Vorstand versendet Hilferuf: „Es geht um den Fortbestand des Pferdesportvereins“

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Pferdesportvereins appelliert der Vorstand an seine Mitglieder, sich stärker einzubringen.

Frank Jasper

Das Reitsportzentrum am Postweg: Damit hier auch in Zukunft Reitsportveranstaltungen von Format stattfinden können, müssen sich nach Aussage des Vorsitzenden Lars Kampmann mehr Vereinsmitglieder engagieren. - © Christian Mathiesen
Das Reitsportzentrum am Postweg: Damit hier auch in Zukunft Reitsportveranstaltungen von Format stattfinden können, müssen sich nach Aussage des Vorsitzenden Lars Kampmann mehr Vereinsmitglieder engagieren. (© Christian Mathiesen)

Steinhagen. Die Steinhagener Reitertage und damit das Großereignis im Veranstaltungskalender des Pferdesportvereins (PSV) Steinhagen-Brockhagen-Hollen sind vorbei – Zeit, die nächsten Herausforderungen in den Blick zu nehmen. Und die haben es in sich. In dem rund 640 Mitglieder zählenden Verein stehen gravierende personelle Veränderungen an.

„Die Reitertage haben gezeigt, dass die Arbeit immer auf den selben Schultern lastet. Das muss sich ändern. Der ganze Verein muss an einem Strang ziehen", erklärt der Erste Vorsitzende Lars Kampmann im HK-Gespräch einige Tage nach der Versammlung, zu der die Presse nicht eingeladen war. Doch es sei schwierig, Leute zu finden, die Verantwortung übernehmen wollen. Genau die seien aber nötig, um Großveranstaltungen im Reitsportzentrum auch künftig überhaupt auf die Beine stellen zu können.

„So kann es nicht weitergehen"

Diese Erkenntnis mag auch die dringlichen Worten erklären, mit denen sich der Vorstand bereits in der Einladung zu der Versammlung an seine Mitglieder wendet. „Besonders die Tage direkt vor und nach dem Turnier haben den Vorstand stark an seine Grenzen gebracht", heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder und weiter: „So kann es nicht weitergehen! Wir brauchen dringend Verstärkung." Auch für die anstehenden großen Turniere müssen sich aus Sicht des Vorstandes mehr Personen finden, die Verantwortung übernehmen. Dann wird der Tonfall alarmierend: „Es geht um den Fortbestand unseres Vereins!"

Auf der Mitgliederversammlung teilte die Vereinsspitze außerdem mit, dass der Zweite Vorsitzende, Peter Pixa, im Herbst sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegen möchte. Auch die Geschäftsführerin Brigitte Justus will kürzer treten und nur noch den Stallbereich betreuen. Damit werden auf einen Schlag zwei der wichtigsten Vorstandsposten vakant.

Vorsitzender Lars Kampmann will sich auf der Jahreshauptversammlung im November zur Wiederwahl stellen, ist aber offenbar unter einigen Mitgliedern umstritten. Grund sind unterschiedliche Auffassungen in organisatorischen Fragen. Das hatte zuletzt dazu geführt, dass sich das Organisationsteam der Hallenreitertage aus der Veranstaltung zurückgezogen hat. In diesem Jahr wird das Hallenturnier darum vom Vorstand durchgeführt, wie Lars Kampmann weiter mitteilte. Das ist bitter. Konterkariert diese Entscheidung doch das Ansinnen der Vereinsspitze, die Aufgaben auf möglichst viele Schultern zu verteilen.

Lars Kampmann hatte 2017 die Nachfolge des verstorbenen Vorsitzenden Klaus-Dieter Milsmann angetreten. Der hauptberufliche Stuckateurmeister mit eigenem Betrieb in Bielefeld reitet selbst nicht im PSV, ist aber seit mehreren Jahren in die Vereinsarbeit eingebunden, weil seine Tochter im Reitsport aktiv ist. Bis zur Jahreshauptversammlung im November hofft er auf engagierte Mitstreiter. Sinn und Zweck der außerordentlichen Mitgliederversammlung sei es gewesen, die Leute wachzurütteln, so Kampmann. Das dürfte gelungen sein.

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