Ausweiskontrolle am Bahnhof eskaliert

Herbert Gontek

Gericht - © cco pixabay
Gericht (© cco pixabay)

Steinhagen/Halle. „Ich hatte Angst, die Aufenthaltsgenehmigung zu zeigen, und ich habe es auch nicht richtig verstanden", rechtfertigte sich ein 21-jähriger Kenianer mit Wohnsitz in Steinhagen während einer Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht. Aus einer Personenkontrolle hatte sich eine körperlicher Auseinandersetzung zwischen ihm und einen Polizisten entwickelt. Dem jungen Mann brachte das eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ein.

Der Vorfall hatte sich im vergangenen Jahr am Herforder Bahnhof abgespielt. Dort war es zu einer größeren Schlägerei gekommen, an der der Steinhagener nicht beteiligt gewesen sein will. Die anrückenden Polizisten versuchten möglichst viele Personalien aus der Menge festzustellen. Auch die Daten des Steinhageners sollten notiert werden.

Ein Polizist forderte ihn auf, seinen Ausweis zu zeigen, er gab aber an, keinen dabei zu haben. Der Polizist erklärte ihm, dann werde er ihn nach Papieren durchsuchen. Dagegen wehrte sich der Mann, wurde aber von dem Beamten mit Unterstützung von Kollegen auf die Erde gezwungen. Dabei will der Beamte getreten und leicht verletzt worden sein. Das konnten vier im Zeugenstand gehörte Beamte allerdings nicht bestätigen.

Der Kenianer war immer noch fassungslos, was aus seiner Verweigerungshaltung entstanden ist. Er hatte sich bereits schriftlich bei der Polizei in Herford entschuldigt. Ein Vertreter des Jugendamtes gab eine gute Prognose ab. Er habe trotz schwieriger Verhältnisse in Deutschland Fuß gefasst, sei bisher nicht straffällig geworden und gehe regelmäßiger Arbeit nach. Aus dieser Sachlage begründeten Richter, Staatsanwältin und Jugendamtsvertreter das Urteil: Gegen Zahlung von 1.500 Euro soll das Verfahren eingestellt werden. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

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