Mit dem Zug quer durch Europa - Zwei Steinhagenerinnen auf Interrail-Tour

Melanie Wigger

Freundinnen: Tjara Horstmann (von links) und Stina Nitsche sind zusammen durch Europa gereist. - © Foto: Melanie Wigger
Freundinnen: Tjara Horstmann (von links) und Stina Nitsche sind zusammen durch Europa gereist. (© Foto: Melanie Wigger)

Steinhagen. Holland, Frankreich, Spanien, Italien und Österreich – und das alles innerhalb von 15 Tagen. Diesen sportlichen Trip haben zwei 16-Jährige aus Steinhagen gerade hinter sich – und zwar ohne Eltern. Zu zweit haben sich die beiden Schülerinnen Stina Nitsche und Tjara Horstmann mit einem Interrail-Ticket auf den Weg quer durch Europa gemacht. „Wohin es genau ging, haben wir immer spontan im Zug entschieden", erzählt Tjara.

Reisefoto: Weicher Dünensand, so weit das Auge reicht. - © privat
Reisefoto: Weicher Dünensand, so weit das Auge reicht. (© privat)

Geschlafen wurde meistens im Zelt auf Campingplätzen – oder auch im Zug. Nicht nur im Schlafabteil – die beiden Reisenden bewiesen Erfindergeist auf einer dreizehnstündigen Fahrt von Wien nach Bielefeld.

Längste Fahrt dauerte 13 Stunden

„Wir hatten nicht mal einen Sitzplatz", so Tjara, „aber ich habe meine Luftmatratze auf den Boden gelegt und Stina hat sich ein Bett auf eine Gepäckablage gebaut." Schlafsack und Co. machten die harte Ablage zu einer „echt bequemen" Schlafgelegenheit. Doch meistens wurde auf den Fahrten geredet und geredet – und höchstens zwischendurch mal ein Stündchen am Handy gedaddelt.

Angekommen im fremden Land entschieden sich die Mädchen meistens für kleine Städte. „Das ist einfach toll, an Orten zu sein, die noch nicht jeder gesehen hat", erklärt Tjara. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihnen der Besuch der größten Düne Europas im französischen Arcachon. „Düne – das klingt vielleicht nicht besonders spannend. Aber wenn man dann dort steht, ist das schon echt heftig, wie riesig das ist. Und da hochzulaufen war sehr anstrengend", berichtet Tjara.

Andenken: Ein unvergesslicher Ausblick für die Mädchen. Fotos: Privat - © Tjara Horstmann
Andenken: Ein unvergesslicher Ausblick für die Mädchen. Fotos: Privat (© Tjara Horstmann)

Die spontanen Entscheidungen der beiden hatten auch ihre Tücken: „Manchmal wussten wir gegen Abend noch nicht, wo wir schlafen", sagt Stina. Aufgrund einer Zugverspätung erreichten die Mädchen den Gardasee erst um Mitternacht. Eigentlich zu spät für den Zeltplatz, aber eine Schweizer Familie half ihnen und nahm sie mit auf eine Campinganlage. Sie hätten viele hilfsbereite Menschen im Ausland erlebt, aber dabei die Regeln ihrer Eltern im Hinterkopf behalten. „Nicht zu Fremden ins Auto steigen", wiederholt Tjara. „Und nicht in der freien Natur zelten", ergänzt Stina.

Nächstes Ziel: Schweden und Norwegen

Schwierigkeiten mit den Sprachkenntnissen hatten sie vor allem in Frankreich – denn nur Tjara hat etwas Schulfranzösisch gelernt. Vielerorts halfen die Englischkenntnisse – nur in Spanien ließ sich ein Hotel nicht darauf ein. Tjara: „Als wir am Telefon erklärten, dass wir nur englisch sprechen, legten sie einfach auf."

Die Idee zum Trip hatte Stina, die das Pauschalticket für Europareisen nicht nur aus dem Deutschbuch kennt, sondern auch von ihrer Mutter: „Sie hat das auch mal gemacht." Ob die beiden diese Art des Reisens wiederholen wollen? Der Blick, den die beiden auf diese Frage tauschen, spricht Bände. Mit leuchtenden Augen nicken sie. Wohin es dann gehen könnte? „Schweden und Norwegen!" „Oder doch noch mal Spanien?" Bis zu den nächsten Sommerferien haben die beiden Bedenkzeit. Und bis dahin können die Realschulabsolventinnen, die nun das Abi oder Fachabi machen wollen, noch ihre Sprachkenntnisse für die neuen Ziele erweitern.

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