"Wilde Karawane": Gruppe zieht naturnah und bescheiden durch Ostwestfalen

Herbert Gontek

Redestab: Wer den Stab hat, der hat das Wort. Natalie erzählt, die Mitwanderer hören konzentriert zu. - © Herbert Gontek
Redestab: Wer den Stab hat, der hat das Wort. Natalie erzählt, die Mitwanderer hören konzentriert zu. (© Herbert Gontek)
Wandern macht hungrig: Gastgeberin Rita Sprick vorn links servierte eine Suppe natürlichen Zutaten und garnierte sie mit Thymianblättchen aus dem ihrem Garten. - © Herbert Gontek
Wandern macht hungrig: Gastgeberin Rita Sprick vorn links servierte eine Suppe natürlichen Zutaten und garnierte sie mit Thymianblättchen aus dem ihrem Garten. (© Herbert Gontek)

Steinhagen-Brockhagen. Eine Mischung aus Landkommune und Kloster: An einem Tisch mitten in der Natur sitzen fast zwei Dutzend Menschen, genießen einen knackigen Salat, anschließend eine Suppe, dazu gibt es Wasser. Die Gruppe kommuniziert entspannt und leise. Niemand führt lautstark das Wort, keine Musik aus dem Radio, kein Handygebimmel, keine Biergartenatmosphäre. Natur genießen in vollen Zügen ist angesagt und sich dabei auf sich besinnen, dafür hat die Karawane am Wochenende Rast im idyllisch gelegenen Kräuterkotten bei Ulrike Sprick gemacht. In diesem Jahr zieht die »Wilde Karawane« zum zweiten Mal durch Ostwestfalen.

Die Wildnisschule im oldenburgischen Wildeshausen hat die geistige Patenschaft für dieses Projekt. Von hier aus wurde im vergangenen Jahr erstmalig die Karawane gestartet. Treffpunkt war der Hof Rawaule in Dörentrup. Er ist immer noch Mittelpunkt dieser Idee, von hieraus wird der Faden in der karawanenlosen Zeit weitergesponnen.

Für Ulrike Sprick eine geniale Idee, die sie sofort unterstützen wollte. Deshalb bot sie ihren abseits gelegenen Kräuterhof als Ziel eine Karawanenetappe an. Die Teilnehmer sind zwischen 19 und 73, überwiegend Frauen.

Nach dem Essen versammeln sie sich in einem Kreis und schildern ihre Beweggründe, warum sie mitmachen bei der »Wilden Karawane«. Reihum kommt jede und jeder zu Wort. Dafür gibt es den indianischen Redestock, wer ihn hat, darf reden. Die Beweggründe der Teilnehmer sind verschieden. Die einen möchten mit der Teilnahme an der Karawane den Menschen zeigen, dass dringend etwas gegen den Klimawandel getan werden muss, um die Erde noch zu retten. Weniger Konsum, beschaulich und entspannt leben, steht auf deren Wunschzettel. Die meisten möchten ihr persönliches und abhanden gekommenes Verhältnis zur Natur wiederbeleben. „Übernachten unter freiem Sternenhimmel, das ist ein totales Erlebnis, was sich die Wanderer wegen der trockenen Wetterlage derzeit jeden Tag gönnen", erzählt einer der Teilnehmer.

Nikolai (29) und Anna (19) sind die Gruppenerlebnisse wichtig. Kommunikation auf Augenhöhe unter allen Wandern, Achtung und Respekt, das wird sehr gepflegt, darum der Redestock und andere Formalien, die dies fördern. Die Vernetzung unter den Teilnehmern ist vielen sehr wichtig. Sie möchten sich zu einem bewussteren Lebensstil umorientieren.

Deshalb wird auch karg und naturnah gegessen und mit kleinem Gepäck ohne unnützen Schnickschnack gewandert. Die Tagesroute liegt bei rund zehn Kilometern zwischen vorher festgelegten Übernachtungsmöglichkeiten – damit Menschen mit unterschiedlich guter Kondition mitgehen können.

Ulrike Sprick ist überzeugt, dass sich die »Wilde Karawane« zu einer Bewegung entwickelt. Sie eigene sich, Mensch und die Natur aus der Krise zu führen. Im kommenden Jahr erwartet sie eine Maya-Priesterin in Steinhagen.

Wer sich für das Projekt interessiert kann sich bei Ulrike Sprick unter ` (0 52 04) 22 76 melden oder sich direkt unter www.wildekarawane.wordpress.com informieren.

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