500 Kilometer Gardinenstangen verlassen jedes Jahr die Produktionshalle in Steinhagen

Weil die Zeichen auf Wachstum stehen, investiert das Steinhagener Unternehmen Interstil Diedrichsen in einen Anbau.

Frank Jasper

Produktion: Vorhangstangen und Laufsysteme für Gardinen werden an der Liebigstraße für die rund 5.000 Kunden gefertigt. - © Frank Jasper
Produktion: Vorhangstangen und Laufsysteme für Gardinen werden an der Liebigstraße für die rund 5.000 Kunden gefertigt. (© Frank Jasper)

Steinhagen. „Wir reagieren mit dieser Expansion auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre", blickt Seniorchef Manfred Diedrichsen zurück. Im Vergleich zu 2009 habe sich der Umsatz knapp verdoppelt – auf aktuell 18 Millionen Euro pro Jahr. Der Hauptgrund für diese positive Entwicklung: Belieferte Interstil früher wenige Großhändler, hat sich die Arbeitsweise vor zehn Jahren dahingehend verändert, dass inzwischen die Einzelkunden direkt angesprochen werden. „Es sind aktuell mehr als 5.000 Kunden weltweit", erklärt Jens Diedrichsen, der zusammen mit seinem Vater das mittelständische Familienunternehmen lenkt.

Designs im Wandel der Zeit: Formsprache, Oberflächen und Farben lehnen sich an die jeweiligen Einrichtungstrends an. - © Frank Jasper
Designs im Wandel der Zeit: Formsprache, Oberflächen und Farben lehnen sich an die jeweiligen Einrichtungstrends an. (© Frank Jasper)

Die Umstrukturierung, hin zum direkten Vertrieb, brachte Interstil mehr Kunden, mehr Umsatz und in der Folge auch mehr Platzbedarf. „Zwar arbeiten wir hauptsächlich mit Kleinteilen, die nicht viel Fläche verbrauchen", erklärt Jens Diedrichsen, aber natürlich gehöre zu jedem fertigen Produkt auch die obligatorische Vorhangstange, die dann je nach Länge doch Platz benötige. Daneben wächst die Mitarbeiterzahl. Waren es 2009 noch 70 Angestellte, sind es heute 110.

Auf dem firmeneigenen Grundstück zwischen Liebigstraße und Autobahn entsteht darum der Anbau, der für das Familienunternehmen 3.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche bedeutet. Nach Fertigstellung verfügt Interstil dann über gut 11.000 Quadratmeter Fläche. Während die Produktion im bestehenden Gebäudetrakt bleibt und sich dort künftig ausbreiten kann, wird der Anbau als Lagerfläche genutzt. „Außerdem bauen wir einen doppelgeschossigen Bürotrakt, in dessen Erdgeschoss unsere Kantine einziehen wird", erläutert Jens Diedrichsen. Von der Kantine aus betreten die Mitarbeiter eine Terrasse, von der sie einen Blick auf das Regenrückhaltebecken habe, das in Folge des Anbaus erweitert werden musste. Die Verwaltung wird auch weiterhin hinter der bekannten Fachwerkfassade zu finden sein.

Voraussichtlich im Herbst soll der neue Gebäudekomplex fertig sein. Die Lagerhalle, die Interstil zwischenzeitlich in der nahe gelegenen Borsigstraße angemietet hatte, wird dann wohl nicht mehr benötigt.

Jens Diedrichsen und sein Vater Manfred Diedrichsen in der im Bau befindlichen Halle. Sie soll künftig in erster Linie als Lager genutzt werden. Büroräume und eine neue Kantine gehören ebenfalls zum Anbau. - © Frank Jasper
Jens Diedrichsen und sein Vater Manfred Diedrichsen in der im Bau befindlichen Halle. Sie soll künftig in erster Linie als Lager genutzt werden. Büroräume und eine neue Kantine gehören ebenfalls zum Anbau. (© Frank Jasper)

Mit seinen innovativen Vorhangstangen, Innenlaufsysteme und Technik für Flächenvorhänge ist Interstil Diedrichsen europaweit Marktführer. Für seine Designs hat das Unternehmen bereits mehr als 40 internationale Preise erhalten, darunter mehrere Reddot-Awards. Während die Designs früher oft verspielter daherkamen, sei heute meistens eine strenge Formsprache gefragt, berichtet Manfred Diedrichsen. Aber auch individuelle Sonderlösungen sind möglich. Angefangen hat die mehr als 50-jährige Unternehmensgeschichte von Interstil Diedrichsen übrigens 1967 – in einer Garage.

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