Düfelsieks Wäldchen bleibt unberührt

Die Mehrheit aus SPD und Grünen hat den Erhalt von Düfelsieks Wäldchen durchgesetzt. Die Reaktion der Opposition fiel deutlich aus

Frank Jasper

Bäume dürfen bleiben: Rot-grün lehnte den Erweiterungswunsch von Kaiser Dämmstoffe in das Wäldchen Düfelsiek (rechts der Zufahrtsstraße) ab. Die Eichen links gehören noch zur alten Hofstelle. - © s
Bäume dürfen bleiben: Rot-grün lehnte den Erweiterungswunsch von Kaiser Dämmstoffe in das Wäldchen Düfelsiek (rechts der Zufahrtsstraße) ab. Die Eichen links gehören noch zur alten Hofstelle. (© s)

Steinhagen. Düfelsieks Wäldchen wird im Bebauungsplan künftig nicht mehr als Industriegebiet mit Nutzungsbeschränkung ausgewiesen, sondern als Wald. Damit ist eine anderweitige Nutzung der Fläche nicht möglich.

SPD und Grüne haben einen entsprechenden SPD-Antrag am Donnerstagabend im Bauausschuss beschlossen. CDU und FDP stimmten gegen den Antrag.

Wie berichtet, hatte die Firma Kaiser Dämmstoff angefragt, das im Besitz der Gemeinde befindliche Grundstück kaufen zu wollen. Die Firma mit Sitz an der Dieselstraße sucht Raum, um sich zu erweitern. Sie liegt direkt an der A 33. Auf der benachbarten Waldfläche wird daraus nichts.

Expansion der Firma auch ohne Rodung der Bäume möglich

Im Beisein von Geschäftsführer Stephan Kaiser, der die Sitzung als Zuschauer verfolgte, erläuterte Hildegard Fuest von der SPD den Antrag. Es gehe darum, den ökologisch wertvollen Standort zu erhalten. Bei einer heutigen Planaufstellung wäre die Unterschutzstellung selbstverständlich.

„Wir wollen das Wäldchen erhalten, ohne dem Betrieb Kaiser Steine in den Weg zu legen“, sagte Hildegard Fuest. Nach Auffassung der SPD sei eine Expansion der Firma auch ohne Rodung der Bäume möglich. „Ein Fachplaner kann eine Erweiterung hinbekommen, ohne dass der 80 Jahre alte Wald weichen muss“, ist Hildegard Fuest überzeugt.

CDU und FDP nutzten die Diskussion als Steilvorlage, um die Wirtschaftspolitik Steinhagens in Frage zu stellen.

Auch ein Kompromiss scheitert

„Wald ist die einzige Flächennutzungsart in Deutschland, die zunimmt“, konstatierte Mechthild Frentrup (CDU) und fuhr fort: „Gewerbeflächen werden in Steinhagen hingegen händeringend gesucht.“ Julian Bracht (FDP) warnte vor der politischen und wirtschaftlichen Außenwirkung der Entscheidung: Die Gemeinde Steinhagen stehe als unzuverlässiger Partner für Gewerbetreibende da. „Wirtschaftspolitik wird in Steinhagen gerne als Chefsache betitelt. Fraglich, ob den Worten auch Tagen folgen“, sagte Bracht an die Adresse von Bürgermeister Klaus Besser.

Ausschussvorsitzender Herbert Mikoteit (CDU) schlug einen Kompromiss vor, wonach zumindest ein 40 Meter breiter Streifen der betroffenen Fläche an Kaiser verkauft werden könne, um eine Firmenerweiterung an der Stelle doch noch zu ermöglichen. SPD und Grüne lehnten den Vorschlag ab.

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