Hündin Lotta flüchtet von Steinhagen bis ins Ruhrgebiet

Ein Hütehund-Mischling ist ausgebrochen. Im Juni hat Besitzerin Daniela Teschner das Tier zuletzt gesehen. Nun wurde es in Mülheim an der Ruhr gesichtet. Gefangen ist der Streuner damit aber noch lange nicht

Jonas Damme

Ausgebrochen: Seit mehr als zwei Monaten ist der fünfjährige Hütehund-Mischling Lotta schon auf der Flucht. Mittlerweile wohl im Ruhrgebiet. - © Daniela Teschner
Ausgebrochen: Seit mehr als zwei Monaten ist der fünfjährige Hütehund-Mischling Lotta schon auf der Flucht. Mittlerweile wohl im Ruhrgebiet. (© Daniela Teschner)

Steinhagen. Rund 160 Kilometer sind es von Steinhagen nach Mülheim an der Ruhr – auf der A 2! Mischling Lotta dürfte in den vergangenen zwei Monaten noch etliche Kilometer mehr zurückgelegt haben, um ins Ruhrgebiet zu gelangen.

Die Geschichte ihrer Flucht beginnt am 19. Juni. Damals war sie Pflegerin Daniela Teschner davon gelaufen. Die wusste bereits, dass sie es mit einem schwierigen Tier zu tun hat. Teschner ist so etwas wie eine »Hundeflüsterin«. Die 36-Jährige ist auf Vierbeiner mit schwerem Schicksal spezialisiert.

„Lotta wurde aus Rumänien gerettet", berichtet die Steinhagenerin. Dort hatte sie unter schlimmsten Umständen auf der Straße gelebt, war mehrfach der Tötungsstation entronnen. Über den Tierschutz kam die fünfjährige Hündin schließlich nach Deutschland, in eine Bielefelder Pflegestelle. „Auch von dieser ersten Pflegestelle ist sie weggelaufen", weiß Teschner. Schon damals hatte sie wohl mehrere hundert Kilometer zurückgelegt. Daniela Teschner suchte sie. In Harsewinkel konnte sie sie schließlich aufgreifen.

„Sie hat gar kein Vertrauen zu Menschen"

Seitdem lebte der Mischling bei der Steinhagenerin. „Sie hat gar kein Vertrauen zu Menschen", so die Expertin. Am 19. Juni hielt es die Ausreißerin offenbar erneut nicht aus. Ohne dass Daniela Teschner es verhindern konnte, lief sie davon, tauchte auch in den Folgetagen nicht wieder auf.

Mit Hilfe eines großes Netzwerkes von Tierfreunden verfolgt die Pflegerin seitdem ihre Odyssee via Handy und Facebook. Lotta ist mittlerweile gechippt und damit eindeutig zu identifizieren. Sie soll beispielsweise nahe Münster gesehen worden sein, später dann in Bochum, Dortmund und nun – am Mittwochmorgen – in Mülheim. Wie sie sich aus dem Müll ernähren kann, weiß die Hündin bereits aus ihrer langjährigen Erfahrung in Osteuropa.

Einfangen konnte das Tier noch niemand. Daniela Teschner appelliert sogar explizit, Lotta nicht zu jagen. „Sie ist ein Panikhund!", so die 36-Jährige. Würde sie gejagt, renne sie über weite Strecken kopflos davon, schlimmstenfalls sogar vor ein fahrendes Auto. Gerade im dicht besiedelten Ruhrgebiet sei das ein großes Risiko.

Und wie soll der Streuner dann gefangen werden? Teschner sieht nur zwei Chancen. Die Einfachere: Jemand schafft es, den Hütenhund-Mix im Garten einzusperren und sie zu verständigen. Die Alternative: „Eine Distanznarkose." Sie habe einen Freund, der sich darauf verstünde, wilde und flüchtende Hunde mit einem Betäubungsmittel zu schießen. Doch das alles setzt voraus, dass sich Lotta erstmal längerfristig an einem Ort aufhält.

Neben der Verfolgung hat die »Jagd« in den Sozialen Meiden übrigens noch einen anderen Erfolg. Viele Menschen sind auf Lotta aufmerksam geworden. Einige haben sich sogar schon bereiterklärt, sich um das Tier zu kümmern, wenn es denn eingefangen ist. „Ich habe schon viele tolle Angebote, wo sie künftig leben könnte."

Wer zu Daniela Teschners Suche etwas beitragen kann, erreicht sie unter 01 73/5 36 00 97.

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