Nach Unfall an Bielefelder Straße: Kreis prüft Ampelschaltung an A33-Auffahrt

Entgegen ersten Erkenntnissen hat sich die 55-jährige Frau, die am 30. April an der Autobahnauffahrt Bielefelder Straße von einem Lkw erfasst wurde, korrekt verhalten. Die Ampelanlage steht inzwischen auf dem Prüfstand.

Frank Jasper

Gefährliche Situation: Fußgänger und Radfahrer auf der Bielefelder Straße haben zusammen mit dem auf die Autobahn auffahrenden Kraftverkehr Grün. In einer Situation wie auf diesem Foto ist es am 30. April offenbar zu dem verhängnisvollen Unfall gekommen, bei dem eine 55-jährige Radfahrerin von einem Lkw erfasst und schwer verletzt wurde. - © Frank Jasper
Gefährliche Situation: Fußgänger und Radfahrer auf der Bielefelder Straße haben zusammen mit dem auf die Autobahn auffahrenden Kraftverkehr Grün. In einer Situation wie auf diesem Foto ist es am 30. April offenbar zu dem verhängnisvollen Unfall gekommen, bei dem eine 55-jährige Radfahrerin von einem Lkw erfasst und schwer verletzt wurde. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Wie Jan Focken, Pressesprecher des Kreises Gütersloh auf HK-Nachfrage mitteilt, arbeitet die Abteilung Straßenverkehr inzwischen an einem Simulationsmodell, das wie von der Gemeinde Steinhagen gefordert, getrennte Grünphasen an der Ampelkreuzung zur Autobahn beinhaltet. Zusammen mit dem Landesstraßenbetrieb, der Kommune Steinhagen und der Polizei werde der Kreis Gütersloh die Ergebnisse daraus bewerten.

Bereits ohne das Wissen um den tatsächlichen Unfallhergang und die Schuldfrage hatten Steinhagens Bürgermeister Klaus Besser,zahlreiche Lokalpolitiker und Bürger auf die aus ihrer Sicht „gefährliche Situation" an der Autobahnanschlussstelle hingewiesen. Die zentrale Forderung, die bereits viele direkt nach dem Unfall stellten: Der abbiegende Kraftverkehr und Radfahrer beziehungsweise Fußgänger sollen getrennte Grünphasen erhalten. Derzeit stellt sich die Situation derart dar, dass zunächst die Fußgängerampel auf Grün springt und sich Fahrradfahrer und Fußgänger in Bewegung setzen. Wenige Sekunden später erhält der Kraftverkehr ebenfalls Grün, der Geradeausverkehr ebenso wie die Rechtsabbieger zur Autobahn.

Im Rahmen der ersten Ermittlungen war die Polizei davon ausgegangen, dass die Radfahrerin bei Rotlicht die Autobahnauffahrt gekreuzt hatte. Wie die Polizei-Pressestelle am Freitag mitteilte, wurde diese Annahme im Rahmen intensiver Ermittlungen des Verkehrskommissariats nun aber widerlegt. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die 55-Jährige bei Grünlicht gefahren ist", heißt es in der Pressemitteilung.

Fahrradfahrerin außer Lebensgefahr

Weiter teilt die Polizei mit, dass sich die Frau nach wie vor in einer Klinik befindet. Sie sei aber außer Lebensgefahr. „Ihr Zustand ist stabil", informiert die Polizei. Wie berichtet, war die Fahrradfahrerin am 30. April nachmittags auf der Bielefelder Straße Richtung Ortskern unterwegs. Als sie den Auffahrtsbereich zur A 33 kreuzte, wurde sie von einem Lkw erfasst, der von der Bielefelder Straße auf die Autobahn Richtung Bielefeld aufbiegen wollte. Die Frau wurde 20 Meter mitgeschleift und dabei schwer verletzt.

Bei den ersten Ermittlungen hatte sich die Polizei auf Zeugenaussagen gestützt. Nach Vernehmungen der Beteiligten und technischen Auswertungen, so Polizeisprecherin Katharina Felsch, stelle sich die Situation jetzt anders dar. Dennoch sucht das Verkehrskommissariat zwei wichtige Zeugen. Dabei handelt es sich um einen Mann und eine Frau, die vor der verunglückten Radfahrerin in gleicher Fahrtrichtung auf dem Radweg neben der Bielefelder Straße Richtung Ortskern unterwegs waren. Laut Polizei überquerten beide Personen den Bereich der Autobahnauffahrt. Hinter den beiden kam es dann zu dem Unfall. Die Polizei bittet diese Zeugen sich zu melden unter der Telefonnummer (0 52 41) 86 90.

Kommentar: Bittere Erkenntnis

Selbst wenn sich ein Radfahrer an die Verkehrsregeln hält, bleiben an dieser Risikokreuzung Gefahren, die zu verhängnisvollen Unfällen führen können. Das ist die bittere Erkenntnis, die mit der Korrektur zum Unfallhergang vom 30. April einhergeht. Sie hat die Verantwortlichen offenbar zum Handeln bewegt; der Kreis prüft eine Änderung. Denn die Bemerkung »Wenn jemand bei Rot fährt, bringen auch getrennte Grünphasen nichts« verbittet sich seit gestern zumindest im aktuellen Fall. Die Gemeinde Steinhagen hatte ihre Forderung nach getrennten Grünphasen bereits nach Eröffnung des Steinhagener A 33-Abschnitts deutlich formuliert. Doch erst jetzt, nachdem ein Mensch zu Schaden gekommen ist, scheint wirklich Bewegung in die Sache zu kommen. Auch das eine Tatsache, die bitter aufstößt. Die zuständigen Behörden sollten jetzt schnell handeln. Zumal genau über diese Kreuzung Tag für Tag auch viele Kinder Richtung Schulzentrum unterwegs sind.

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