Steinhagener Bürgerkomitee kehrt mit neuen Projekten aus Benin zurück

Insgesamt elf Mitglieder und Freunde des Bürgerkomitee kehrten nun aus dem westafrikanischen Benin zurück. Sie haben einige neue Projekte im Gepäck

Jonas Damme

Viel gesehen: Das Steinhagener Bürgerkomitee war zwei Wochen in Benin unterwegs. - © Bürgerkomitee
Viel gesehen: Das Steinhagener Bürgerkomitee war zwei Wochen in Benin unterwegs. (© Bürgerkomitee)

Steinhagen. Die meisten Steinhagener, die die Aktivitäten des Bürgerkomitees verfolgen, verbinden mit den Entwicklungshelfern vermutlich vor allem den Bau von neuen Schulen in Benin. Auch beim letzten Besuch in Westafrika, von dem das Team vor einigen Tagen zurückgekehrt ist, wurden zwei Schulen eröffnet und zwei weitere angekündigt.

Mindestens ebenso spannend wie diese Bauten sind aber die vielen kleinen Projekte, die die Ehrenamtlichen anstoßen und unterstützen. Gleich mehrere Ideen haben Heike und Harald Kunter erneut von ihrem »Kontrollbesuch« mitgebracht. So stellte ihnen Jean Touota den neuen »Lese- und Diskutierclub« vor, der unter dem Dach seiner Einrichtung CERD stattfindet.

Eindrücke des Steinhagener Bürgerkomitee aus Benin

Im abgelegenen Norden macht der Beniner schon lange Bildungsarbeit, hat eine Ausbildungsschneiderei eingerichtet, betreibt Sexualaufklärung und vieles mehr. Nun will er auch Erwachsenen aus der Umgebung der Stadt Boukombé etwas Bildung ermöglichen. „In einem kleinen Raum können sich Menschen treffen, Probleme diskutieren, aber auch Lesen und Schreiben lernen", erklärt Angela Heck, die die CERD betreut. Dabei zeigt sich auch, dass das aus Steinhagen unterstützte Projekt auf die ganze Umgebung ausstrahlt und Dinge in Bewegung bringt. „Wir fangen bei den Kindern an und arbeiten uns hoch", sagt Heck.

"Sind auf dem richtigen Dampfer"

Durch die Wissensvermittlung an Erwachsene besteht Hoffnung, dass zum Beispiel Beschneidungen und Zwangsverheiratungen, die in der Gegend immer noch vorkommen, als Problem erkannt werden. „Vieles, was wir gesehen haben, bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Dampfer sind, mit unserem Ansatz: Bildung, Bildung, Bildung!", resümiert Harald Kunter.

Ebenfalls unterstützen wollen die Reisenden künftig die Arbeit von Ordensschwester Andrea Höltervennhoff, die die Gruppe bereits im vergangenen Jahr kennenlernte. Die gebürtige Münsterländerin ist gegenwärtig dabei mit einer Ärztin und zwei weiteren Schwestern ein verlassenes Krankenhaus in der See-Lagune von Benin wiederzubeleben. Am und im See Nokoué nahe der Küste im Süden leben geschätzte 120.000 Menschen. Malaria und HIV sind ein großes Problem. Außerdem kümmern sich die Schwestern um Geburten. Die fünf Euro, die sie nehmen, um die Kosten zumindest ansatzweise zu decken, können sich allerdings die wenigsten leisten. Spenden werden deshalb dringend benötigt. Auch für die drei Koffer voller Medikamente, die das Bürgerkomitee im Gepäck hatte, haben die Schwestern gute Verwendung.

Kleine Betriebe fördern

Mit kleinen Betrieben selbstständig zu werden, ist ein Anliegen, dass beim Bürgerkomitee – nach guten Erfahrungen – immer Gehör findet. Gleich zwei neue Kooperativen beschäftigen Kunters und Co. derzeit. In der »Championniére«, die ebenfalls im Norden des Landes liegt, werden Pilze gezüchtet. Auf Strohballen wachsen Austernpilze, die an Restaurants in der Umgebung der Pilzfarm verkauft werden. 2.400 Euro hat das Bürgerkomitee dort bereits angelegt. Der erste Eindruck war gut. Außerdem besteht Hoffnung, dass ein Imkerei-Projekt süße Früchte trägt. CERD-Chef Jean Touota ist derzeit auf der Suche nach zuverlässigen Bauern, die in der Bienenzucht ausgebildet werden sollen. Der Honig soll ebenfalls verkauft werden.

Schon im kommenden Jahr will das Bürgerkomitee erneut gen Westafrika reisen.

Info
Wer Fragen zur Arbeit des Bürgerkomitees für Entwicklungszusammenarbeit hat, sollte sich an an die Vorsitzende Heike Kunter, Tel. (0 52 04) 74 08 oder kontakt@ buergerkomitee-stein hagen.de, wenden. Mehr auch auf www.buergerkomitee-steinhagen.de.

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