Junge Zahnärzte schenken Madagaskar ein Lächeln

David Stark studiert Zahnmedizin im achten Semester. Jetzt ist der gebürtiger Steinhagener zusammen mit Kommilitonen zum Hilfseinsatz in eines der ärmsten Länder der Welt gereist.

Frank Jasper

Julian Runge (von links), David Stark und Etienne Krohmann - © David Stark
Julian Runge (von links), David Stark und Etienne Krohmann (© David Stark)

Steinhagen/Antananarivo. Zahnarzttermine werden hierzulande gerne als lästige, weil mitunter schmerzhafte Pflichtveranstaltung, verteufelt. In anderen Ländern sind die Menschen froh, wenn sie überhaupt die Möglichkeit für eine Behandlung erhalten. Sie nehmen lange Wege auf sich und kratzen ihre Ersparnisse zusammen, um einen Arzt zu treffen. „Da geht es nicht nur um ein bisschen Zahnschmerzen, sondern um eitrige Abszesse im Kiefer mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen", erzählt David Stark. Der Student der Zahnmedizin ist für fünf Wochen nach Madagaskar gereist, um die Bevölkerung zahnmedizinisch zu versorgen.

Das Gesundheitssystem in dem Inselstaat vor der afrikanischen Südostküste ist mit dem unserigen nicht zu vergleichen. „Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Kosten für eine Behandlung im Krankenhaus entsprechen dort schnell mal einem Monatseinkommen", sagt David Stark.

Der 25-Jährige hat nach der Grundschule Amshausen das Bodelschwingh-Gymnasium in Bethel besucht und dann sein Studium der Zahnmedizin an der Universität Münster begonnen. Inzwischen ist er im achten Semester. „In den vorherigen Semesterferien haben ich bereits Praktika bei Zahnärzten in der Umgebung gemacht. Von älteren Kommilitonen habe ich dann von den Möglichkeiten eines Auslandseinsatzes erfahren", berichtet David Stark. Möglich macht das der Verein Dental Volunteers, der weltweit schwerpunktmäßig in medizinisch unterversorgten Ländern zur Förderung der Zahnmedizin beiträgt.

1.500 Ampullen Betäubungsmittelim Gepäck

Zur Delegation von David Stark gehören seine Mitstudenten Julian Runge und Etienne Krohmann sowie der approbierte Zahnarzt Amir Marouf. Für die Jungmediziner ist der Einsatz eine gute Gelegenheit, über den universitären und klinischen Behandlungsrahmen hinaus Erfahrungen fernab der Routine und Normalität des deutschen Klinikalltag zu sammeln.

Der Einsatz beginnt heute in der Hauptstadt Antananarivo. „Dort werden wir noch unter relativ guten Bedingungen in der deutsch-madagassischen Gesellschaft tätig sein. Wir haben dort einen Behandlungsstuhl, was nicht selbstverständlich ist", berichtet David Stark kurz vor dem Abflug nach Madagaskar. Zudem wird das Team umliegende Kinderheime und Schulen besuchen, um die Kinder über Mundhygiene aufzuklären.

Danach folgt eine Reise in den Süden des Landes nach Tulea. „Dort werden wir unter einfachsten Bedingungen arbeiten. Das kann auch mal im Hühnerstall oder draußen unter Planen sein", so Stark. Er geht davon aus, dass bis zu 40 Patienten pro Tag behandelt werden. „Wir haben für die Einsätze bereits Sponsoren gefunden, die uns zum Beispiel mit Handschuhen und Medikamenten unterstützen, aber auch Dinge wie Insektenschutzmittel und andere wichtige Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung stellen. Wir bringen allein 1.500 Ampullen Anästhetikum mit." Flug und Unterkünfte zahlen die Ehrenamtlichen fast vollständig aus eigener Tasche.

Wer die Initiative unterstützen möchte, erfährt mehr über die Arbeit von Dental volunteers auf deren Internetseite. Dort ist auch ein Spendenkonto angegeben.

www.dental-volunteers.com

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