Gefährliche Raupen: In Steinhagen sind jetzt Baumkontrolleure unterwegs

Der Bauhof will verhindern, dass weitere Nester des Eichenprozessionsspinners entstehen. In Versmold nimmt die Zahl der Tiere zu

Sonja Faulhaber

Eichenprozessionsspinner: Im Altkreis kommen die Raupen zurzeit an vielen Stellen vor. - © Wald und Holz NRW
Eichenprozessionsspinner: Im Altkreis kommen die Raupen zurzeit an vielen Stellen vor. (© Wald und Holz NRW)

Steinhagen/Versmold. Die Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner scheint gebannt: Am Mittwoch gab Annika Eilers vom Ordnungsamt der Gemeinde auf HK-Nachfrage bekannt, dass auch das letzte bekannte Nest – am Spielplatz Hilterweg – Dienstag entfernt wurde.

Damit es in den kommenden Tagen keine weiteren bösen Überraschungen gibt, sind die Mitarbeiter des Bauhofs derzeit in der Gemeinde unterwegs. Zwei Baumkontrolleure sehen sich jede Ecke, in der sich die fiese Raupe noch ansiedeln könnte, genau an, um weitere Gefahrenquellen auszuschließen. „Bisher haben die beiden Mitarbeiter aber nichts gefunden", sagt Annika Eilers am Mittwochnachmittag. Doch noch sind die Kontrollen nicht abgeschlossen.

Ärger gemacht haben die Eichenprozessionsspinner bereits in den verangenen Wochen an der Grundschule Brockhagen, am Cronsbachstadion und am Spielplatz Hilterweg. Für den Menschen gefährlich sind die Haare des Eichenprozessionsspinners. Die 0,2 Millimeter langen Brennhaare brechen leicht ab, sind mit Widerhaken versehen und enthalten das Eiweiß Thaumetopoein. Dieses kann beim Menschen eine sogenannte »Raupendermatitis«, Bronchitis und Asthma auslösen. Das Toxin der Brennhaare ist über mehrere Jahre aktiv.

 "Vorsicht, aber keine Hysterie"

Auch in Versmold sind die kleinen Raupen zurzeit großes Thema. Zunächst wurde der Eichenprozessionsspinner hauptsächlich in Peckeloh und Loxten gesichtet. Jetzt haben sich die Bestände auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet, teilt die Stadt in Pressemitteilung mit. Sie warnt zwar zur vermehrten Vorsicht, aber die kleinen Raupen seien auch kein Anlass, um in Panik oder Hysterie zu verfallen, heißt es. Zuständig für die Beseitigung der vornehmlich an Eichen sitzenden Nester der Insekten sind die jeweiligen Eigentümer der Fläche. Bei Bäumen auf öffentlichen Flächen ist dies die Stadt.

Die Stadt Versmold sei in Zusammenarbeit mit Schädlingsbekämpfungsfirmen bemüht, in den Bereichen, die besonders frequentiert sind – beispielsweise Spielplätze, Schulhöfe und die Innenstadt – durch Absaugen der Bäume für eine Entlastung zu sorgen. Aufgrund der Vielzahl der gemeldeten Fälle könne dies leider nicht immer zeitnah erfolgen, so dass Bereiche auch kurzfristig gesperrt werden müssten.

 „Es wird jedoch nicht möglich sein, das gesamte Stadtgebiet vom Raupenbefall zu befreien beziehungsweise abzusperren", betonen die Verantwortlichen im Rathaus. Deshalb empfiehlt die Stadt insbesondere bei Eichen als Einzelbäumen oder in Baumgruppen eine besondere Vorsicht walten zu lassen, um den möglichen direkten Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe zu vermeiden. Das Bewegen in freier Natur sei trotzdem weiterhin gefahrlos möglich.

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