Historisches Museum sichert seit 25 Jahren Trophäen der Heimatgeschichte

Frank Jasper

Museumsvereinsvorsitzender Gerhard Goldbecker (vorne) zusammen mit Horst Feye (von links), Wolfgang Nölle, Wolfgang Draegert, Angelika Mikoteit und Rosemarie Nällle umgeben von Exponaten aus Steinhagens Brennereigeschichte. Diesen Sonntag laden sie zum Tag der offenen Tür ins Museum ein. - © Frank Jasper
Museumsvereinsvorsitzender Gerhard Goldbecker (vorne) zusammen mit Horst Feye (von links), Wolfgang Nölle, Wolfgang Draegert, Angelika Mikoteit und Rosemarie Nällle umgeben von Exponaten aus Steinhagens Brennereigeschichte. Diesen Sonntag laden sie zum Tag der offenen Tür ins Museum ein. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Der Steinhäger hat die Gemeinde, aus der er kommt, reich und bekannt gemacht. Noch heute verbinden Menschen aus ganz Deutschland mit dem Ortsnamen Steinhagen die berühmte Spirituose. Im Historischen Museum lässt sich die glorreiche, inzwischen verblasste Brennereigeschichte besonders gut nachempfinden. Wer den Raum im Erdgeschoss betritt, findet sich zwischen allerlei Gerätschaften wieder, die einst zur Herstellung von Steinhäger dienten. Die Exponate stammen von den 20 Brennereien, die in Steinhagen ansässig waren. Kräuterdistillen, Wacholderquetschen, Lagertanks und Etikettiermaschinen gibt es ebenso zu besichtigen wie die berühmten braunen Krüge, in denen das Heimatwasser abgefüllt wurde. Es sind Trophäen der Heimatgeschichte.

Der inzwischen verstorbene Mechanikermeister Helmut Dellbrügge hegte lange den Wunsch, in Steinhagen ein Museum zu gründen. Als er 1987 von der Demontage der Brennerei Hasenburg an der Waldbadstraße hörte, begeisterte er den damaligen Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Steinhagen, Dieter Flöttmann, von der Idee.

25 Jahre Historisches Museum Steinhagen

Die ersten Ausstellungsstücke gab es bereits, noch bevor sich der Verein überhaupt gegründet hatte. Am 17. April 1987 kaufte Flöttmann zusammen mit Heinrich Consbruch die komplette Brennereianlage von Hasenburg. Gelagert wurde sie bis 1996 bei der Baugesellschaft Twelmeier.

Sonntag Tag der offenen Tür im Historischen Museum

Der Verein Historisches Museum wurde am 25. Juni 1993 aus der Taufe gehoben, mit Dieter Flöttmann als Ersten Vorsitzenden. Die Räumlichkeiten im Gebäude der ehemaligen Brennerei Schlichte konnten 1996 bezogen werden. Im Erdgeschoss des früheren Abfüllbetriebs standen 380 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, im Obergeschoss weitere 128 Quadratmeter. Im September öffneten sich dann das erste Mal die Türen für die Besucher.

Seither ist der Bestand des Historischen Museums stetig gewachsen. Etwa um Tante Paulas Laden. Von 1953 bis 1999 verkaufte Paula Mescher gegenüber der damaligen Volksschule Nützliches für den Schulalltag, Süßigkeiten und Glanzbilder. Mit der Erweiterung des Museums Anfang 2002 konnte der Kultladen originalgetreu aufgebaut werden und ist Teil der ständigen Ausstellung.

Besucher des Museums können auch einen Abstecher in die Steinhagener Apotheke von Charlotte Leykauf unternehmen, die ebenfalls ein Stück erhaltenswerter Steinhagener Vergangenheit darstellt und samt Laboreinrichtung besichtigt werden kann. Es dauerte Monate, bis die ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter das Mobiliar mit allen Einzelteilen wieder zusammengebaut hatten. Auch Ehemann Erwin Leykauf hat das Museum viel zu verdanken. Mit seiner 16-Milimeter-Farbfilm-Kamera hielt der Apotheker nicht nur private Urlaubsreisen fest, sondern dokumentierte auch die Ortskernsanierung der Gemeinde Steinhagens von 1979 bis 1986. Seine Nachkommen schenkten dem Museum die komplette Filmsammlung.

Ebenfalls zum Bestand des Museums gehört das Feuerwehrauto der Werksfeuerwehr der Brennerei Schlichte. Der alte Opel Blitz, erstmals zugelassen im Mai 1949, stammt aus dem Nachlass von Opelhändler Martin Merks junior. Merks hatte zu Lebzeiten verfügt, dass nach seinem Ableben die Werksfeuerwehr an das Historische Museum geht. Dieser Wunsch wurd ihm im Jahr 2000 erfüllt.

In unregelmäßigen Abständen sorgt das Museumsteam mit zeitlich begrenzten Ausstellungen für Publikumsaufmerksamkeit (siehe Text rechts auf dieser Seite). Dabei bewiesen die Ausstellungsmacher stets viel Einfallsreichtum, nicht nur was die Themen anging. Mitmachaktionen, Gäste und ausgefallene Präsentationen sorgen regelmäßig für Gesprächsstoff über die Grenzen Steinhagen hinaus. Gerhard Goldbecker, seit 2009 Vorsitzender des Museumsvereins, führt die Besucher mit Begeisterung höchst selbst durch die Ausstellung. An die 60 Führungen gibt es pro Jahr.

Diesen Sonntag lädt das Historische Museum von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Dann kann erstmals der Museumsbrand im neuen Design erworben werden.

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