Steinhagener Ärztehäuser steht kurz vor der Eröffnung

Jonas Damme

In die Ärztehäuser ziehen ein: Die Physiotherapiepraxis Neumann, die Gemeinschaftspraxis Schäfer und Wiese, das Fotostudio von Jennifer Kordus, das Sanitätshaus Graf sowie die urologische Gemeinschaftspraxis von Dr. Andreas Rieks und Kollegen. Architekt Hendrik Nitschke und die Bauherren Lutz und Christina Heiland begrüßten die Mieter. - © Jonas Damme
In die Ärztehäuser ziehen ein: Die Physiotherapiepraxis Neumann, die Gemeinschaftspraxis Schäfer und Wiese, das Fotostudio von Jennifer Kordus, das Sanitätshaus Graf sowie die urologische Gemeinschaftspraxis von Dr. Andreas Rieks und Kollegen. Architekt Hendrik Nitschke und die Bauherren Lutz und Christina Heiland begrüßten die Mieter. (© Jonas Damme)

Steinhagen. Am Samstag, 31. August, wird Architekt Hendrik Nitschke und den Investoren Christina und Lutz Heitland hoffentlich ein Stein vom Herzen fallen. Dann wollen die Hausärzte Dr. Arno Schäfer und Dr. Susanne Wiese sowie Physiotherapeut Alexander Neumann ihre neuen Praxen am Marktplatz mit einem Tag der offenen Tür feierlich eröffnen.

Ein Haus weiter laufen derzeit ebenfalls letzte Arbeiten. Dort sollen im September die Fotografin Jennifer Kordus, eine Filiale des Haller Sanitätshauses Graf und ein Ableger der Praxis für Urologie Gütersloh einziehen.

Dass die Ärztehäuser tatsächlich im Sommer fertig werden, war nicht immer sicher. Bereits jetzt liegt man leicht hinterm Zeitplan, angesichts der aktuellen Hochkonjunktur im Baugewerbe ist es aber ein Leistung, dass man doch so pünktlich fertig wird. „Wir hatten in den vergangenen Monaten die üblichen Probleme", erläuterte Architekt Nitschke gestern im HK-Gespräch, „vor allem bei der Verfügbarkeit von Material und Handwerkern. Alle Firmen haben im Augenblick große Probleme Personal zu finden."

Materialknappheit nimmt extreme Züge an

Für die Bauleitung bedeute das natürlich, besonders aufmerksam zu sein. Die Verzögerung der Arbeiten eines Gewerkes zögen oft eine Kettenreaktion nach sich. Das habe man aber vermeiden können. Auch Dank der sehr engagierten Unternehmen – darunter viele Steinhagener – die mitunter samstags antreten. Die Materialknappheit auf Grund der großen Nachfrage in ganz Deutschland habe zeitweise so extreme Züge angenommen, dass man nicht mal mehr Mauersteine habe kaufen können.

In welcher Größenordnung sich die Baustelle bewegt, zeigen ein paar Daten und Fakten des Architekten: Insgesamt 41 Firmen und Planer sind beteiligt, allein 129 Fenster und mehr als 1.000 Steckdosen werden verbaut. Die Sorge vor einer Steinhagener Elbphilharmonie ist also nicht ganz unbegründet.

Dem widerspricht Architekt Hendrik Nitschke aber energisch: Finanziell soll die Baustelle im neuen Rahmen bleiben. Ursprünglich hatten die Steinhagener Bauherren, Apothekerin Christina Heitland und ihr Vater Lutz, mit 5,5 Millionen Euro für die Gebäude Am Markt 17 und 19 geplant. Schon im Winter zeigte sich allerdings, dass es aufgrund der Preissteigerungen im Baugewerbe 6,3 Millionen Euro werden. Für die künftigen Vermieter der Praxen und von einigen Privatwohnungen wird die Kalkulation damit natürlich knapper. Nun soll es zumindest nicht noch teurer werden. „Wir bemühen uns, das einzuhalten", so der Architekt aus Bielefeld.

Insgesamt 15 Wohnungen entstehen in den dreistöckigen Häusern zusätzlich zu den Praxen und Geschäftsräumen. Ein Teil der Wohnungen ist bereits verkauft, die übrigen sollen vermietet werden. Allerdings ist die Fertigstellung erst für November geplant.

Während nun die beiden langerwarteten Ärztehäuser ihrer Fertigstellung entgegen sehen, wird die Frage, wie es weiter geht, umso spannender. Da wollen sich die Investoren aber noch nicht festlegen. Es gebe bereits Gespräche zu weiteren Praxen im benachbarten Haus. Noch sei aber nichts entscheiden, so Lutz Heitland. Grundsätzliches Interesse besteht aber offensichtlich. Bereits vor einigen Monaten hatte er angekündigt: „Wenn wir die Ärzte haben, dann bauen wir."

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