Steinhagen sucht dringend einen neuen Pfarrer

Gemeindeversammlung: Das Presbyterium hofft auf Bewerber. Doch bisher gestaltet sich die Suche äußerst schwierig. Nicht nur in Steinhagen ist das ein Problem

Birgit Nolte

Kirche im Wandel: Weil die Zahl der Gemeindeglieder abnimmt, müssen die Pfarrbezirksgrenzen neu eingeteilt werden. Unser Foto zeigt den Eingang der Dorfkirche. Sie bleibt Dreh- und Angelpunkt der evangelischen Kirchengemeinde. - © Frank Jasper
Kirche im Wandel: Weil die Zahl der Gemeindeglieder abnimmt, müssen die Pfarrbezirksgrenzen neu eingeteilt werden. Unser Foto zeigt den Eingang der Dorfkirche. Sie bleibt Dreh- und Angelpunkt der evangelischen Kirchengemeinde. (© Frank Jasper)

Steinhagen. „Wir warten weiter auf den Eingang von Bewerbungen“, teilte Pfarrerin und Presbyteriumsvorsitzende Kirsten Schumann mit. Doch die Chancen stehen schlecht, dass sich bis zum 15. Februar noch etwas tut. Dann endet die Bewerbungsfrist.

Eine halbe Pfarrstelle auf sechs Jahre befristet sei offenbar nicht sonderlich attraktiv, mutmaßt Kirsten Schumann. „Auch vor dem Hintergrund, dass aktuell 60 Pfarrstellen in Westfalen mangels Bewerbern unbesetzt sind, gestalte sich die Suche schwer“, berichtete die Pfarrerin jetzt im Rahmen einer Gemeindeversammlung. Parallel zur Stellenausschreibung laufen im Hintergrund Gespräche, um eine Lösung zu finden.

Wie mehrfach berichtet, ist die evangelische Kirchengemeinde gezwungen, neue Pfarrbezirksgrenzen zu ziehen, da Pfarrer Ulrich Potz im Sommer in den Ruhestand geht und seine Stelle um 50 Prozent reduziert wird. Dann gibt es in Steinhagen nur noch 2,5 Pfarrstellen. Grund sind schwindende Gemeindegliederzahlen. 2018 sind laut Pfarrerin Schumann 79 Personen aus der evangelischen Kirchengemeinde Steinhagen ausgetreten. 113 Beerdigungen standen zudem nur 67 Taufen gegenüber. Es gab aber auch 13 Eintritte. „Das ist viel, in den Vorjahren waren es nur ein oder zwei“, so Pfarrerin Schumann.

"Da müsste es eine sehr große Erweckung geben"

Trotz dieser kleinen Steigerung sah die Presbyteriumsvorsitzende keine rosarote Zukunft. „Da müsste es schon eine sehr große Erweckung geben“, so Kirsten Schumann. Linda Finke erinnerte während der Gemeindeversammlung an die rund 500 Neubürger, die im Amshausener Neubaugebiet zu erwarten sind. Große Hoffnungen setzte Pfarrerin Dagmar Schröder darauf nicht: „Leute, die bauen, brauchen in der Regel jeden Euro und sparen dann häufig bei der Kirche. Außerdem sind nur 40 Prozent der Bevölkerung evangelisch.“

Pfarrerin Schröder betonte, dass die strukturellen Änderungen die Möglichkeit bieten, auch inhaltlich konstruktiv in die Zukunft zu blicken. Wer daran mitarbeiten möchte, sollte sich nicht zuletzt den März 2020 vormerken. Dann sind wieder Presbyteriumswahlen. „Wir haben jetzt die Chance, genau hinzusehen, was uns wichtig ist und was nicht“, fasste Presbyterin Annegret Weber zusammen

Wie wichtig der regelmäßige, sonntägliche Gottesdienst den Amshausener Gläubigen im Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus ist, soll im Juli geprüft werden. Die Diakonie wird nach Abschluss der Bauarbeiten in dem Gebäude am 1. April ihre Tagespflege starten. Der erste Gottesdienst im neuen Andachtsraum, der der Gemeinde nach wie vor zur Verfügung steht, soll am 17. April sein. Jeden Sonntag um 11 Uhr findet ab dann ein Gottesdienst statt, auch am Ostersonntag.

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