Die jüngste Standesbeamtin im Kreis arbeitet in Steinhagen

Traumjob: Annika Eilers ist die neue Frau im Steinhagener Trauzimmer. Auch wenn sie erst 22 Jahre alt ist, geht sie nicht unvorbereitet in ihre erste Vermählungszeremonie. Doch welches Paar ist das erste, das von der jungen Frau getraut wird?

Jonas Damme

Neuer Arbeitsplatz: Annika Eilers ist die neue Standesbeamtin. Dazu gratulieren die Kolleginnen Martina Hartsieker und Uta Möller sowie Bürgermeister Klaus Besser. Foto: Jonas Damme - © Jonas Damme
Neuer Arbeitsplatz: Annika Eilers ist die neue Standesbeamtin. Dazu gratulieren die Kolleginnen Martina Hartsieker und Uta Möller sowie Bürgermeister Klaus Besser. Foto: Jonas Damme (© Jonas Damme)

Steinhagen. „Sie hat die Lizenz zum Trauen", fasste Bürgermeister Klaus Besser Annika Eilers neue Qualifikation beim kleinen Pressetermin im Rathaus zusammen. Die junge Verwaltungsfachfrau kam recht überraschend zu ihrer neuen (Teil-)Stelle.

Weil Erwin Rellmann, Standesbeamter und stellvertretender Ordnungsamtsleiter, zum Jahresende in den Ruhestand geht, braucht das Rathaus eine neue Kraft. Immerhin haben Standesbeamte einen ganzen Strauß Aufgaben: Sie nehmen nicht nur die Trauungen vor, sondern sind auch die Einzigen, die Geburts- und Sterbeurkunden ausfüllen dürfen oder das Personenstandsregister pflegen.

Hochkonjunktur im Trauzimmer

Und für die Standesbeamten gibt es derzeit viel zu tun. „2018 war das absolute Rekordjahr, was Hochzeiten angeht", erklärt Annika Eilers neue Kollegin Uta Möller. Respektable 125 Hochzeiten seien im vergangenen Jahr in der Gemeinde gefeiert worden, davon allein 30 im August. Hochkonjunktur für die Damen und Herren des Trauzimmers.

Warum es zu den vielen Eheschließungen kam, dazu hat Klaus Besser eine Theorie. „Die Kinder der Babyboomer heiraten jetzt", hat er ausgerechnet. Die Menschen, die in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurden, haben zum Großteil in den 1980er Jahren ihre Kinder zur Welt gebracht, die seien nun wiederum im Heiratsalter.

Der gute Ruf überzeugt

Die Demografie ist aber nicht der einzige Grund: Seit einigen Jahren werde das Steinhagener Standesamt zunehmend auch von Paaren aus anderen Kommunen gebucht, weil es hier nicht so schwer sei, einen Termin zu bekommen und sich die Beamtinnen – nach eigener Aussage – viel Zeit für die Zeremonie nehmen. Das im vergangenen Jahr stilvoll renovierte Trauzimmer trägt aber sicher auch seinen Teil zum guten Ruf bei.

„Fürs kommende Jahr haben wir schon wieder viele Reservierungen", ergänzt Uta Möller. Viel zu tun also, für die junge Standesbeamtin. Erst 2015 hatte Annika Eilers ihre Ausbildung im Steinhagener Rathaus begonnen. Dass die Kolleginnen sie für die Stelle vorschlagen, hatte die gebürtige Steinhagenerin deshalb auch nicht vermutet. „Das ist natürlich ein großer Kontrast zu meiner bisherigen Arbeit beim Ordnungsamt", so Eilers. Dort hätten bekanntlich nicht alle Kunden solch angenehme Gründe für ihr Erscheinen. „Ich musste nicht lange überlegen, das ist wirklich eine der schönsten Stellen hier.

Welches Paar ist das erste?

In den vergangenen Monaten durfte Annika Eilers den Standesbeamtinnen Uta Möller und Martina Hartsieker über die Schulter schauen. Außerdem absolvierte sie eine mehrwöchentliche Weiterbildung in der einzigen deutschen »Akademie für Personenstandswesen« in der Nähe von Fulda.

Am Montag bekam sie nun vom Bürgermeister die Urkunde überreicht, mit der sie nun tatsächlich Menschen verheiraten darf. Ihre erste Trauung wird vermutlich in den kommenden Wochen stattfinden. Noch steht der Termin nicht – wer also das erste Paar sein möchte, dass sich von der vermutlich jüngsten Standesbeamtin des Kreises vermählen lassen will, der hat jetzt die Chance dazu.

Info

Keine Trauungen mehr im Heimathaus

Trauungen sind nur an eigens dafür eingetragenen Orten möglich. In Steinhagen waren das bisher das Trauzimmer im Rathaus, das Historische Museum und das Heimathaus. Der dritte Ort ist nun allerdings von der Liste gestrichen worden, wie der Bürgermeister erläuterte. Einerseits sei das Heimathaus kaum nachgefragt gewesen, andererseits sei es viel Aufwand gewesen, die Räume herzurichten und nach der Zeremonie wieder auf und zurück zu räumen.

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