrem Buch, warum Bäume das Klima retten können. (© Anke Schneider)

Die Steinhagener Biologin Cora Brandt hat auf 184 Seiten ihre Erkenntnisse zur Klimakrise zusammengetragen. Nach Meinung der Autorin gibt es nur eine Lösung, um die Erderwärmung wirksam zu stoppen.

Steinhagen. Der Klimawandel ist in aller Munde. Für Cora Brandt ist er schon lange Thema. Vier Jahre lang hat sie ein Buch zum Thema Klimawandel geschrieben, hat lange recherchiert und erstaunliche Tatsachen zutage gefördert. In dem Moment, als ihr Buch erschien, setzte sich ein junges Mädchen in Stockholm für das Klima vor das Verwaltungsgebäude der Stadt und trat eine Lawine los. „Das wurde auch Zeit", sagt Cora Brandt, die schon längst nicht mehr von einem Klimawandel spricht, sondern von einer Klimakrise.

„Die Umwelt war immer schon mein Thema", sagt Cora Brandt. Schon vor mehr als 50 Jahren gründete sich der »Club of Rome«, ein Zusammenschluss von Experten aus mehr als 30 Ländern, der sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt. Kurz vorher war ein Buch der Biologin Rachel Carson mit dem Titel »Silent Spring« erschienen. „Carson schrieb schon damals, dass hier bald keine Vögel mehr singen werden, wenn wir so weitermachen", erzählt Cora Brandt. „Das hat mich so berührt, das ist mein Thema geblieben."

»Menschheit hat vor 6.000 Jahren falschen Weg eingeschlagen«

2014 begann Cora Brandt zu schreiben. Der erste Teil ihres Buches widmet sich der Frage, wer den Klimawandel verursacht hat. „Ganz klar die Menschen, und zwar schon von der Steinzeit an", so die Theorie von Cora Brand. Vor 6.000 Jahren habe die Menschheit den falschen Weg eingeschlagen. Aus Jägern und Sammlern wurden Bauern, die Tiere hielten und Wälder abholzen für ihre Viehweiden. Die ersten Wüsten entstanden. Als man sich mit den Flächen ins Gehege kam, begannen die Kriege. „Das hat es bis dahin nicht gegeben", sagt die Autorin.

Mit der Landwirtschaft stieg der Ausstoß der klimaschädlichen Gase – bis heute. Zwischendurch gab es kleine Eiszeiten, die zum Beispiel mit der justinianischen Pest im sechsten Jahrhundert nach Christus zusammenfielen, die ein Drittel aller Menschen dahinraffte. Die Seuche gilt als die größte antike Epidemie Europas. „Weniger Menschen – weniger CO2", folgert Cora Brandt.

Der nächste Teil widmet sich dem einzigen Lebewesen, das in der Lage ist, das Klima abzukühlen. „Es sind die Bäume", so die 74-Jährige. Sie können nicht nur CO2 binden und ihre Umgebung abkühlen, sie transportieren auch das Wasser ins Inland. „Der Wind kann die Wolken nur 600 Kilometer weit ins Land treiben – mehr nicht", sagt Cora Brandt.

Dass es auch im Inland regnet, verdanken wir den Bäumen, die nicht nur Wasser aus dem Boden aufnehmen, sondern es auch aus den Blättern verdunsten lassen. Wer wissen will, ob Bäume das Klima tatsächlich abkühlen können, müsse im Sommer nur in den Wald gehen. Für solch angenehme Temperaturen, die hier auch bei mehr als 30 Grad herrschen, könne kein Sonnenschirm sorgen.

Im letzten Teil beschreibt Cora Brandt erfolgreiche Projekte an und in den Wüsten der Erde. Es gibt verschiedene Ansätze, tote Gebiete wieder zu begrünen. Die Autorin beschreibt nicht nur, welche Methoden funktionieren, sondern auch warum. Einen großen Platz in ihrem Buch hat auch die aufkommende Agro-Forstwirtschaft. „Agrar- und Forstwirtschaft in einem", erklärt Cora Brandt. Bauern pflanzen dabei auf ihre Felder Bäume, die das Getreide beschattet und verhindert, dass der schwarze Boden sich übermäßig aufheizt. „Man kappt dabei die seitlichen Wurzeln, so dass die Bäume gezwungen sind, in die Tiefe zu wurzeln", sagt die Steinhagenerin. „Dann nehmen sie der Saat nicht das Wasser weg." Und eine zusätzliche Bewässerung werde ebenfalls überflüssig.

Einnahmen aus 
CO2-Steuer in 
Bäume investieren

„Alle reden vom CO2, aber niemandem ist klar, dass Bäume das lokale Klima wirklich abkühlen können", so Cora Brandt. „Ich glaube, dass Bäume noch viel mehr können, als wir ahnen", sagt sie. Beim Stichwort CO2-Steuer lächelt sie und sagt, dass man alles gutheißen müsse, was dem Klima helfe. CO2 reduzieren reiche aber nicht, das werde das Klima nicht abkühlen. „Besser wäre es, wenn man die Einnahmen als Baumprämie wieder ausschüttet um Anreize zum Pflanzen zu schaffen", so ihre Erfolgsformel.

Das Buch der Steinhagener Biologin trägt den Titel »Wüsten, Krieg und Klima-Krise – Zusammenhänge und Lösungswege«. Untertitel: Wie Bäume Wüsten begrünen, das Klima verbessern und Frieden bringen können. Wer mehr wissen möchte, kann sich auf der Internetseite www.cora-brandt.de umschauen. Telefonisch zu erreichen ist Cora Brandt unter der Nummer  (0 52 04) 9 36 95 94.

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