Erschließung des Amshausener Baugebietes: Kompromiss in Sicht

Die geplante Anschlussstelle Falkenstraße scheint vom Tisch. Die neue Variante muss aber noch mit dem Landesstraßenbetrieb abgestimmt werden.

Jonas Damme

Das neue Baugebiet nördlich der Amshausener Straße soll unter anderem über die Haller Straße (ehemals B68) erschlossen werden. Fragt sich nur wie. - © Ulrich Fälker
Das neue Baugebiet nördlich der Amshausener Straße soll unter anderem über die Haller Straße (ehemals B68) erschlossen werden. Fragt sich nur wie. (© Ulrich Fälker)

Steinhagen-Amhausen. Die Frage, um die sich im Bauausschuss am Donnerstag alles drehte, war: Wo führt  die Straße, die das neue Baugebiet nördlich der Amshausener Straße mit der ehemaligen Bundesstraße (jetzt L 756) verbindet, künftig lang.

Sechs Varianten hatten die Mitarbeiter von Planer Dirk Tischmann in den vergangenen Monaten durchgeplant, von der Erschießung über das westliche Wohngebiet am Schuhkamp, dem Neubau einer Direktanbindung, bis zur Erschließung über die östliche Falkenstraße.

Das einstimmig getroffene Zwischenergebnis des Abends lautet »Planungsvariante 4«. Die sieht vor, dass westlich der Falkenstraße, etwa gegenüber der Straße Kalkwerk, eine neue Anschlussstelle gebaut wird. Dieses neue Vorgehen muss allerdings noch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW abgeklärt werden. Außerdem kündigte Bürgermeister Klaus Besser an, man werde sich dafür einsetzen, einen öffentlichen Gesprächstermin mit Straßen.NRW zu bekommen – auch wenn das eher unüblich sei.

Anwohner misstrauen den Planern

Der Plan, einen Feldweg gegenüber des Quellwegs auszubauen, war zuvor verworfen worden, weil es nicht möglich war, die aus Planersicht nötigen Flächen am Quellweg zu erwerben. Außerdem hätten unnötig viele Bäume gefällt werden müssen. Die Pläne, den Schuhkamp zu nutzen, waren schon vor längerer Zeit verworfen worden, um die dortigen Anwohner nicht unnötig zu belasten.

Im Vorfeld des Bauausschusses hatten sich nun auch Anwohner der benachbarten Falkenstraße schriftlich dagegen ausgesprochen, diese zu nutzen, weil sie unter anderem eine Beeinträchtigung ihrer Wohnqualität und einen Wertverlust ihrer Immobilien befürchteten.

Im Bauausschuss nutzten nun erneut zwei Anwohnervertreter die Chance, ihre Ansichten zu vertreten. Dabei wurden mehrere Dinge deutlich. Erstens: Die Anwohner misstrauen der Verwaltung und den Planern. Zweitens: Sie möchten stärker in die Planungen eingebunden werden. Vorgebrachte Kritik – unter anderem an der Richtigkeit der bereits erstellten Gutachten und Karten – entkräftete Planer Tischmann weitestgehend.

Die Forderung nach stärkerer Beteiligung hingegen nahm Bürgermeister Klaus Besser umgehend auf, auch wenn die umfangreichen Planungen für das Wohnbaugebiet bereits seit 2015 laufen und sich durch eine weitere Offenlegung möglicherweise weiter verzögern. „Wir können versuchen, Straßen.NRW einzuladen, aber das hat es noch nicht gegeben. Es ist nicht das übliche Verfahren", so Besser wörtlich.

Ausführlich stellte Planer Tischmann Anwohnern und Politik die Möglichkeiten zur Erschließung vor. In Stichpunkten wog er jeweils pro und contra ab. Auch deshalb wurde klar, eine Ideallösung gibt es nicht, es wird auf einen Kompromiss hinauslaufen.

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