Pro und Contra: Sechs Varianten für das Neubaugebiet in Steinhagen

Bauausschuss: Die Politik diskutiert über das Neubaugebiet »Nördlich der Amshausener Straße«. Es gibt sechs Varianten, wie eine Zufahrt für die neuen Bewohner gestaltet werden kann. Doch keine davon hat mehr Vor- als Nachteile

Sonja Faulhaber

Im Blickpunkt: Die Grünfläche nördlich der Amshausener Straße soll als nächstes bebaut werden. Doch über welchen Weg kommen die Anwohner hinein? - © Ulrich Fälker
Im Blickpunkt: Die Grünfläche nördlich der Amshausener Straße soll als nächstes bebaut werden. Doch über welchen Weg kommen die Anwohner hinein? (© Ulrich Fälker)

Steinhagen. Steinhagen ist eine expandierende Gemeinde. Egal ob Wohnraum oder Gewerbe – es wird gebaut oder zumindest geplant, wo demnächst gebaut wird. Da verwundert es nicht, dass die Vorlage für den Bauausschuss am Donnerstag 600 Seiten umfasst. Es geht unter anderem um die Planungen der Gewerbegebiete in Brockhagen. Dort will Hörmann sich erweitern. „Ziel ist es, die vorhandenen Gewerbeflächen nachzuverdichten und zum Beispiel auch höhere Bauwerke zu ermöglichen, um eine weitere Versiegelung von Flächen zu vermeiden", so Bürgermeister Klaus Besser. Die größten Diskussionen brachte aber in der Vergangenheit das gerade entstehende Wohngebiet »Nördlich der Amshausener Straße«. Besonders die Frage der Erschließung der Neubaugebietes erhitzte die Gemüter. Nun sind sechs Varianten auf dem Tisch, über die am Donnerstag ab 17.45 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses diskutiert wird.

Variante 1

Anschluss über das vorhandene Straßennetz Amshausener Straße, Taubenweg, Schuhkamp, Falkenstraße.

Pro:

  • Die verkehrliche Belastung der Knotenpunkte L 756 Ecke Schuhkamp beziehungsweise L 756 Ecke Falkenstraße wird künftig nach Inbetriebnahme der A 33 reduziert.
  • Der Knotenpunkt muss nicht aufwendig ausgebaut werden.
  • Die Anwohner im Bereich Quellweg/Lohbrede und Falkenstraße werden geschont.
  • Der östlich geplante Grünzug bleibt erhalten.

Contra:

  • Die Altanlieger im Bereich Taubenweg/Schuhkamp haben eine erhebliche verkehrliche Zusatzbelastung.
  • Die Anbindung des Schuhkamps mit einer Fußgängerampel ist verkehrstechnisch schwierig.
  • Ein späterer Knotenausbau ist nicht ohne Eingriffe in Privatgrundstücke möglich.
  • Die Straßen Amshausener Straße und An der Jüpke würden Richtung Ortskern stärker genutzt.

Variante 2

Neuer Anschluss an die L 756 in Höhe Quellweg.

Pro:

  • Es gibt eine komfortable Anbindung.
  • Die Verkehrssicherheit ist deutlich erhöht durch den Knotenpunktausbau.
  • Es gibt nur eine geringe Verkehrsbelastung der Altanlieger Amshausener Straße, Taubenweg, Schuhkamp und Falkenstraße durch das Neubaugebiet.

Contra:

  • Ein hoher Flächenbedarf und entsprechende Kosten im Bereich L 756/Quellweg zu Lasten der angrenzenden Anlieger im Norden.
  • Die direkt angrenzenden Wohnhäuser sind stark vom Lärm betroffen.
  • Weitere Anlieger im Bereich Quellweg/Lohbrede sind durch die Neuordnung der Erschließung betroffen.
  • Es gibt einen erheblichen Eingriff in den Baumheckenzug an der L 756.

Variante 3

Neuer Anschluss an die L 756 im Osten in Höhe der Falkenstraße

Pro:

  • Der neue Knotenpunkt bietet eine komfortable Anbindung und eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit.
  • Es gibt nur eine geringere Verkehrsbelastung der Altanlieger.
  • Die Strecke Richtung Ortskern über Amshausener Straße/An der Jüpke wird entlastet.

Contra:

  • Es gibt einen erheblichen zusätzlichen Flächenbedarf.
  • Der Knotenpunkt muss aufwendig ausgebaut werden.
  • Der Schuhkamp wird nur begrenzt entlastet.
  • Die Anlieger im Bereich Falkenstraße sind durch die Neuordnung betroffen.
  • Es gibt Eingriffe in die Freiraumachse im Osten und in den Grünzug.

Variante 4

Neuer Anschluss an die L 756 im Osten gegenüber der Straße Kalkwerk.

Pro:

  • Der neue Knotenpunkt bietet eine komfortable Anbindung und eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit.
  • Es gibt keine direkt betroffenen Anlieger.
  • Es gibt nur eine geringere Verkehrsbelastung der Altanlieger.
  • Die Strecke Richtung Ortskern über Amshausener Straße/An der Jüpke wird entlastet.

Contra:

  • Der Knotenpunkt muss aufwendig ausgebaut werden.
  • Durch die voraussichtliche Abbindung der Falkenstraße gibt es einen zusätzlicher Flächenbedarf und entsprechende Kosten.
  • Die Anwohner der Falkenstraße sind stärker betroffen.
  • Es gibt Eingriffe in die Freiraumachse im Osten und in den Grünzug.

Variante 5

Neuer Anschluss an die L 756 in Höhe Fasanenweg (zwischen Quellweg und Kalkwerk, 2017 verworfen)

Pro:

  • Der neue Knotenpunkt bietet eine komfortable Anbindung und eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit, jedoch gibt es hier einen Konflikt mit dem Quellweg.
  • Der zusätzliche Flächenbedarf und die Eingriffe in den Grünzug sind geringer.
  • Es gibt nur eine geringere Verkehrsbelastung der Altanlieger .
  • Die Strecke Richtung Ortskern über Amshausener Straße/An der Jüpke wird entlastet.
  • Die Erschließungssituation für die Anlieger der Falkenstraße und der Kiebitzstraße bleibt.

Contra:

  • Der Knotenpunktausbau liegt genau zwischen Quellweg und Kalkwerk. Nach dem bisherigen Stand ist diese Variante daher fachlich nicht umsetzbar.
  • Die direkten Anlieger im Norden sind massiv betroffen durch Lärm- und Lichtimmissionen.
  • In den Waldsaum würde erheblich eingegriffen.

Variante 6

Neuer Anschluss an die L 756 gegenüber dem Weg Kalkwerk

Pro:

  • Die Argumente sind identisch mit denen in Variante 5.

Contra:

  • Die direkten Anlieger im Norden sind erheblich betroffen.
  • Eine Fußgängerführung zum Kalkwerk ist grundsätzlich sehr sinnvoll – diese kann aber nicht „auf der rechten Seite" über die Links-Abbiegerspur erfolgen. In der Folge müsste die Fußgängerquerung nach Westen verschoben werden.
  • Oder der Knoten muss zwecks Fußgängerquerung insgesamt deutlich nach Osten verschoben werden. Damit ähnelt diese Variante stark Variante 4.
  • Es gibt einen erheblichen Eingriff in den Waldsaum, der auf rund 25 Metern Breite vollständig aufgerissen werden müsste.

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