Eine Ampel für die Kreuzung Bielefelder Straße ist in Sicht

Sonja Faulhaber

Gefahrenpunkt: An der Kreuzung Bielefelder Straße Ecke Liebigstraße kam es schon häufig zu Unfällen. - © Frank Jasper
Gefahrenpunkt: An der Kreuzung Bielefelder Straße Ecke Liebigstraße kam es schon häufig zu Unfällen. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Aus dem Bürofenster der Physiopraxis IBT hat man einen freien Blick auf die Kreuzung Bielefelder Straße Ecke Borsigstraße Ecke Liebigstraße. „Wir mussten da schon mehrere schwere Unfälle mit ansehen", sagt IBT-Geschäftsführer Thomas Aufmkolk. Vor einem Monat hatte der Physiotherapeut genug davon nur zuzusehen. Er wandte sich an die Gemeinde, die ihm zwar bestätigte, dass die Kreuzung problematisch wäre, ihm aber auch gleich sagte, dass Straßen.NRW zurzeit keinen Handlungsbedarf sieht.

Initiator: Thomas Aufmkolk kämpft für eine Ampel. - © IBT
Initiator: Thomas Aufmkolk kämpft für eine Ampel. (© IBT)

Das wollte Thomas Aufmkolk nicht einfach so akzeptieren und überlegte sich, Unterschriften für die Installation einer Ampelanlage zu sammeln. Weniger als vier Wochen lagen die Unterschriftenlisten in seiner Praxis aus, dann hatte er über 400 Unterstützer gefunden. „Unsere Kunden wollen sicheren Fußes zu uns kommen", betont Aufmkolk. Daher habe auch kaum jemand gezögert zu unterschreiben, denn „jeder unserer Kunden weiß aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Kreuzung ist".

Bis Freitag hat Thomas Aufmkolk 420 Unterschriften gesammelt, dann hat er die Aktion abgebrochen. „Wir hätten noch viel mehr bekommen, doch dieser Stapel an Listen zeigt doch schon, dass der Bedarf für eine Ampel groß ist." Anfang nächster Woche will Thomas Aufmkolk die Unterschriftenlisten an Straßen.NRW schicken. Er hofft, dass die Behörde dadurch die Dringlichkeit einer sicheren Ampelquerung erkennt undd schnell reagiert.

„Ohne Ampel sind weitere schwere Unfälle vorprogrammiert"

Eine Hoffnung, die auch Bürgermeister Klaus Besser teilt. Er kämpft gemeinsam mit Politik und Verwaltung seit Jahren für eine solche Ampellösung. Waren erste Anträge bei Straßen.NRW 2017 und 2018 noch ungehört verhallt, so gibt es seit Anfang des Jahres eine realistische Chance auf eine Ampel. Der Kreis Gütersloh hat im vergangenen Jahr Verkehrsdaten und Unfallzahlen ausgewertet und aufgrund dessen im Januar die dringende Empfehlung an Straßen.NRW gegeben, eine Ampelanlage an der Kreuzung zu errichten. „Ich habe nun Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation", betont Bürgermeister Besser. „Sonst sind weitere schwere Unfälle vorprogrammiert."

Die Aktion des IBT bewertet Klaus Besser durchweg positiv. Es mache immer zusätzlichen Eindruck, wenn Entscheidungsträger sehen würden, dass Bürger sich engagieren. Ausschlaggebend für die Entscheidung von Straßen.NRW werde aber am Ende die dringende Empfehlung des Kreises sein, ist sich Besser sicher.

Gerade seit Eröffnung der Autobahn schätzt er die Situation an der Bielefelder Straße Ecke Borsigstraße Ecke Liebigstraße als noch gefährlicher ein als zuvor. „Die Lkw aus dem Gewerbegebiet Bielefelder Straße Ost müssen zum einen links abbiegen, um zur Autobahn zu kommen. Zum anderen rollen Fahrzeuge aus Richtung Ortskern bergab, so dass man bewusst langsam fahren muss, um die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer einzuhalten." Eine Antwort seitens Straßen.NRW steht noch aus.

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