Ausnahmezustand im Matthias-Claudius-Haus: Abrissarbeiten beginnen

Das evangelische Johanneswerk investiert mehr als 5 Millionen Euro. Für Bewohner und Mitarbeiter ist das Projekt ein Ausnahmezustand.

Frank Jasper

Hausleiterin Sabine Weitzel vor dem ehemaligen Therapiebereich. - © Frank Jasper
Hausleiterin Sabine Weitzel vor dem ehemaligen Therapiebereich. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Der ehemalige Therapiebereich des Altenzentrums wird heute abgerissen. In dem Gebäudeteil befinden sich die einstigen Praxisräume der Physiotherapie Bußmeyer samt Schwimmbad. Die Räume werden seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt. Die frei werdende Fläche soll unter anderem genutzt werden, um den Sinnesgarten für Demenzkranke zu erweitern.

Der Abriss des Gebäudeteils markiert den Beginn der umfangreichen Umbauarbeiten im Matthias-Claudius-Haus, die sich bis ins Jahr 2023 ziehen werden. Das evangelische Johanneswerk investiert mehr als 5 Millionen Euro in das 41 Jahre alte Gebäudeensemble, das längst viel mehr als ein Altenheim ist.

Das Schwimmbad des Matthias-Claudius-Hauses gehört der Vergangenheit an. Es wurde die vergangenen Jahre schon nicht mehr genutzt und wird jetzt abgerissen. - © Frank Jasper
Das Schwimmbad des Matthias-Claudius-Hauses gehört der Vergangenheit an. Es wurde die vergangenen Jahre schon nicht mehr genutzt und wird jetzt abgerissen. (© Frank Jasper)

„Wir sind immer mehr zu einem Quartierszentrum geworden", erklärt Hausleiterin Sabine Weitzel. Mit den Umbauarbeiten werde die Einrichtung an die künftigen Herausforderungen angepasst, und sie erfüllt die Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes. Dazu gehört auch, dass Altenheime eine Einzelzimmerquote von mindestens 80 Prozent vorhalten müssen. Diese Quote konnte das Matthias-Claudius-Haus allerdings bereits ohne Umbau dank einer neuen Zimmereinteilung erreichen, indem die Zimmerzahl von 115 auf 100 reduziert wurde.

WLAN in den Wohnbereichen

Nach dem Abriss des Therapiebereichs werden nach und nach 70 Zimmer renoviert. „Es gibt neue Bäder mit ebenerdigen Duschen, neue Türen und neue Fußböden. Außerdem erhalten die Wohnbereiche WLAN; auch das schreibt das Wohn- und Teilhabegesetz vor", zählt Sabine Weitzel auf. Daneben wird eine neue Lichtrufanlage eingebaut und die Brandmeldeanlage wird optimiert.

„Im weiteren Verlauf wird der Verwaltungstrakt entkernt. An dessen Stelle entsteht eine Tagespflege mit 14 Plätzen, die im März 2020 ihren Betrieb aufnehmen soll", kündigt die Hausleiterin an. Die Büros ziehen um in die alte Haustechnikerwohnung. Parallel wird der zur Einrichtung gehörende »Treff.Punkt Apfelstraße« renoviert.

Während der Umbaumaßnahmen bleibt es nicht aus, dass Bewohner zwischenzeitlich innerhalb der Einrichtung umziehen müssen. Grundsätzlich seien die Bauarbeiten für die alten Menschen aber keine große Belastung. Im Gegenteil. „Das Johanneswerk hat in anderen Einrichtungen die Erfahrung gemacht, dass sich die Bewohner sogar freuen, dass in ihrem direkten Umfeld etwas los ist", sagt Sabine Weitzel. Für die Mitarbeiter seien die kommenden zweieinhalb Jahre allerdings eine Herausforderung. „Da können wir ganz gut unsere Flexibilität üben", sieht es die Hausleiterin optimistisch.

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