Wunsch nach Grillplatz nur schwer zu realisieren

Ehrenamtliche und das Haus der Jugend wünschen sich einen Platz für gemütliche Treffen. Einfach wird die Suche nicht. Das steht schon mal fest.

Jonas Damme

Mahlzeit: Im Sommer lieben auch junge Menschen das Grillen. Doch nicht jeder hat Platz dafür. - © CCO Pixabay
Mahlzeit: Im Sommer lieben auch junge Menschen das Grillen. Doch nicht jeder hat Platz dafür. (© CCO Pixabay)

Steinhagen. „Es gibt hier nicht viel für Jugendliche", sagt Wolfgang Groß. Der Steinhagener setzt sich seit Jahrzehnten für Kulturveranstaltungen, für junge Leute und seit einigen Jahren auch für die in Steinhagen lebenden Flüchtlinge ein.

Weil er viele der jungen Männer persönlich kennt, tragen sie oft auch ihre Sorgen und Wünsche an ihn heran. „Den Wunsch nach einem Grillplatz habe ich schon von vielen mitbekommen", sagt er. Gerade junge Geflüchtete hätten kaum Möglichkeiten, sich abends gemeinsam zum Grillen zu treffen – mangels Örtlichkeit. Die Hausordnung der Wohnheime verbietet das Grillen. Im Bürgerpark und auf anderen Grünflächen ist es auch nicht erlaubt.

„Ja, der Wunsch ist da", bestätigt auch Sozialamtsleiterin Birgit Pape, die schon direkt, aber auch von den Flüchtlingsberatern angesprochen worden ist. Konkrete Pläne dafür gebe es derzeit aber nicht.

Natürlich wäre so ein Treffpunkt auch für die restlichen Steinhagener ein Gewinn. Besonders bei Jugendlichen ist so ein Platz schon lange ein Thema. „Grundsätzlich wird das durchaus gewünscht", bestätigt Roland Egert vom Haus der Jugend.

„In Brackwede klappt solch ein Grillplatz gut"

Am Checkpoint selbst gebe es eine Grillmöglichkeit, die von Zeit zu Zeit auch angefragt würde, allerdings nur von den „Stammkunden". Außerdem sei die Nutzung auf die Öffnungszeiten der Einrichtung beschränkt. „In Brackwede gibt es so einen Grillplatz, das klappt wohl ganz gut." Genauso könnten Familien, die in Mietwohnungen ohne Grünfläche leben, solch einen Platz nutzen.

Die Idee ist das eine, die Umsetzung natürlich deutlich schwieriger – das ist allen beteiligten klar. „Man müsste eine Örtlichkeit finden, an der es keine Anwohner gibt, die sich darüber beschweren", erläutert Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke ihre Sicht der Dinge. „Und natürlich gäbe es auch einen Pflegeaufwand. Außerdem ist das brandschutztechnisch schwierig."

"Der Ströhn kann doch nicht die Lösung sein"

Auf der anderen Seite macht so ein Platz eigentlich nur Sinn, wenn er gut zu Fuß oder per Rad zu erreichen ist, glaubt Pädagoge Roland Egert: „Und auch der Müll wird sicher ein Problem werden, aber das sollte den Grillplatz nicht pauschal ausschließen." Außerdem ist es natürlich auch für die Verwaltung von Vorteil, wenn man weiß, wo sich die Jugendlichen aufhalten. „Dann kann man sie am 1. Mai vielleicht wieder einfangen. Der Ströhn kann doch nicht die Lösung sein", argumentiert Wolfgang Groß. Dort hatte die Polizei vor zwei Wochen Probleme mit betrunkenen Mai-Radlern, die sogar eine Rettungssanitäterin angegriffen hatten.

Der für sein Engagement bereits ausgezeichnete Ehrenamtliche weiß, dass Steinhagen sich sehr für seine Bürger einsetzt. Die Jüngeren kämen dabei aber oftmals noch zu kurz. „Es gibt überhaupt kaum Angebote", findet Wolfgang Groß. »Kultur im Park«, die »Kulturtage« oder das »Kulturwerk« zielten hauptsächlich auf das erwachsene Publikum. Dabei würden sich auch jüngere sehr über Konzerte oder etwas ähnliches freuen, wenn es denn wirklich passt. Ein Grillplatz wäre da vielleicht ein erster guter Schritt.

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