Schaeffler streicht viele Stellen in Steinhagen

Wirtschaft: Angeschlagener Automobil- und Industriezulieferer benennt Gemeinde als einen der ersten Standorte an dem drastisch gespart wird

Jonas Damme

Schaeffler-Werk Steinhagen - © Jonas Damme, HK
Schaeffler-Werk Steinhagen (© Jonas Damme, HK)

Herzogenaurauch/Steinhagen. Zwei Wochen nachdem Schaeffler sein Einsparprogramm angekündigt hat, sind nun erste Maßnahmen veröffentlicht worden. Um Kosten zu sparen, sollen auch Stellen gestrichen werden. Die ersten Streichungs-Maßnahmen betreffen nur vier Standorte in der Bundesrepublik, darunter allerdings auch Steinhagen. Insgesamt sollen 900 Arbeitsplätze weltweit wegfallen, davon 700 in Deutschland. Wie viele Mitarbeiter des Steinhagener Autoteile-Zuliefererbereiches konkret werden gehen müssen, wollte der Konzern noch nicht bekannt geben.

In den vergangenen Wochen hatte Schaeffler mit der Ausgabe von Anleihe im Milliarden-Bereich Geld akquiriert. Spartenmedien hatten zuletzt über starke Gewinneinbrüche und die Halbierung des Börsenwertes berichtet.

Alle geplanten Sparmaßnahmen sollen vorab mit den Gewerkschaften besprochen worden sein. Beide Seiten streben derzeit sozialverträgliche Lösungen, wenn möglich ohne betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen an. IG Metall und Betriebsräte haben allerdings bereits angekündigt im Falle eines „Kahlschlags" widerstand zu leisten. Kürzlich wurden auch die lokalen Betriebsratsgremien und die Mitarbeiter informiert.

Verlagerung an kostengünstigere Standorte

An den vier Standorten (neben Steinhagen sind Hamm, Unna und Kaltennordheim betroffen) sind in Summe rund 600 Mitarbeiter beschäftigt. Zu weiteren Maßnahmen kann derzeit noch nichts gesagt werden. Am Standort Steinhagen sind sowohl Automotive als auch die Industriesparte vertreten.

Die geplanten Maßnahmen betreffen in Steinhagen nur den Automotive-Bereich mit rund 200 Mitarbeitern, insgesamt arbeiten hier bei Schaeffler rund 460 Menschen. Wie Unna leidet der hiesige Standort auch unter der weltweit rückläufigen Produktion von Fahrzeugen mit Handschaltungen. Deshalb plant Schaeffler eine Verlagerung an kostengünstigere Standorte innerhalb der riesigen Gruppe.

Schaeffler ist ein global tätiger Zulieferer. Mit Präzisionsteilen für Motoren, Getriebe und Fahrwerke für große deutsche und andere Autohersteller sowie Wälz- und Gleitlagern für die Industrie erwirtschaftete das Technologieunternehmen 2018 einen Umsatz von rund 14,2 Milliarden Euro.

Mit 92.500 Mitarbeitern ist Schaeffler eines der weltweit größten Familienunternehmen und verfügt mit rund 170 Standorten in über 50 Ländern über ein weltweites Netz aus Produktionsstandorten, Entwicklungseinrichtungen und Vertriebsgesellschaften.

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