Finkenstraße: So sollen 20 neue und günstige Wohnungen entstehen

Jonas Damme

Die KWG will die zehn Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße (blaue Markierungen) durch fünf deutlich größere Gebäude (rot) ersetzen. Gleichzeitig wird der zentrale Platz restrukturiert. - © kwg
Die KWG will die zehn Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße (blaue Markierungen) durch fünf deutlich größere Gebäude (rot) ersetzen. Gleichzeitig wird der zentrale Platz restrukturiert. (© kwg)

Steinhagen. Ganz genau fragten die Mitglieder des Bauausschusses nach, als Goegraph Dirk Tischmann die Pläne für die Umgestaltung der Finkenstraße vorstellte. Dort plant die Kreiswohnstättengenossenschaft Halle (KWG) den Abriss von zehn Mehrfamilienhäusern, um an gleicher Stelle fünf Gebäude zu bauen, die künftig sogar deutlich mehr Raum bieten werden.

Derzeit besitzt die Genossenschaft an der Finkenstraße in Amshausen insgesamt 40 Wohnungen. Weil sich ihrer Einschätzung nach die Sanierung der Gebäude aus den 1960er Jahren nicht mehr lohnt, will sie dort neu bauen.

Unterschiedliche Mieten in fast identischen Häusern

In Absprache mit Stadtplaner Tischmann hat Architektin Anke Nollkämper die Gebäude so geplant, dass sie sich in das Ortsbild einpassen. Mit zwei vollen und einem Staffelgeschoss sollen die Häuser etwas niedriger werden, als die aktuellen. Die größte optische Veränderung wird sein, dass die Gebäude künftig nicht mehr »giebelständig«, sondern parallel zu einender stehen und so den Platz umschließen.

Gleichzeitig wollen die Stadtplaner die Großbaustelle nutzen, um den gesamten Platz aufzuwerten. Kleinere Einheiten, eine auf den Gesamteindruck ausgerichtete Platzgestaltung und Baumpflanzungen sollen auch für die Nachbarschaft ein Gewinn sein. Gleichzeitig soll die Zahl der Parkplätze auf 60 erhöht werden, so dass jede Wohnung einen eigenen hat. So soll sich die Parkplatz-Situation in der gesamten Straßen entspannen.

KGW hofft darauf, im nächsten Jahr mit dem Abriss zu beginnen

Für viele Bewohner wird die Bauphase natürlich zu einer Belastung. „Wir sind bereits beim Umzugsmanagement", erklärte KWG-Vorstand Sven Eisele. „Wir konnten den meisten Mietern des ersten Gebäudes eine Wohnung anbieten." Die Immobilie, die als erste abgerissen werden soll, stehe schon zu großen Teilen leer. Sei erst ein neues Gebäude beziehbar, könnten die Mieter jeweils umziehen.

Wann der Abriss starten kann, liegt allerdings nicht bei Eisele allein. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr beginnen können." Dafür grundlegend ist allerdings die Baugenehmigung und für die müssen noch einige behördliche Schritte – wie die öffentliche Auslegung – erfolgen. „Wenn wir begonnen haben, scheinen fünf Jahre realistisch."

Bauauschuss zeigt sich mit den Plänen einverstanden

Auch künftig sollen die Mehrfamilienhäuser an der Finkenstraße günstigen Wohnraum bieten. „Wir wollen vor allem unsere Mieter wieder mit Wohnraum versorgen", erklärt Eisele die Prämisse. Zum Teil werde man die Wohnraumförderung, die die Gemeinde Steinhagen gerade verdoppelt hat in Anspruch nehmen. Zwei Euro pro Quadratmeter für Neubauten, sogar drei für barrierefreies Wohnen mit erhöhtem Standard, zum Beispiel für Rollstuhlfahrer, gewährt Steinhagen.

Damit bindet sich die KWG für die entsprechenden Gebäude an die Höchstmieten des Sozialen Wohnungsbaus. In Steinhagen sind derzeit 5,55 Euro pro Quadratmeter zulässig, also rund 390 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung. Da aber nicht alle Mieter einen Wohnberechtigungsschein bekommen, sollen einige Häuser ohne finanzielle Beihilfen von Staat und Kommune auskommen. In fast identischen Häusern könnten also unterschiedliche Mieten fällig werden.

Der Bauausschuss zeigte sich mit den KWG-Plänen sehr einverstanden. Nur Gerd Goldbecker (CDU) stimmt dagegen, weil er lieber Giebeldächer gesehen hätte.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.