Umweltpreis 2019: Steinhagen belohnt die CO2-Diät

Ekkehard Hufendiek

Preisträger: Fünf Namen hat Bürgermeister Klaus Besser gezogen. Die Gewinner sind Christelle Tombrink (von links), Roland Tombrink, Robin Brinkmeier, André Niemeyer, Anja Spatharis, Celine Spatharis, Christina Niemeyer und Oxana Schiller sowie vorne Henrik und Jonas Niemeyer. Foto: Ekkehard Hufendiek - © Ekkehard Hufendiek
Preisträger: Fünf Namen hat Bürgermeister Klaus Besser gezogen. Die Gewinner sind Christelle Tombrink (von links), Roland Tombrink, Robin Brinkmeier, André Niemeyer, Anja Spatharis, Celine Spatharis, Christina Niemeyer und Oxana Schiller sowie vorne Henrik und Jonas Niemeyer. Foto: Ekkehard Hufendiek (© Ekkehard Hufendiek)

Steinhagen. „Wie viel Mensch verträgt die Erde?", fragte die Gemeinde Steinhagen im vergangenen Januar bei der Auslobung des Umweltpreises 2019. Sie thematisierte damit den ökologischen Fußabdruck, der den Rohstoff und Flächenverbrauch von Einzelpersonen misst. Sie stellte den Umweltpreis 2019 unter das Motto einer CO2-Diät, lobte dafür 500 Euro aus. 24 Familien und zwei Einzelpersonen entschlossen sich zur Teilnahme. Willst du deinen Fußabdruck verkleinern?, fragten die Initiatoren jetzt bei der Preisübergabe noch einmal.

Dabei mussten die Teilnehmer ihre ökologischen Handlungen ehrlich einschätzen. Die Mitinitiatorin, Marianne Vaske, setzte Ehrlichkeit voraus: „Wir sind gutgläubig", sagte sie. Einzelne Aspekte eines ökologischen Fußabdruckes lagen auf dem Boden vor dem Ratssaal in Form riesiger Fußspuren aus. Die Vorgaben drehten sich um das Essen, die Mobilität, und das Einkaufen. Eine etwa lautete: »Ich tausche oder verschenke meine Kleider, die ich nicht mehr anziehe!«. Immer, meistens, selten oder nie lauteten die Kategorien, denen sich die Teilnehmer zuordnen sollten. Für jede Selbsteinschätzung bekam der Teilnehmer Punkte.

„Ich mache alle Putzmittel selber"

Zur Preisübergabe am vergangenen Dienstagabend, also ein halbes Jahr später, erschienen jetzt zwölf von ihnen im Rathaussaal und verglichen den damaligen ökologischen Fußabdruck mit ihrem heutigen. Claudia Steffen und ihre dreizehnjährige Tochter Lina etwa haben ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verkleinert: Sie fahren beide viel Fahrrad, vermeiden Plastik und versorgen sich mit mehr Bioprodukten. Außerdem punktet Claudia Steffen außergewöhnlich: „Ich mache alle Putzmittel selber", erzählte sie. Mit Soda, Seife, Natron, Essigessenz und Zitronensäure stellt sie die Mittel her. Für sie sei die Bequemlichkeit der Leute ein Grund für die zahlreichen Umweltsünden. „Genau wie das Portemonnaie ist die Zeit ein begrenzender Faktor", räumte sie ein.

Zwar zog Klaus Besser bei der Ziehung der Gewinner den Namen Steffens nicht aus dem Glas, doch scheinen die Teilnehmer ohnehin nicht wegen des Geldes umweltbewusst leben zu wollen. Oxana Schiller etwa spendet ihren Gewinn armen Kindern in Afrika. Klaus Besser zitierte vor der Verlosung Barack Obama, der gesagt haben soll: „Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt und die letzte, die ihn verhindern kann." Ob der alle zwei Jahre stattfindende Umweltpreis auch 2021 den ökologischen Fußabdruck thematisiert, steht noch nicht fest.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.