SteinhagenGegen Raserei, Lärm und Bausünden: Aktionsbündnis will Amshausen mitgestalten

Es begann als Bürgerinitiative gegen Raserei. Inzwischen brennen den Bewohnern des Ortsteils aber noch weit mehr Themen unter den Nägeln.

Frank Jasper

Engagieren sich: Gerhard Lutzer (von links), Patrick Thorn, Birgit Lutzer, Katrin Thorn mit Tochter Carlotta, Axel König, Yvonne Bode und Angelika Höpfner an der Amshausener Straße. - © Frank Jasper
Engagieren sich: Gerhard Lutzer (von links), Patrick Thorn, Birgit Lutzer, Katrin Thorn mit Tochter Carlotta, Axel König, Yvonne Bode und Angelika Höpfner an der Amshausener Straße. © Frank Jasper

Steinhagen-Amshausen. Amshausen ist im Umbruch. Der Ortsteil verändert sein Gesicht. Die Neubaugebiete oberhalb und unterhalb der Amshausener Straße und das umfangreiche Neubauprojekt der KWG in der Finkenstraße werden dafür sorgen, dass mehr Menschen nach Amshausen ziehen und in der Folge der Verkehr zunehmen wird. Auf diese Entwicklung will das Aktionsbündnis Amshausener Straße Einfluss nehmen und nennt sich darum jetzt Aktionsbündnis Amshausen.

„Wir gehen in Amshausen spazieren und freuen uns über schönes Grün. Und wir möchten uns weiter in unseren vier Wänden sowie in unserem Umfeld wohlfühlen", sagt Dr. Birgit Lutzer, Initiatorin und Sprecherin des Aktionsbündnisses. Das Aktionsbündnis möchte den Bürgern eine Stimme geben, denn inzwischen mehrt sich Kritik an Entscheidungen im Rathaus. Neben Befürchtungen, wonach die von der KWG geplanten Neubauten in der Finkenstraße zu groß werden, teilt das Aktionsbündnis auch die Kritik an der Erschließung des Neubaugebietes oberhalb der Amshausener Straße über die Falkenstraße.

„Als Anwohner rund um die Falkenstraße kämpfen wir schon lange gegen die geplante Straßenführung. Sie führt aus dem Baugebiet heraus rund 300 Meter parallel zur ehemaligen B 68. Durch diesen Umweg wird unnötig Grünfläche zerstört", sagt Yvonne Bode. Angelika Höpfner fügt hinzu: „Wir befürchten erhöhten Verkehr, Lärm und eine stärkere Abgasbelastung."

Skeptisch wegen Lärm, Schmutz und Verkehrsaufkommen

Auch Axel König hat sich dem Aktionsbündnis angeschlossen und lenkt den Blick auf ein anderes Areal, das für Wohnbebauung überplant wird. „Der Übergang zwischen dem Wohngebiet Swinemünder Straße/Hilterweg und der Patthorst sollte mit niedriger Bebauung gestaltet werden. Die geplante Firsthöhe von 14 Metern zerstört das Gesamtbild der Siedlung", kritisiert König. Auch eine Anbindung über den Hilterweg wäre den Anwohnern lieb.

„Wir werden sonst von zwei Seiten zugelärmt", fürchtet König, der in der Vergangenheit bereits gegen die A 33-Trasse mitten durch Steinhagen gekämpft hatte.

Katrin Thorn, die mit ihrer jungen Familie seit 2016 in Amshausen wohnt, spricht aus, was laut Aktionsbündnis viele in dem Ortsteil denken: „Uns beschäftigen die vielen Bauprojekte in unserem Wohngebiet. Abgesehen von Lärm und Schmutz mindestens über die nächsten fünf bis sechs Jahre wird sich auch das Verkehrsaufkommen erhöhen. Das sehe ich skeptisch."

Bürger fühlen sich von der Politik nicht mitgenommen

Beim Pressegespräch wird zudem Kritik an Politik und Verwaltung laut. Viele Bürger fühlen sich laut Gerhard Lutzer nicht mitgenommen und zu schlecht über die Projekte informiert. Natürlich könnten Bürger Anträge und Eingaben schreiben, räumt seine Frau Birgit Lutzer ein. Für viele sei das einfacher gesagt als getan. Das Aktionsbündnis will hier Hilfestellung leisten. Birgit Lutzer ist wichtig: „Wir wollen keine Neinsager sein. Wir möchten stärker mit der Verwaltung und der Politik in Dialog treten und Alternativen aufzeigen."

Wer mit dem Aktionsbündnis Amshausen in Kontakt treten möchte, erreicht Birgit Lutzer über Telefon (0 52 04) 92 12 96 oder per E-Mail: aktionsbuendnis.amshausen@yahoo .com.

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