Heidekönigin will Mitbürger von öffentlichen Defibrillatoren überzeugen

Heidekönigin engagiert sich: Tina Uffmann versucht nach einer Notfallschulung ihre Mitbürger von der Notwendigkeit von öffentlichen Defibrillatoren zu überzeugen

Jonas Damme

Kämpft gegen den Plötzlichen Herztod: Zahnarztassistentin Tina Uffmann setzt sich für öffentliche Defibrillatoren ein. - © Jonas Damme
Kämpft gegen den Plötzlichen Herztod: Zahnarztassistentin Tina Uffmann setzt sich für öffentliche Defibrillatoren ein. (© Jonas Damme)

Steinhagen. Nach Zahlen des Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung sterben allein in Deutschland mehr als 60.000 Menschen pro Jahr am Plötzlichen Herztod. Andere Studien gehen sogar von bis zu 200.000 Opfer aus – und es trifft nicht nur Alte, Opfer kann jeder werden.

Dem Plötzlichen Herztod, also einem Herzstillstand, geht meist ein Kammerflimmern voraus. Im Ernstfall bleiben nur Minuten, um bevor ein Opfer solch eines Anfalls irreversible Schäden davonträgt oder tatsächlich stirbt.

Tina Uffmann, den meisten Steinhagenern bekannt als Heidekönigin Tina I., engagiert sich nun gegen die oft verdrängte Gefahr. „Wir hatten ein Notfallseminar in der Praxis", erklärt die Zahnmedizinische Assistentin. „Im Kurs kam die Frage auf: Wo hängt denn im Ernstfall der nächste Defibrillator?" Keiner der Teilnehmer habe die Antwort gewusst. Eine Suche im Internet habe dann gezeigt, dass man im Notfall bis zum Rathaus hätte rennen müssen.

Viele Geräte rund ums Schulzentrum, keins bei den Ärzten

Das wäre natürlich zu weit gewesen, um schnell helfen zu können. Man hätte also auf den Rettungsdienst warten müssen.

13 Defibrillatoren hängen bereits in Steinhagen. „Besonders im Bereich des Schulzentrums gibt es viele", so Uffmann. Fehlen würden die Geräte aber im Bereich der Supermärkte und Ärzte an der Bahnhofstraße und auch rund um den Combi und Hagebaumarkt an der Woerdener Straße. Gerade hier seien sie aber nötig. Deshalb will Tina Uffmann die Zahl der öffentlichen Defibrillatoren in Steinhagen nun erhöhen.

„Ich habe schon einige Emails verschickt", sagt sie. Dabei setzte sie insbesondere auf den Einzelhandel, weil hier die Öffnungszeiten und die Erreichbarkeit im Ernstfall ideal seien. Der Rücklauf der Geschäfte sei aber recht schleppend gewesen. Trotzdem hoffe sie noch darauf, dass sich einer der Adressaten bereit erklärt, ein Gerät anzuschaffen und im Eingangsbereich aufzuhängen. Genauso wichtig wie die eigentlichen Geräte ist natürlich auch das Wissen, wo sie hängen und wie sie zu verwenden sind. Die Anwendung sei nicht so kompliziert, wie sich vermuten lässt: „Die Geräte sprechen mit dem Benutzer und sagen, was er tun muss", so die Heidekönigin. „Außerdem werden die Institutionen, die so ein Gerät aufhängen, geschult."

Informationen via Internet

Um möglichst viele potenzielle Retter zu informieren, setzt Uffmann neben der Zeitung auf das Internet. Gegenwärtig arbeitet sie daran, gemeinsam mit dem Notfall-Seminarleiter Daniel Thaemel eine handyfähige Internetseite aufzulegen, die auf den ersten Blick Standorte zeigt. Außerdem werden Defibrillatoren außen an den Geschäften mit deutlichen Symbolen angezeigt.

Gruppen, Geschäfte und Institutionen, die bereit sind, sich für Defibrillatoren einzusetzen, sollten sich bei Tina Uffmann, Telefon (0 52 04) 8 85 33 oder tina-uffmann@mail.de, melden. Einen Erfolg hat die engagierte Heidekönigin übrigens bereits zu vermelden: Ihr Chef, Zahnarzt Dr. Hans-Dieter Schulz, hat sich bereit erklärt, sich finanziell an einem Gerät zu beteiligen.

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