Kulturwerk: Tatort-Schauspieler Dominique Horwitz kommt nach Steinhagen

Das Thema Identitätssuche durchzieht die neue Spielzeit. Das Programm auf der Steinhagener Bühne bietet Lustiges, Nachdenkliches und zum ersten Mal seit langem eine Operette.

Sonja Faulhaber

Opulent und lustig: Ein außergewöhnlicher Abend bietet sich den Besuchern im Januar, wenn die Operette »Der Vetter aus Dingsda« gespielt wird. Simone Krampe sucht dabei als Julia de Weert ihren Liebsten – und findet zwei Männer, die ihr Herz erobern. - © Jochen Quast
Opulent und lustig: Ein außergewöhnlicher Abend bietet sich den Besuchern im Januar, wenn die Operette »Der Vetter aus Dingsda« gespielt wird. Simone Krampe sucht dabei als Julia de Weert ihren Liebsten – und findet zwei Männer, die ihr Herz erobern. (© Jochen Quast)

Steinhagen. Leichtigkeit trifft auf Tiefgang – mit diesen Worten lässt sich das neue Programm des Kulturwerks für die Saison 2019/2020 treffend beschreiben. Es gibt heitere Stücke wie das mit der Familie Hartmann, melancholische Momente mit Dominique Horwitz und gesellschaftskritische Szenen wie bei dem Stück »Geächtet«. Auch musikalisch bietet das Kulturwerk in der neuen Saison eine große Bandbreite. Klassiker wie die Nordwestdeutsche Philharmonie sind natürlich wieder mit dabei. Aber es gibt auch viel neues: Zum Beispiel das Notos Klavier-Quartett, das Jourist-Quartett und – seit langem einmal wieder – eine Operette. Der »Vetter aus Dingsda« kommt zu Besuch.

Info
Die neue Spielsaison

- Junge Sinfoniker: Samstag, 14. September, 20 Uhr, Aula
- Peer Gynt: Donnerstag, 10. Oktober, 20 Uhr, Aula
- Notos Klavier-Quartett: Samstag, 16. November, 20 Uhr, Aula
- Liebe und andere Unglücksfälle: Sonntag, 1. Dezember, 20 Uhr, Aula
- Der Vetter aus Dingsda: Freitag, 24. Januar, 20 Uhr, Aula
- Geächtet: Donnerstag, 12. März, 20 Uhr, Aula
Willkommen bei den Hartmanns: Samstag, 28. März, 20 Uhr, Aula
- Sinfoniekonzert Nordwestdeutsche Philharmonie: Mittwoch, 22. April, 20 Uhr, Aula
- Pettersson und Findus: Sonntag, 22. Dezember, 15 Uhr, Aula
- Der Kartenvorverkauf für alle Stücke ist ab sofort im Haus der Sparkasse, Am Pulverbach 36, möglich. Weitere Infos unter diesem Link.

„Die übergeordnete Idee dieser Spielzeit ist das Thema Identität", erläutert Adelheit Meyer-Herrmann, die für das Programm des Kulturwerks verantwortlich ist. Am augenscheinlichsten wird dies in der Operette »Der Vetter aus Dingsda« deutlich. Hier wartet eine junge Frau auf die Liebe ihres Lebens, die in den Krieg zog. Doch ist der schöne Fremde, der ihr so gut gefällt, tatsächlich ihr einstiges Herzblatt?

Die Erfolgsgeschichte eines Großmauls

Auch das Stück »Peer Gynt« beschäftigt sich mit der Identität. Hier begleitet der Zuschauer ein Großmaul, das aus seinen wechselnden Identitäten Kapital schlägt. Doch macht ihn das wirklich glücklich? Die Stuttgarter Theaterakademie lädt hier zu einer Vorpremiere ein.

Um die Identität von gleich vier Hauptpersonen geht es in dem Stück »Geächtet« von AyadAkhtar. Ein muslimischer Pakistani, seine christliche Ehefrau, seine afroamerikanische Konkurrentin im Berufsleben und ein jüdischer Kurator treffen sich zur Dinnerparty. Es geht um Traditionen und Glauben, aber auch Vorurteile und Weltanschauungen. „Da steckt viel Konfliktpotenzial drin", verspricht Meyer-Herrmann. Mit dabei sind bekannte Schauspieler wie Natalie O-Hara (Der Bergdoktor) und Patrick Khatami (Der Kriminalist).

Dominique Horwitz liest russische Literatur

Mit einem ebenfalls sehr bekannten Namen geht es weiter. Dominique Horwitz (Tatort) liest von »Liebe und anderen Unglücksfällen«. Für die passende Atmosphäre sorgt dabei das Jourist-Quartett mit russischem Konzerttango. „Russische Literatur hatten wir noch nie auf der Bühne", schwärmt Meyer-Herrmann.

Musikalisch bietet sich den Besuchern einiges. Für die Auftritte der Jungen Sinfoniker und der Nordwestdeutschen Philharmonie muss sogar die Bühne erweitert werden. „Die ersten drei Reihen fallen weg, dafür haben alle Musiker auf der Bühne Platz", erläutert Vorstandsmitglied Frank Pohl.

Dominique Horwitz weiß allein mit seiner Stimme das Publikum in seinen Bann zu ziehen. - © Ralf Brinkhoff
Dominique Horwitz weiß allein mit seiner Stimme das Publikum in seinen Bann zu ziehen. (© Ralf Brinkhoff)

Dadurch können die Jungen Sinfoniker zum Saisonauftakt mit drei Schlagwerkern auftreten. Die Nordwestdeutsche Philharmonie wird am Ende der Saison mit Werken von Dimitri Schostakowitch und Franz Schubert glänzen.

Für die Kleinsten kommen Pettersson und Findus

Dazwischen gibt es mit dem Notos Klavier-Quartett einen Ritt zwischen alten und neuen Melodien, der „wild und atmosphärisch" ist, wie Meyer-Herrmann verrät. Gespielt werden Werke von Schumann, Dessner und Bartok.

Und am vierten Advent gibt es wieder die beliebte Kindervorstellung. Diesmal werden Pettersson und Findus zu Gast sein.

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