Bäume statt Parkplätze? Steinhagen diskutiert über Ortskernsanierung

Jonas Damme

Blick in die Brinkstraße: Die Bäume dort brauchen Platz. Müssen deshalb Parkplätze wegfallen? Eine Frage die am Mittwochabend die Mitglieder im Haupt- und Finanzausschuss beschäftigte und die auch die ansässigen Einzelhändler umtreibt. - © Frank Jasper
Blick in die Brinkstraße: Die Bäume dort brauchen Platz. Müssen deshalb Parkplätze wegfallen? Eine Frage die am Mittwochabend die Mitglieder im Haupt- und Finanzausschuss beschäftigte und die auch die ansässigen Einzelhändler umtreibt. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Viele Details gilt es zu klären, bevor an der Brinkstraße im Ortskern tatsächlich die Bauarbeiter anrücken. Im Haupt- und Finanzausschuss stellten Diplom-Ingenieur Thomas Goldbeck und Landschaftsarchitekt Jürgen Edenfeld ihre aktualisierten Pläne vor.

Grundsätzlich soll das Pflaster dem neuen Marktplatz angepasst werden, gleichzeitig macht es aber Sinn, auch die gesamte Straßen- und Fußweggestaltung zu überdenken. Ein Bereich, der bereits als verbesserungswürdig erkannt wurde, ist die Fläche vor dem Lebensmittelmarkt, gegenüber dem Parkdeck. Hier wollen die Planer den „Innenhofcharakter" auflösen und für mehr Übersichtlichkeit sorgen. Dafür sollen unter anderem zusätzliche Grünbeete entstehen und die Bäume mehr Platz bekommen. Außerdem könnte der Abfallsammelplatz umziehen.

Bereits hier offenbarten sich allerdings zwei Fragen, die grundsätzlich für die Diskussion werden sollten: Dürfen für die Verschönerung Bäume gefällt werden?, lautet die eine. Dürfen Parkplätze geopfert werden?, die andere.

Es könnten bis zu 15 Parkplätze verschwinden

Gegenwärtig haben die Laubbäume an der Brinkstraße viel zu enge Einfassungen, statuierte Jürgen Edenfeld, das gehe bereits zu Lasten von deren Vitalität. Langfristig könnte die Standsicherheit der Bäume gefährdet sein. Deswegen müssten die Beete vergrößert werden. Dafür müsste allerdings Parkraum weichen. Eine Veränderung, der Teile der Politik, insbesondere Silke Wehmeier von der FDP, aber auch ein anwesender Ladeninhaber skeptisch gegenüberstanden. Silke Wehmeier kam in ihrer Rechnung auf bis zu 15 Parkplätze, die nach den präsentierten Plänen verschwinden könnten. Ob es tatsächlich so viele werden, ist noch nicht klar. Sicher ist, einige werden wegfallen.

Darüber hinaus schlugen die Planer vor, Bäume zu fällen, die sich nicht passend ausbreiten können, und sie durch an geeigneterer Stelle gepflanzte zu ersetzten. Ein Vorhaben, das unter anderem Sabine Godejohann von der SPD kritisierte. „Mann kann keine gesunden Bäume aus dem Ortskern entfernen", sagte sie. „Die Planung muss sich an den bestehenden orientieren." Dem stimmte unter anderem Herbert Mikoteit für die CDU zu, mit der Ergänzung, „vorausgesetzt die Anlieger und Eigentümer sind einverstanden."

Am Ende wurde aber doch eine Fällung zugelassen, so sollen am Brinkhaus zwei bereits geschädigte Bäume entfernt werden. Zum Ausgleich wird ein neuer Baum gepflanzt.

Nutzung der Parkplätze zeitlich begrenzen

Dass die Frage, wie die Brinkstraße künftig aussehen wird, die Gemüter durchaus bewegt, zeigte sich schon an der großen Zahl der Gäste, die dem öffentlichen Ausschuss beiwohnten. Mehrere ergriffen dann auch das Wort. So machte ein Anwesender den Vorschlag, die Nutzung der Parkplätze künftig zeitlich zu begrenzen, damit sie den Kunden und nicht nur den Geschäftsleuten selbst zugute kämen. Die Idee fand Zustimmung.

Am Ende wurde nach der regen Diskussion eine einstimmige Entscheidung getroffen (bei einer Enthaltung). Planer und Verwaltung wurden beauftragt, nun auf die Anlieger, Eigentümer und Geschäftsleute zuzugehen, um zu erfragen,was sie von den Plänen halten. Im Frühjahr könnten die Bauarbeiten dann starten.

Weiter sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, dass die Ortskernsanierung auf dem südlichen Kirchplatz fortgesetzt wird. Erst danach soll es an der Straße Am Markt und an der Alten Kirchstraße weitergehen. Vorher sollen dort die Bauarbeiten an den Ärztehäusern (Straße Am Markt) und am Hotel (Alte Kirchstraße) abgeschlossen werden.

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