Mehr Bäume: Gemeinde Steinhagen will grüner werden

Umweltausschuss: Die selbst auferlegte Baumschutzsatzung sieht vor, dass Steinhagen jedes Jahr etwas grüner wird. Gegenwärtig sollte das kein Problem sein

Jonas Damme

Wertvoll: Die Baumschutzsatzung soll besondere Exemplare, wie diese mächtige Eiche am Meschers Hof, schützen. - © Jonas Damme
Wertvoll: Die Baumschutzsatzung soll besondere Exemplare, wie diese mächtige Eiche am Meschers Hof, schützen. (© Jonas Damme)

Steinhagen. Ohne Not wird in Steinhagen kein Baum gefällt – so ließe sich die Bedeutung der Baumschutzsatzung, die Teil des Klimaschutzkonzeptes der Gemeinde ist, zusammenfassen. Und nicht nur das. Es ist sogar eine jährliche »Jahresnettobilanz« von 20 Bäumen vorgeschrieben. Laut Bericht, den die Klimaschutzbeauftragte am Donnerstag, 14. Februar, im Umweltausschuss vorträgt, wurde das Ziel zuletzt sogar übererfüllt. Die Regelung gilt für große heimische Laubbäume – wie Eichen, Buchen oder Linden – innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortslage.

„Die Satzung ist seit 2014 in Kraft", erklärt Klimaschützerin Marianne Siepen, „und bisher haben wir es noch immer geschafft." Auf der einen Seite sieht das Papier vor, das streng kontrolliert wird, welche Bäume gefällt werden dürfen. Dafür kann es nur drei Gründe geben: „Wenn der Baum mit zumutbaren Mitteln nicht zu erhalten ist, eine Gefahr für Personen oder Sachen darstellt oder wenn er einem zulässigen Bauvorhaben im Wege steht", erläutert Siepen. „Denn Baurecht geht vor Baumrecht." Wenn aber ein Baum für ein Bauvorhaben gefällt werde, sei grundsätzlich eine Ausgleichszahlung von 300 Euro fällig.

5.300 Narzissen werden gepflanzt

23 Bäume sind im vergangenen Jahr an den Straßen und auf den Grundstücken Steinhagens legal gefällt worden, 17 wegen Baumaßnahmen, sechs weil sie in Folge von Krankheiten eine Gefahr darstellten. Probleme bereiteten die Braunfäule sowie Hallimasch- und Brandkrustenpilze. Der Klimawandel bereitet den Bäumen in der Gemeinde zunehmend Probleme. Die lange Trockenphase im vergangenen Jahr hatte nicht nur das Fichtenwäldchen bei Niederwahrenbrock angegriffen (das HK berichtete). Deshalb arbeitet der Bauhof gegenwärtig daran, Bäume zu finden, die weniger stressanfällig sind. „Es ist dem Klimawandel geschuldet, dass sich die Artenauswahl ändert", so Siepen. Neben trockenheitsresistenten heimischen Arten, wie der Hainbuche, der Schwarz-Erle oder der Linde, werden auch exotische Bäume wie die Amerikanische Gleditschie gesetzt.

Zusätzlich zu den Baumpflanzungen wurden bereits 2.500 Quadratmeter Blumenwiesen angelegt, sowie 5.300 Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und 15 Großsträucher gepflanzt. In den Straßenbeeten werden die Zwergmispeln (Cotoneaster) außerdem langfristig gegen gemischte Blühpflanzen ausgetauscht. „Die Grünflächen sollen insektenfreundlicher werden", erklärt Siepen. Auch wenn sie so pflegeintensiver würden, sei die Notwendigkeit mittlerweile weitgehend anerkannt.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.