Anwohner und KWG-Mieter kritisieren „monströse Wohnklötze“

Die KWG-Pläne für die Finkenstraße stoßen auf Kritik. Amshausener Bürger fürchten zu wenig Parkplätze und zu klobige Bauwerke. Sie haben einen Kompromissvorschlag.

Frank Jasper

Parkplatz Finkenstraße: Mieter und Anwohner äußern Kritik an den Neubauplänen der KWG. Birgit Lutzer (links) hat bereis eine Einwendung an den zuständigen Bauausschuss geschickt. - © Frank Jasper
Parkplatz Finkenstraße: Mieter und Anwohner äußern Kritik an den Neubauplänen der KWG. Birgit Lutzer (links) hat bereis eine Einwendung an den zuständigen Bauausschuss geschickt. (© Frank Jasper)

Steinhagen-Amshausen. „Es ist begrüßenswert, dass sich die Gemeinde Steinhagen für die Schaffung von günstigen Wohnraum einsetzt", sagt Birgit Lutzer. Die Journalistin aus Amshausen gehört zu jenen Bürgern, die mit den Plänen der Kreiswohnstättengenossenschaft für die Finkenstraße gleichwohl nicht einverstanden ist.

Denn ebenso wie einige Mieter der jetzigen KWG-Häuser und einiger Nachbarn fürchtet auch Birgit Lutzer, dass die neuen Gebäude zu wuchtig ausfallen werden. In einem Schreiben an die Mitglieder des Bauausschusses ist von „monströsen Flachdachbauten", die Rede. Diese würden sich zu sehr vom vorhandenen Ortsbild abheben und die vorhandenen Häuser an der Amshausener Straße zu sehr überragen.

Daneben befürchten die Kritiker durch die „im schlimmsten Fall" 20 zusätzlichen Wohneinheiten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in der engen Finkenstraße. Auch die Zahl der geplanten Parkplätze sei zu knapp bemessen. „Dass pro Wohnung nur ein Parkplatz geschaffen werden soll, ist aus unserer Sicht unrealistisch. Viele Familien haben zwei Autos." Bereits jetzt sei die Parkplatzsituation in dem Wohnquartier problematisch.

Die Kritiker um Birgit Lutzer schlagen darum einen Kompromiss vor: „Wie wäre es mit sechs Häusern zu jeweils acht Wohneinheiten? Diese könnten von der Dachgestaltung her an die vorhandene Bebauung angepasst werden. Abgesehen davon, werden auf diese Weise auch mehr Grünflächen erhalten bleiben. Die Kinder könnten weiter auf dem Rasen spielen statt in einer Asphalt- und Betonwüste."

Wie mehrfach berichtet, will die KWG zehn Mehrfamilienhäuser in der Finkenstraße abreißen und durch fünf neue, größere Häuser ersetzten. Aus bislang 40 Wohneinheiten sollen bis zu 60 werden. Die Mitglieder im Bauausschuss haben den am 21. März vorgestellten KWG-Plänen mehrheitlich zugestimmt. Auch von Mieterseite gibt es durchaus positive Reaktionen. „Ich bin mit den Plänen einverstanden. Wir brauchen sozialen Wohnungsbau. Es ist besser, in die Höhe zu bauen statt in die Breite. So bleibt mehr Platz für Grünflächen", äußerte sich eine Bewohnerin.

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