Monopoly in Amshausen: CDU will Häusertausch mit KWG

Antrag: Eine unkonventionelle Lösung soll den Unmut der Finkenstraße-Anwohner mildern

Jonas Damme

Die KWG-Häuser an der Finkenstraße im Amshausen. - © Frank Jasper
Die KWG-Häuser an der Finkenstraße im Amshausen. (© Frank Jasper)

Steinhagen-Amshausen. Schon mehrfach haben sich die Nachbarn der großen Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße über die Pläne der KreisWohnstättenGenossenschaft, die dort neu bauen will, beschwert: die geplanten Gebäude würden noch wuchtiger als die alten, das ganze Viertel darunter leiden.

Eine Kritik, die die CDU-Fraktion teilt. „Die Bebauung wäre sehr massiv. Was dort entstehen soll, hat Wagenburgcharakter", erklärt Dr. Mechthild Frentrup, CDU-Sprecherin im Bauausschuss auf HK-Anfrage. Die neuen Gebäude sollen höher werden als ihre Vorgänger und – daran stören sich Kritiker besonders – längsseitig zum zentralen Parkplatz stehen. So entstünden lange Riegel, die die Sichtachsen im Viertel blockieren.

Auflagen für Neubauten an der Finkenstraße?

Um den Anwohnern entgegenzukommen, stellen die Christdemokraten nun einen eher unkonventionellen Antrag. Sie schlagen dem Bürgermeister ein Tauschgeschäft mit der KWG vor. Die Genossenschaft solle die Grundstücke an der Finkenstraße nach dem geplanten Abriss der Häuser an die Gemeinde überschreiben. Im Austausch bekäme das Unternehmen gleichwertige Grundstücke im benachbarten Neubaugebiet Amshausener Straße. Dort sind bereits Flächen für Mehrfamilienhäuser geplant, aber noch nicht verkauft. Die KWG könnte so schnell loslegen (der Bebauungsplan soll bald fertig werden) und hätte mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Die Grundstücke Finkenstraße könnte die Gemeinde dann an einen anderen Bauträger verkaufen, mit entsprechenden Auflagen, die den Nachbarn entgegen kommen.

Wo bleiben die Bewohner?

Eine Schwierigkeit des Projektes liegt sicherlich darin, die Bewohner unterzubringen. Gegenwärtig plant die KWG, die zehn Häuser nacheinander abzureißen und die Mieter in eigenen Wohnungen umzusiedeln. Für die CDU-Pläne müsste ein neues Umzugsmanagement her.

Der KWG-Geschäftsführer Sven Eisele war am Freitag nicht mehr zu erreichen, soll sich aber in ersten Gesprächen positiv geäußert haben. Der Antrag wird in den kommenden Monaten im Bauausschuss besprochen.

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