Schüler schicken Ballon ins Weltall

Frank Jasper

Das große Experiment am Gymnasium - © Frank Jasper
Das große Experiment am Gymnasium (© Frank Jasper)

Steinhagen. Fast wäre aus dem ehrgeizigen Projekt nichts geworden. Denn damit der Ballon überhaupt bis zu 40 Kilometer hoch steigen durfte, musste der Himmel über dem Gymnasium wolkenlos sein. Danach sah es gestern Vormittag aber nicht aus. Doch um 13.30 Uhr klarte es auf und mehrere Hundert Schüler zählten, untermalt von dramatischer Star-Wars-Musik, den Countdown. Dann entschwand der Ballon über den Köpfen. Hinterher flogen 99 bunte Luftballons.

Kurz vor dem Abflug - © Frank Jasper
Kurz vor dem Abflug (© Frank Jasper)

18 Schüler, die zum Galileo-Wahlpflichtkurs des Gymnasiums gehören, hatten das ehrgeizige Experiment vorbereitet. »Back in Space« wurde die Aktion in Anlehnung an ein ähnliches Experiment genannt. Denn im Jahr 2014 hatten Steinhagener Gymnasiasten schon einmal einen Wetterballon ins All geschickt. Damals aber nur 30 Kilometer hoch und mit weniger Equipment an Bord.

Die Aktion soll auch auf den Klimaschutz aufmerksam machen

»Back in Space« stellte also eine deutliche Weiterentwicklung dar. Am Ballon befestigt war eine Styroporbox, in der sich ein GPS-Sender, Kameras und ein Datenlogger befanden. Die Kameras sollten spektakuläre Bilder liefern. Mit der Technik messen die Schüler die Flughöhe, den Luftdruck, die Temperatur und die Feuchtigkeit. „Die Daten stellen wir später allen Schülern des Gymnasiums für Unterrichtsprojekte zur Verfügung", kündigte Andreas Frerkes an. Der Physiklehrer und MINT-Koordinator betreut das Projekt des Galileo-Kurses. „Wir wollen mit der Aktion auch auf den Klimaschutz aufmerksam machen und zeigen, dass die Atmosphäre nicht so dick ist, wie man gemein hin glaubt", erläuterte Andreas Frerkes im Vorfeld der Aktion.

Schüler bereiten den Wetterballon vor. - © Frank Jasper
Schüler bereiten den Wetterballon vor. (© Frank Jasper)

Der mit Helium gefüllte Wetterballon hatte am Start einen Durchmesser von etwa zweieinhalb Metern. Je höher er stieg, desto mehr dehnte er sich aus. Bis er schließlich platzte. An einem Fallschirm segelte die 1,2 Kilogramm schwere Apparatur um 17 Uhr wohlbehalten in einem Waldgebiet westlich von Hannover zu Boden.

Da waren Lehrer Andreas Frerkes und das Bergungsteam, bestehend aus den Schülern Ben Barrelmeier, Jonas Althoff, Hannah von der Heydt und Liv Johanning bereits vor Ort, um die wertvolle Ladung einzusammeln. Per GPS-Signal und vorheriger Berechnungen anhand der Windrichtung konnten sie den Flug verfolgen und abschätzen, wo in etwa der Fallschirm zu Boden ging.

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Vor dem Start in die Stratosphäre, die ab 15 Kilometern Entfernung von der Erde beginnt, hatte das Gymnasium Genehmigungen eingeholt und eine Versicherung abgeschlossen. Das Deutsche Amt für Luft- und Raumfahrt war über das Schülerexperiment in Steinhagen informiert. „Uns stand lediglich das Zeitfenster zwischen 13 und 14 Uhr zur Verfügung", berichtete Andreas Frerkes.

Professionell begleitet wurde das Gymnasium bei seinem Flug ins Weltall von der Firma Stratoflights. Das junge Unternehmen hat bereits für TV-Produktionen und Werbespots Stratosphärenflüge organisiert. „Wir machen solche Aktionen auch öfter für Schulen. Dass Schüler so ein tolles Event daraus macht, hatten wir allerdings auch noch nicht", zeigte sich Marcel Dierig von Stratoflights beeindruckt.

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