Birgit Lutzer mischt die Steinhagener Politk auf: Was treibt sie an?

Die Amshausenerin hat ein Aktionsbündnis gegründet, betreibt einen Steinhagen-Blog und lädt zu politischen Diskussionsrunden ein.

Frank Jasper

Birgit Lutzer mischt sich ein und mobilisiert für ihre Themen. - © Xenia Peltekis
Birgit Lutzer mischt sich ein und mobilisiert für ihre Themen. (© Xenia Peltekis)

Steinhagen-Amshausen.Die sozialen Netzwerke und ihr eigener Internetblog sind das Parkett, auf dem sich Dr. Birgit Lutzer souverän bewegt. Gerade hat sie wieder einen Text verfasst, in dem es um eines ihrer derzeitigen Lieblingsthemen geht: die geplanten Neubauten der KWG in der Finkenstraße, die aus ihrer Sicht viel zu wuchtig dimensioniert sind (auch das Haller Kreisblatt berichtete ausführlich). In Lutzers Artikel wird eine in Steinhagen herrschende Wohnungsnot angezweifelt. Nebenbei bekommt die Ratsmehrheit aus SPD und Grünen ihr Fett weg. In den sozialen Netzwerken wird der Text bereits diskutiert. Damit hat Birgit Lutzer die Diskussion um die KWG-Bauten einmal mehr befeuert.

In der Regel hat die 52-jährige Journalistin, die für Unternehmen aus Industrie und Maschinenbau die Öffentlichkeitsarbeit erledigt, in den digitalen Resonanzräumen freie Bahn. Denn Vertreter fast aller Steinhagener Parteien halten sich aus Diskussionen auf Internetplattformen lieber heraus. Anders verhält es sich im analogen Leben. In den politischen Ausschüssen sitzt Lutzer, die sich selbst als „politisch aktive Bürgerin" bezeichnet, lediglich als Beobachterin hinten im Zuschauerraum. Doch das soll sich ändern.

Kommunalwahl: »Ich strebe ein Ratsmandat an«

Denn die studierte Literaturwissenschaftlerin will in die Politik. „Ich strebe ein Ratsmandat an", teilt sie auf HK-Nachfrage mit. Sie möchte bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr – und hier wird es etwas kompliziert – als parteilose Kandidatin für eine Partei antreten. „Auf diese Weise bewahre ich meine Eigenständigkeit, kann mich aber trotzdem in einer Partei einbringen", erläutert die Amshausenerin. Und natürlich stehen die Chancen mit einem Listenplatz einfach besser.

Noch hat Birgit Lutzer keine politische Heimat gefunden. Ihr Engagement in der UWG währte nur kurz. Wegen „unüberbrückbarer Differenzen", verließt sie die Unabhängigen im November 2018. „Ich schaue jetzt einfach mal, wo es möglichst viele politische Gemeinsamkeiten gibt. Dabei stehen die Themen Bauen und Umwelt im Fokus", teilt sie mit. „Außerdem liegt mir Amshausen natürlich besonders am Herzen. Einfach weil ich hier mit meiner Familie wohne. Hier liegen die Themen auf der Straße", sagt Birgit Lutzer.

Auf der Amshausener Straße zum Beispiel. Dort kämpft sie schon länger gegen Raser und hat dafür etliche Mitstreiter aus ihrem Ortsteil um sich geschart. Lutzer ist eine Einzelkämpferin und trotzdem nicht allein. Dass sie Menschen mobilisieren und zusammenbringen kann, dürfte ein Argument sein, mit dem sie sich bei den Steinhagener Parteien ins Spiel bringt.

»Frischer Wind« weht Kontrahenten auch mal ins Gesicht

Aktuell nimmt Lutzer an Fraktionssitzungen der FDP und der CDU teil. Für eine Mitarbeit bei der SPD und den Grünen gebe es indes keine Basis, wie sie mitteilt. Daran dürfte der schwelende Konflikt um die KWG-Neubauten nicht ganz unschuldig sein. Ebenso Lutzers Kommentar zur Besetzung des Wahlausschusses, in dem sie der SPD unlängst gewohnt öffentlichkeitswirksam „undemokratisches Verhalten" vorgeworfen hatte. Auch eine Rückkehr zur UWG, obwohl sich diese personell neu aufgestellt hat, schließt sie aus.

Wo auch immer Birgit Lutzer einsteigt, sie will „frischen Wind" mitbringen. Dass der Kontrahenten auch mal ins Gesicht weht – davon konnten sich einige politische Akteure in Steinhagen angesichts des angriffslustigen Politikneulings bereits ein Bild machen. Dem überzeugten Heavy-Metal-Fan Lutzer dürfte relativ egal sein, ob nach einem Sturm die Frisur noch sitzt. „Mir ist einfach wichtig, dass für die Gemeinde Steinhagen etwas Sinnvolles herauskommt", erklärt die politisch aktive Bürgerin.

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