Steinhagener Rathaus warnt vor Rattenplage - und nennt erste Maßnahmen

In den vergangenen Wochen sind vermehrt Ratten in Steinhagen gesichtet worden. 
Die Gemeindeverwaltung ruft zu Gegenmaßnahmen auf, denn die Tiere können Krankheiten übertragen.

Frank Jasper

Bei dem Gedanken an Ratten stellen sich vielen die Nackenhaare hoch. - © Pixabay
Bei dem Gedanken an Ratten stellen sich vielen die Nackenhaare hoch. (© Pixabay)

Steinhagen. Bei Anke Ulonska vom Umwelt- und Klimaschutzmanagement im Steinhagener Rathaus häufen sich in jüngster Zeit Anrufe von Bürgern, die Ratten in der Gemeinde gesichtet haben. Das sei erstmal nichts ungewöhnliches, denn sowohl Wanderratten als auch Hausratten kommen bei uns vor, und vor allem die Wanderratte sei äußert anpassungsfähig, teilt Anke Ulonska mit. Während die braun-schwarze Hausratte vorwiegend unter Dächern oder in oberen Stockwerken lebt, suchen Wanderratten Versteckmöglichkeiten in Schutt, Sperrmüll und Hohlräumen und haben ihre Nistplätze in Erdbauten.

Anke Ulonska geht davon aus, dass es sich bei den in Steinhagen gesichteten Tieren vermehrt um Wanderratten handelt. Die seien – anders als es ihr Name vermuten lässt – sehr standorttreu. Dort wo der Tisch reich gedeckt ist und sich ein geeignetes Versteck direkt um die Ecke befindet, wird der Nager heimisch. Haben sie einen geeigneten Lebensraum gefunden, vermehren sich Wanderratten massiv. Ein Rudel kann bis zu 120 Tiere groß sein.

Nager richten Materialschäden an Gebäuden an

„Wanderratten sind Überlebenskünstler; sie können sich auf alles einstellen. Sie sind misstrauisch, aber auch neugierig und zumeist in der Dämmerung aktiv. Zudem zeichnet sie eine hohe Lernfähigkeit aus. Ihre Kurzsichtigkeit und Farbenblindheit schränkt sie in ihrer Beweglichkeit nicht ein", berichtet Anke Ulonska.

Das Problem: Ratten können Krankheitserreger übertragen, wie zum Beispiel Salmonellen, Erreger für Tollwut, Fleckfieber und Milzbrand. Zudem können durch die Nagetätigkeit und die Nestbauaktivitäten Materialschäden an Gebäuden auftreten. Lebens- und Futtermittel sowie Vorratsgüter können durch Fraßschäden verunreinigt und dezimiert werden.

Darum hat die Verwaltung den Ratten den Kampf angesagt. „Allerdings ist es unwahrscheinlich, eine Gemeinde wie Steinhagen komplett rattenfrei zu bekommen. Aber man kann ihnen den Aufenthalt so unangenehme wie möglich machen", sagt Abfallberaterin Anke Ulonska. „Denn fühlen sich die Tiere unwohl, ist ihre Vermehrung geringer oder sie verlassen ihren Lebensraum, um eine neue Bleibe zu suchen."

Wichtig sei es, das Nahrungsangebot für die Tiere zu beschränken. „Man sollte keine gekochten Speise- und Fleischreste auf den Kompost geben. Ratten lieben alles, was stark gewürzt ist. Die Mülltonnen müssen verschlossen sein und die Deckel fest aufliegen. Für eine Ratte ist es kein Problem, in eine geöffnete Mülltonne zu klettern", weiß Ulonska.

Info

Ansprechpartner

• Hinweise auf Ratten nimmt Annika Eilers im Ordnungs- und Umweltamt unter der Telefonnummer (0 52 04) 99 71 10 entgegen.
• Geht es um die Ablagerung von Abfällen, das falsche Befüllen des Komposthaufens oder die offen stehenden Mülltonnen, können sich Bürger an Anke Ulonska vom Umwelt- und Klimaschutzmanagement wenden. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer (0 52 04)  99 72 15 und kann weitere Informationen und Tipps geben.

Müllsäcke mit Lebensmittelresten und nicht ausgespülten Verpackungen sollten nicht draußen lagern. Denn ein Plastikbeutel sei für eine Ratte kein Hindernis. Reste vom Grillabend sollten auf keinen Fall draußen gelassen werden. Auch Futternäpfe für Haustiere im Garten oder auf der Terrasse können Ratten anlocken. Wer Lebensmittelreste in einen öffentlichen Mülleimer wirft, lockt damit ebenfalls Ratten an.

Ein zweiter Ansatzpunkt, einer Rattenplage vorzubeugen, sei das Vermeiden von Verstecken. „Schutt, Schrott, Sperrmüll und sonstige Rumpelecken mit Hohlräumen sind die reinsten Abenteuerspielplätze für eine Ratte. Je mehr Versteckmöglichkeiten die Tiere finden, umso wohler fühlen sie sich", so Anke Ulonska. Hier sei Augenmaß gefragt. Ein klinisch sauberer und aufgeräumter Garten sei zwar für eine Ratte unattraktiv, biete jedoch auch keinen Lebensraum für andere Tiere.

Auch im Komposthaufen können sich die Nager einrichten. Darum sollte der Kompost regelmäßig umgesetzt werden. Hilft alles nichts, dann ist die Plage ein Fall für einen professionellen Schädlingsbekämpfer.

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